Recht & Gesetz

Päckli-Versand aus dem Ausland: Darauf müssen Sie dringend achten

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Teure Überraschung, wenn das Päckli aus dem Ausland eintrifft. Bild: Thinkstock

Der starke Franken macht das Online-Shopping im EU-Ausland noch verlockender. Doch undurchsichtige Zollgebühren machen das Schnäppchen-Päckli schnell zur Kostenfalle.

Es klingt praktisch, bequem und auf den ersten Blick günstig: Waren im EU-Ausland online bestellen und per Postversand in die Schweiz schicken lassen. Aber beim Päckli-Import sollten Konsumenten genauer hinschauen. Es können nämlich Zoll- und Bearbeitungsgebühren für die Zollabfertigung anfallen - und dann wird das vermeintliche Schnäppchen plötzlich teurer als gedacht.

Folgende Zusatzkosten können anfallen, die man allgemein als Zollgebühren kennt

  • Schweizer Mehrwertsteuer
  • Zölle für bestimmte Waren
  • Bearbeitungsgebühren für die Zollabfertigung durch Post und Spediteure

Ab wann fallen Zollgebühren an?

Liegt der Mehrwertsteuerbetrag für die im Päckchen versandte Ware bei über 5 Franken, so fallen zusätzlich Zollgebühren an. Bei den meisten Produkten entspricht dies einem Warenwert von 62 Franken, etwa bei Kleidung oder elektronischen Produkten. Bei Büchern liegt die Grenze aufgrund des verminderten Mehrwertsteuersatzes von 2,5 Prozent bei 200 Franken.

Übrigens berechnet sich die Mehrwertsteuer nach dem Warenwert einschliesslich der Transportkosten, Zollabgaben und Bearbeitungsgebühren.

Bleibt der Mehrwertsteuerbetrag bei unter 5 Franken, werden grundsätzlich von der Post keine Gebühren erhoben. Es gibt aber eine Ausnahme: bei Stichproben-Kontrollen durch den Zoll. Der Empfänger muss dann die Zoll-Bearbeitungsgebühr auf alle Fälle bezahlen. Zusätzlich verlangt die Post weitere 13 Franken für die Stichprobe. 

Wie setzen sich die Zollgebühren zusammen?

Diese Zollgebühren werden durch die Post verrechnet. Die Höhe der Bearbeitungsgebühr für die Zollabfertigung variiert je nach Transporteur und Versandort.

Für Pakete aus Deutschland, Frankreich, Österreich oder Italien beträgt die Gebühr bei der Schweizerischen Post oder auch mit den Kurierdiensten GLS oder EMS mindestens 11,50 Franken, aus anderen Ländern 16 Franken. Hinzu kommt noch ein Zuschlag von drei Prozent des Warenwertes.

Maximal werden den Bestellern seitens der Post Verzollungsgebühren in Höhe von 70 Franken in Rechnung gestellt. 

Auch DHL verrechnet solche Zollvorlagegebühren: Für Sendungen mit einem Warenwert bis 1000 Franken liegt diese bei 19,50 Franken, bei über 1000 Franken bei 39 Franken. Zusätzlich wird eine Vorlageprovision von zwei Prozent einkassiert, jedoch mindestens drei Franken.

Bei bestimmten Produkten wie beispielsweise Alkohol, Tabak, aber auch bei Münzen oder Salz müssen Zollgebühren in jedem Fall bezahlt werden. Und das unabhängig davon, wie gross die Menge und wie hoch der Warenwert ist. Die Mindestzollgebühr beträgt 24,50 Franken. 

Wie werden Geschenke verzollt?

Geschenkpäckli mit einem Warenwert bis 100 Franken sind von Zollgebühren befreit. Es sei denn, es handelt sich zum Beispiel um Alkohol oder Tabakwaren.

So sparen Sie Zollgebühren

Entlang der Grenze gibt es auf deutscher Seite eine Reihe von Paketshops. In der Schweiz lebende Personen können dort eine Lieferadresse mieten. An diese lassen sie Bestellungen bei deutschen Händlern schicken. Konsumenten können das Paket dort persönlich abholen und in die Schweiz einführen.

Der grosse Vorteil: So können sie Produkte bis zu einem Gesamtwert von 300 Franken mehrwertsteuerfrei einführen. Allerdings gibt es bei verschiedenen Produkten Einschränkungen, die Sie kennen sollten