Recht & Gesetz

Waren im Ausland bestellen: Welche Zollgebühren kommen auf mich zu?

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Teure Überraschung, wenn das Paket aus dem Ausland eintrifft. Bild: iStock / alvarez

Der starke Franken macht das Online-Shopping im EU-Ausland noch verlockender. Doch undurchsichtige Zollgebühren machen das Schnäppchen-Paket schnell zur Kostenfalle.

Es klingt praktisch, bequem und auf den ersten Blick günstig: Waren im EU-Ausland online bestellen und per Postversand in die Schweiz schicken lassen. Aber beim Päckli-Import sollten Konsumenten genauer hinschauen. Es können nämlich Zoll- und Bearbeitungsgebühren für die Zollabfertigung anfallen, da grundsätzlich jede Sendung aus dem Ausland zoll- und mehrwertsteuerpflichtig ist – und dann wird das vermeintliche Schnäppchen plötzlich teurer als gedacht.

Welche Zusatzgebühren können bei einem Paket aus dem Ausland anfallen?

  • Schweizer Mehrwertsteuer
  • Zollgebühren
  • Bearbeitungsgebühren für die Zollabfertigung durch Post und Spediteure

Wann bezahle ich keine Zollgebühren?

Keine Zoll- und Mehrwertsteuerbeträge werden fällig, wenn der zu bezahlende Betrag unter 5 Franken liegt. Ausserdem sind Geschenksendungen von Privatpersonen, die im Ausland leben, an Privatpersonen in der Schweiz bis zu einem Warenwert von 100 Franken abgabefrei.

Stichproben

Bei Stichproben durch den Zoll muss der Empfänger seit 1. Januar 2018 die Zoll-Bearbeitungsgebühr nicht mehr bezahlen. Bis dato verlangte die Post 13 Franken für die Stichprobe.

Wann muss ich Zollgebühren bezahlen?

In folgenden Fällen werden Zollgebühren fällig:

Warenwert über 65 Franken

Liegt der Warenwert bei 65 Franken oder mehr, beträgt der berechnete Betrag bei einem Mehrwertsteuersatz von 7,7 Prozent mehr als 5 Franken – d.h. Zollgebühren werden fällig.

Bücher im Wert von mindestens 200 Franken

Bei Büchern werden Zollgebühren aufgrund des verminderten Mehrwertsteuersatzes von 2,5 Prozent erst bei einem Warenwert von 200 Franken fällig.

Wichtig: Die Mehrwertsteuer berechnet sich nach dem Warenwert einschliesslich der Transportkosten, Zollabgaben und Bearbeitungsgebühren.

Tabakfabrikate und alkoholische Getränke

Für Tabakfabrikate und alkoholische Getränke ist in jedem Fall eine Verzollung nötig.

Wie setzen sich die Zollgebühren zusammen?

Die Zollgebühren werden durch die Post verrechnet. Die Höhe hängt von der Herkunft und dem Warenwert der Sendung ab. Für Pakete aus Deutschland, Frankreich, Österreich oder Italien beträgt die Grundgebühr bei der Schweizerischen Post oder auch mit den Kurierdiensten GLS, EMS und Hermes 11.50 Franken, aus anderen Ländern 16 Franken. Hinzu kommt noch ein Zuschlag von 3 Prozent des Warenwertes. Maximal werden den Bestellern seitens der Post Verzollungsgebühren in Höhe von 70 Franken in Rechnung gestellt.

Update: Gesetzesänderung ab 01.01.2019

Betrug der Steuerbetrag weniger als 5 Franken, mussten Händler, die aus dem Ausland Waren in die Schweiz geschickt haben, keine Mehrwertsteuer zahlen. Nun hat der Bundesrat eine Gesetzesänderung beschlossen: Ab 01.01.2019 sind alle ausländischen Versandhändler, die mit ihren Sendungen in der Schweiz mehr als 100'000 Franken Umsatz erzielen, mehrwertsteuerpflichtig. Die Lieferungen gelten dann als Inlandlieferungen.

Wie kann ich Zollgebühren sparen?

Entlang der Grenze können Sie auf deutscher Seite eine Reihe von Paketshops finden, die Ihre Pakete entgegennehmen. Konsumenten können das Paket dort persönlich abholen und in die Schweiz einführen.

Der grosse Vorteil: Sie können Produkte bis zu einem Gesamtwert von 300 Franken mehrwertsteuerfrei einführen. Allerdings gibt es bei verschiedenen Produkten Einschränkungen, die Sie kennen sollten.

Haben Sie weitere Fragen zur Verzollung?

Bei weiteren Fragen zur Verzollungen von Postsendungen empfehlen wir Ihnen, die Post unter der Telefonnummer 0848 639 639 zu kontaktieren.