Preisvergleich

Elektrozahnbürsten: viel Sparpotenzial bei Aufsätzen

TIPPS
|
Aufsätze für elektrische Zahnbürsten sind teuer – auf Imitate zurückgreifen lohnt sich. Bild: iStock

Ob für Erwachsene oder Kinder: Elektrisches Zähneputzen ist bequem und gründlich. Umso erfreulicher, dass die Geräte immer günstiger werden. Was allerdings immer noch nervt, sind die hohen Folgekosten durch die Zahnbürstenaufsätze. comparis.ch gibt Tipps, wie man für eine gute Mundhygiene sorgt und dabei noch Geld spart.

Vor rund 60 Jahren in der Schweiz entwickelt, steht die Elektrozahnbürste heute in fast jedem zweiten Schweizer Haushalt. Grund für den Erfolg: Die elektrische Reinigung der Zähne ist nicht nur komfortabel, sondern auch besonders gründlich. Für Zahnärzte gilt sie daher schon lange als das Nonplusultra der Zahnprophylaxe. Denn wenn der bakterielle Belag (Plaque) entfernt ist, haben Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis nachweislich weniger Chancen. Beide gelten als die Hauptursachen für Zahnverlust.

Wer die Elektrozahnbürste korrekt anwendet, reinigt seine Zähne besonders schonend. Manche Geräte vibrieren, wenn man sie zu stark auf die Zähne drückt. Bei anderen signalisiert ein Timer, wann die empfohlene Putzdauer erreicht ist. Neueste Geräte lassen sich sogar über eine App steuern und geben ein personalisiertes Putzfeedback, so die elektrische Schallzahnbürste Sonicare DiamondClean Smart von Philips. 

Auch Kinder putzen ihre Zähne immer häufiger mit einer elektrischen Zahnbürste. Der Umgang mit ihr ist aufgrund von technischen Features (Musik etc.) spielerischer und motivierender, was sich wiederum positiv auf das Putzergebnis auswirkt.

Überblick Vor- und Nachteile einer Elektrozahnbürste

Vorteile Nachteile
Komfortable, einfache Benutzung Anschaffungs- und v.a. Folgekosten
Gründlichere Zahnreinigung Lautstärke
Von allen Familienmitgliedern nutzbar dank auswechselbaren Bürstenköpfen Abhängigkeit von Stromnetz
Für Kinder einsetzbar und motivierend Vibrationen in Mundhöhle
Messbarkeit von Putzdauer (Timer) und Druck (z.B. Vibration)  Bei falscher Anwendung Schäden an Zahnfleisch und Zahnsubstanz
Besseres Hygieneempfinden Ökobilanz (Akkus, Strom)

Verschiedene Systeme

Grundsätzlich gibt es bei Elektrozahnbürsten zwei unterschiedliche Systeme.

Oszillierende-rotierende Zahnbürsten: Sie haben runde Bürstenköpfe, die sich mit rund 70 Schwingungen pro Sekunde hin und her sowie im Kreis bewegen. Dank des kleineren Bürstenkopfes erreichen rotierende Modelle auch schlecht zugängliche Stellen. Beim Putzen wird der Bürstenkopf langsam und mit wenig Druck von Zahn zu Zahn bewegt. 

Schallzahnbürsten: Schallaktive Zahnbürsten verfügen über einen länglichen Bürstenkopf, der mehrere Zähne gleichzeitig reinigt. Der Borstenkopf bewegt sich mit rund 250 Schwingungen pro Sekunde und entfernt so den Zahnbelag. Die Schallzahnbürste wird im Mund auf und ab bewegt wie eine Handzahnbürste. Ultraschallzahnbürsten arbeiten mit noch mehr Schwingungen (16'000 Schwingungen pro Sekunde) und benötigen eine Spezialzahnpasta.

Ob oszillierend-rotierend oder schallaktiv: Welche der beiden Varianten besser ist, richtet sich nach den individuellen Vorlieben und medizinischen Anforderungen. Wer unschlüssig ist, welche Technik für ihn die beste ist, sollte sich bei seinem Zahnarzt oder Dentalhygieniker erkundigen. 

Imitat-Aufsätze bis zu 50 Prozent günstiger

Für welches System man sich auch entscheidet: Nach spätestens zwei bis drei Monaten müssen die Bürstenköpfe ausgewechselt werden. Das kann ins Geld gehen und die Preise der Original-Ersatzbürsten sind schnell teurer als das Gerät selbst.

Beispiel: Während die günstigste rotierende Elektrozahnbürste im Comparis-Preisvergleich für 20 bis 40 Franken zu haben ist («Oral-B Vitality Cross Action»), liegt der Preis von fünf passenden Original-Aufsätzen in der gleichen Spanne. (4 bis 8 Franken pro Aufsatz)

Hersteller wie Procter & Gamble (Oral-B) halten bisher beharrlich an ihrem Pricing fest und rechtfertigen sich mit den Entwicklungs- und Forschungskosten. Nun gerät der Markt allerdings aufgrund von Imitat-Aufsätzen langsam in Bewegung. Über Amazon oder auch Shavemaster.ch kann man nachgebaute Bürstenköpfe bestellen, die mit den Original-Zahnbürsten kompatibel sind. Ein Aufsatz für die oben erwähnte Zahnbürste («Vitality Cross Action») kostet hier nur noch rund 2 Franken. Auch Drogerien und Detailhändler haben inzwischen erste Imitat-Aufsätze in ihr Sortiment aufgenommen. Sie sind laut Verpackung mit den meisten Elektrozahnbürsten von Oral-B kompatibel. Drogerie Müller bietet unter der Eigenmarke «Sensident» Universal-Wechselköpfe ab 3.30 Franken das Stück. In grossen Coop-Filialen findet man Allround-Aufsätze der Eigenmarke «Qualité & Prix» für 3.17 Franken das Stück.

Und die Qualität?

In Tests der deutschen Stiftung Warentest schnitten die Bürstenklone kaum schlechter ab als die Originale. Zum Teil sitzen sie etwas weniger gut auf der Zahnbürste, was aber nicht die Funktion beeinträchtigt. Es scheint also nur eine Frage der Zeit, bis weitere Anbieter mit Bürstenimitaten auf den Schweizer Markt kommen und die grossen Hersteller unter Druck bringen.

Wer seine Zähne trotzdem lieber mit Originalbürsten reinigt, sollte – bei einem Sparpotenzial von bis zu 50 Prozent – zumindest im Netz vergleichen, wo die Produkte am günstigsten sind.