Tipps zum Online-Shopping


Erfolgreich Online-Shoppen

Weil das Konsumentenrecht für Internetnutzer wenig ausgereift ist, sind bei Online-Bestellungen einige Hinweise zu berücksichtigen. comparis.ch hat die wichtigsten Informationen und Tipps für erfolgreiches Online-Shopping zusammengestellt.

Was muss bei der Kreditkartenzahlung in Online-Shops beachten werden?
  1. Kartendaten nur dann online eingeben, wenn die Internetverbindung mit SSL gesichert ist. Als Empfehlung sollte eine 128-Bit SSL-Verbindungen vorhanden sein.
  2. Einkäufe/Zahlungsbestätigung mit einem Print-Screen dokumentieren und ablegen.
  3. Bestellungen per Kreditkarte nicht von öffentlich zugänglichen Computern durchführen. Die Daten im Zwischenspeicher des Rechners/Browsers können zu einem späteren Zeitpunkt ausgelesen werden. Nach der Bestellung den Verlauf/Cache oder Zwischenspeicher des Computers löschen
  4. Am Telefon keine Fragen zu Kartendaten beantworten.
  5. Virenschutz und Firewall verwenden, um sich zusätzlich gegen Angriffe Dritter zu schützen. Auch die in Modems und Routern integrierte Firewall eignet sich als Schutz gegen unberechtigte Zugriffe.
  6. Privaten Surfmodus im Browser aktivieren. Dabei werden keine Spuren auf dem PC hinterlassen. Verlauf, Cookies oder temporäre Internetdateien im Cache werden nicht gespeichert. Modi zum anonymen Surfen unterstützen die Browser Chrome, Internet ExplorerSafari und Firefox.

Zahlungsarten in Online-Shops
  • Bezahlung per Rechnung: eher seltene Zahlungsvariante in Online-Shops. Die Rechnung wird nach Erhalt der Ware bezahlt.
  • Kreditkartenzahlung: verbreitete Zahlungsvariante bei Online-Shops. Werden die Tipps zu Transaktionen per Kreditkarte befolgt, ist diese Zahlungsmethode sicher und unkompliziert. Zudem sind Kreditkartenzahlungen durch die vermehrte Verbreitung des Sicherheitsstandards 3-D Secure noch sicherer: Zusätzlich zu den Kreditkartendaten muss bei der Zahlung ein persönliches Passwort eingegeben werden. 3-D Secure heisst bei Mastercard "SecureCode", bei VISA "Verified by Visa". Allerdings können bei Kreditkartenzahlungen noch Transaktionskosten von 1.5 bis 2 Prozent hinzukommen, die der Shop aber beim Bezahlvorgang im Warenkorb ausweisen sollte. Kreditkartenzahlungen können unter bestimmten Voraussetzungen storniert werden. Informationen dazu beim jeweiligen Kreditkartenanbieter.
  • Versand per Nachnahme: Zahlungsvariante einzelner Online-Shops. Die Ware wird bei Erhalt direkt beim Postboten oder auf der Poststelle beglichen. Achtung: Bei Nachnahmebestellungen fällt immer eine Nachnahmegebühr an – in der Regel zu Lasten des Kunden. Diese wird beim Bestellabschluss in Online-Shops zum Verkaufspreis addiert. Die Online-Shops weisen diese Nachnahmegebühr unter den Versandkosten auf ihrer Homepage aus. Die Nachnahmegebühr wird in den meisten Fällen den Kunden belastet. Vorteil: Keine Übermittlung von Kontodaten und Bezahlung erst bei Erhalt der Ware. Nachteil: Bei einer Rücksendung der Ware dauert es eine gewisse Zeit, bis der bereits bezahlte Betrag wieder beim Kunden ist. Zahlungen per Nachnahme sind ausserdem teuer (Aufpreis: ca. 10 bis 20 Franken je Sendung und Shop).
  • PSP (Payment Servic Provider): PSP gibt es beispielsweise von PostFinance, Datatrans oder SIX. Sie fungieren als Schnittstelle zwischen dem Online Händler und den verschiedenen Finanzinstituten und sorgen für eine gesicherte Verbindung für die Weiterleitung und Weiterverarbeitung der heiklen Kreditkartendaten des Kunden.
  • Vorausbezahlung: Nach abgeschlossener Bestellung bekommt der Kunde schriftlich oder elektronisch eine Bestätigung sowie die Zahlungsinformationen. Sobald der Online-Shop die Transaktion bekommen hat, löst er den Versandprozess der Ware aus. Achtung: Niemals Bargeld in einem Couvert versenden. Grundsätzlich ist bei Internetbestellungen gegen Vorauszahlung Vorsicht geboten. Kommt der Anbieter seinen Verpflichtungen nicht nach, muss der Kunde in der Regel den Rechtsweg beschreiten, um den bereits bezahlten Betrag wieder einzufordern. Wird der Online-Shop im schlimmsten Fall noch insolvent, besteht zudem die Gefahr, dass das Geld verloren ist.

Kaufverträge mit Online-Shops

Grundsätzlich kommt ein Kaufvertrag erst dann zustande, wenn der Verkäufer ein verbindliches Angebot macht und der Käufer das Angebot annimmt. Ein Kaufvertrag ist ab diesem Zeitpunkt verbindlich und kann nicht einfach rückgängig gemacht werden.

Details zu Kaufverträgen mit Online-Shops:

  1. Das Angebot der Händler auf dem Internet ist noch nicht verbindlich. Das heisst, es besteht noch kein Anspruch seitens des Kunden auf das zu einem bestimmten Preis angebotene Produkt auf der Homepage des Anbieters.
  2. Bestellung über das Bestellformular auf der Homepage des Anbieters. Der Kunde verpflichtet sich, das Angebot wie auf der Homepage gesehen, anzunehmen. Liefert der Händler das bestellte Produkt zum angegebenen Preis und innerhalb der genannten Lieferfrist, verpflichtet sich der Kunde zum Kauf des Produkts.
  3. Ändern sich nach Eingang der Bestellung Preis und/oder Lieferfrist, ist der Kunde nicht zum Kauf des Produkts verpflichtet. Der Händler muss über die Änderungen informieren. Erst wenn der Kunde dem neuen Preis und/oder der geänderten Lieferfrist zustimmt, besteht eine Kaufverpflichtung.
  4. Der Händler ist nach Annahme der Bestellung durch den Kunden zur Lieferung des bestellten Produkts verpflichtet. In der Regel erhält der Kunde ein E-Mail als Bestätigung für die Bestellung. Wenn keine Preis- oder Lieferfriständerungen angegeben werden, kann davon ausgegangen werden, dass das Produkt zu den Bedingungen wie auf der Homepage gesehen geliefert wird. Der Händler kann eine Bestellung auch annehmen, indem er den Betrag für das Produkt von der Kreditkarte des Kunden abbucht. Eine Bestellung kann als akzeptiert angenommen werden, wenn der Kunde innerhalb «angemessener» Frist (ca. eine Woche) nichts vom Händler hört resp. liest.

Tipps zum Online-Shopping

Tipp 1: Warenkorb kontrollieren
Bei einer Online-Bestellung ist der elektronische Warenkorb genau zu kontrollieren. Handelt es sich tatsächlich um das gewünschte Produkt zum abgebildeten Preis? Es gelten die jeweiligen Angaben auf der Homepage des Online-Shop-Betreibers.

Tipp 2: Spezialwünsche im Kommentarfeld eingeben
Braucht der Kunde ein Produkt innerhalb einer bestimmten Frist, vermerkt er das im Kommentarfeld beim Bestellformular (z.B. «Bestellung nur gültig, wenn das Produkt bis zum 15. August bei mir eintrifft»). Der Händler ist verpflichtet, die Kommentare auf dem Bestellformular nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Wenn der Händler nicht anders informiert, ist er mit dem Wunsch einverstanden.)

Tipp 3: Mündliche Abmachungen schriftlich bestätigen lassen
Mündliche Abmachungen mit dem Händler schriftlich bestätigen lassen und aufbewahren (vgl. Tipp 4).

Tipp 4: Beweismittel aufbewahren
Alles rund um die Bestellung (Bestellung, Bestätigung sowie weitere E-Mails und/oder Briefe des Händlers) aufbewahren. Im Fall eines Rechtsstreits können diese Dokumente als Beweismittel verwendet werden.

Tipp 5: Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) beachten
Unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Händlers beachten. In den AGB ist in der Regel erläutert, in welchem Umfang ein Händler Garantieleistungen und Haftung übernehmen muss, und ob seitens des Kunden Rückgabe- und Umtauschrechte bestehen. Die AGBs gelten,
  • wenn diesen zugestimmt wird, bevor die Bestellung abgeschickt wird. Konkret: Der Kunde bestätigt auf dem Bestellformular, dass er die AGB gelesen hat und Ihnen zustimmt (z.B. durch Ankreuzen einer Checkbox «Ich akzeptiere die Allgemeinen Geschäftsbedingungen»).
  • wenn auf das Gelten der AGB hingewiesen wird. Konkret: Auf dem Bestellformular ist z.B. der Hinweis «Es gelten die Bestimmungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen» vermerkt.

Wichtig: Wer mit den Regelungen in den AGB nicht einverstanden ist, muss das dem Händler vor der Bestellung mitteilen. Das kann auch im Kommentarfeld auf dem Bestellformular vermerkt werden. Wenn der Händler nicht anders informiert, ist er mit dem Wunsch einverstanden. Ist kein Kommentarfeld auf dem Bestellformular vorhanden, ist direkt mit dem Händler Kontakt aufzunehmen. Werden dabei mündliche Abmachungen getroffen, diese immer schriftlich bestätigen lassen. Werden zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Händler noch andere Vereinbarungen getroffen, gelten diese und nicht die AGB.

Tipp 6: In Garantiefällen an den Händler wenden
Allgemein gilt für Elektronikartikel eine gesetzliche Herstellergarantie. In der Schweiz beträgt sie meistens ein Jahr, je nach Hersteller und Produkt sind auch längere Garantiefristen möglich. In einem Garantiefall muss der Händler das schadhafte Produkt an den Hersteller oder Importeur weiterleiten.

In der Regel muss der Kunde das Produkt selbständig in die Servicestelle bringen oder einsenden. Die meisten Online-Shops verweisen die Kunden auf Ihrer Internetseite direkt an den Hersteller oder die Servicestelle. Die Kosten für den Versand trägt der Kunde. Die Rückführungskosten sind unterschiedlich geregelt. Bei einem grossen Fernseher mit einem Gewicht von über 30 Kilogramm können Speditionskosten von bis zu 50 Franken pro Weg anfallen.

Obwohl zwar nicht dazu verpflichtet, nehmen Hersteller aus Kulanz auch diese Garantiefälle an.

Tipp 7: Rückgaberecht
Für den Kunden besteht kein gesetzliches Rückgaberecht. Viele Händler sind allerdings kulant und nehmen ein Produkt unter bestimmten Umständen zurück. Details zu einem allfälligen Rückgaberecht sind in den AGB des jeweiligen Händlers geregelt. Ist dort nichts dazu vermerkt, besteht auch kein Rückgaberecht.

Tipp 8: Bei Umtausch aufgrund von Mängeln Frist beachten
Liefert der Händler ein mangelhaftes oder falsches Produkt, besteht kundenseitig ein Recht auf Umtausch. Dabei unbedingt beachten, dass das Produkt so schnell wie möglich – spätestens aber innerhalb einer Woche – und unter schriftlicher Angabe des Umtauschgrunds umgetauscht wird. Der Händler ist verpflichtet, das Produkt umzutauschen oder nachzubessern, wenn es mangelhaft oder falsch ist. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten und bereits geleistete Zahlungen zurückverlangen.

Tipp 9: Transport versichern lassen
Grundsätzlich haftet der Kunde für den Versand des Produkts. Die Haftung beginnt, sobald der Händler das Produkt zum Versand aufgegeben hat (Gefahrenübergang). Von diesem Moment an trägt der Kunde das Risiko. Häufig zeigen sich Händler auch hier kulant, indem sie etwa den Transport versichern. Ist das nicht der Fall, den Händler kontaktieren und allenfalls eine Transportversicherung abschliessen.
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