Recht & Gesetz

Bussenkatalog für Motorradfahrer: 11 häufige Übertretungen

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Die Freiheit auf dem Motorrad – nicht immer grenzenlos: Wer nicht aufpasst, wird zur Kasse gebeten. Bild: iStock / oneinchpunch

Wer sich im Stau oder vor Ampeln mit seinem Motorrad vordrängt, muss mit einer Busse rechnen. Aber auch andere Übertretungen können Töfffahrer teuer zu stehen kommen – oder gar den Ausweis kosten. 

Es ist eines der häufigsten Vergehen von Motorradfahrern: sich bei Stau durch den Verkehr zu schlängeln. Verboten ist es trotzdem. Denn im stockenden Verkehr gelten für Motorradfahrer die gleichen Regeln wie für die Autofahrer: Sämtliche Verkehrsteilnehmer haben ihren Platz in der Fahrzeugkolonne beizubehalten. Im Kolonnenverkehr darf nur dann überholt werden, wenn die Gewissheit besteht, rechtzeitig und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu können. Wer sich jedoch vordrängelt, verstösst gegen das Strassenverkehrsgesetz und muss mit einer Busse rechnen.

Comparis hat nachstehend einige typische Motorrad-Übertretungen zusammengetragen:

Absteigen und stossen

Wenn ein Motorradfahrer sein Fahrzeug schiebt, gilt er als Fussgänger. Es ist deshalb abseits der Autobahn grundsätzlich zulässig, das Motorrad zu schieben. Der Fussgänger darf bei diesem Manöver jedoch keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden. Zudem muss der Motor abgestellt werden.

Loslassen des Lenkers

Wer während der Fahrt die Lenkvorrichtung loslässt, provoziert nicht nur einen Unfall, sondern auch ein Bussgeld. Kunststücke haben auf der Fahrbahn nichts zu suchen!

Alkohol

Hier gelten für Motorradfahrer die gleichen Regeln wie für Auto- oder Schifffahrer: Ein Bier ist ok – mehr nicht. Wer mit mehr als 0,5 Promille im Verkehr unterwegs ist, wird gebüsst. Wer alkoholisiert fährt und gleichzeitig gegen die Strassenverkehrsvorschriften verstösst, dem droht nicht nur eine Busse, sondern gar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sowie einen Fahrausweisentzug. Für Neulenker ist Alkohol gänzlich tabu.

Helmpflicht

Wer auf seinem Motorrad ohne Helm unterwegs ist, wird ebenfalls zur Kasse gebeten. Die Helmpflicht gilt übrigens auch für die Mitfahrer.

Kinder an Bord

Grundsätzlich dürfen auch Kinder als Mitfahrer auf der geplanten Töfftour dabei sein: Buben und Mädchen unter sieben Jahren dürfen jedoch nur auf einem durch die Zulassungsbehörde bewilligten Kindersitz mitgeführt werden. Alle anderen Mitfahrer müssen rittlings sitzen und Trittbretter oder Fussrasten benützen können. Achten Sie darauf, dass das Kind, genau wie Sie, geeignete Schutzkleidung trägt.

Licht

Seit dem 1. Januar 2014 gilt für Auto- wie auch für Motorradlenker: Wer fährt, schaltet das Licht ein – und zwar auch tagsüber. Wer dagegen verstösst, wird mit einer Busse bestraft – diese ist nachts bei beleuchteter Strasse höher, als tagsüber. Von dieser Pflicht (tagsüber) ausgenommen sind Mofas und Fahrzeuge, die vor 1970 in Verkehr gesetzt wurden.

Motor vorwärmen

Für viele klingt es wie Musik in den Ohren, das Gesetz jedoch hält wenig von dröhnenden Motoren. Vor allem, wenn es keinen wirklichen Grund dafür gibt. Deshalb gilt: Lassen Sie den Motor laufen oder wärmen Sie ihn bei stillstehendem Fahrzeug vor, müssen Sie zahlen.

Nebeneinander fahren

Egal wie breit die Fahrspur ist: Motorradfahrern ist es nicht gestattet, nebeneinander zu fahren. Es sei denn, es erscheint beim Fahren innerhalb einer Kolonne von Motorwagen geboten.

Radweg, Trottoir, Busstreifen

Radwege und Trottoirs sind für Motorradfahrer nicht tabu. Voraussetzung ist allerdings, dass kein Velofahren behindert wird und, dass bei einer auftretenden Kreuzung rechts abgebogen wird. Ansonsten missachten Sie das Verbot des Rechtsüberholens. Pannenstreifen oder Sicherheitslinien sind grundsätzlich tabu. Wer es trotzdem nicht lassen kann und erwischt wird, riskiert eine Strafe. Wird man beim Fahren auf dem Pannenstreifen erwischt, wird es noch teurer. Ebenfalls bestraft wird, wer eine Busspur befährt. Bei übersetzter Geschwindigkeit drohen höhere Bussen und sogar ein Ausweisentzug. 

Rechts überholen

Wie für Autofahrer gilt auch für Motorradlenker: Es ist grundsätzlich verboten, rechts zu überholen. Sünder, die auf Strassen mit mehreren Fahrstreifen rechts überholen, werden mit einer Geldbusse bestraft.

Tempo

Die Strasse ist keine Rennstrecke – auch Motorradfahrer müssen sich an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, ansonsten wird es rasch teuer. Wer innerorts lediglich mit 1 bis 5 km/h zu schnell unterwegs ist, wird bereits zur Kasse gebeten. Ab einer Geschwindigkeitsübertretung von 25 km/h folgt der sichere Ausweisentzug. 

Bei schwereren Verstössen kommen zusätzlich zur Busse noch Schreib- und Spruchgebühren hinzu.