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Prämien

Krankenkassenprämie belastet Haushalte wegen Corona 2021 massiv

von Felix Schneuwly

23.09.2020

Bild: iStock / Scharvik

Die Corona-Krise belastet wegen Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit viele Schweizer Haushalte. Bei einer Lohnreduktion von 20 bis 30 Prozent steigt die Prämienlast der Grundversicherung im ungünstigsten Fall auf bis zu 16 Prozent des Bruttoeinkommens an. Dabei wäre das Sparpotenzial gross: 2021 können rund 1 Million Versicherte über 40 Prozent bei den Prämien sparen.

  • Prämienlast steigt auf bis zu 16 Prozent des Bruttoeinkommens
  • 40 Prozent und mehr Prämienersparnis bei der Grundversicherung möglich
  • Maximalfranchise bei Corona gut überlegen

Wegen der Corona-bedingten Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit hat die Budgetbelastung für Millionen von Schweizerinnen und Schweizern nochmals deutlich zugenommen und das, obwohl 2021 die Grundversicherungsprämien im Schnitt nur um 0,5 Prozent steigen. Das zeigt die Comparis-Analyse.

Comparis untersuchte die Prämienbelastung für Erwachsene ohne Unfalldeckung mit dem am weitesten verbreiteten Hausarztmodell und der minimalen Franchise in Zürich, Bern, Bellinzona und Genf bei einem Median-Bruttolohn von 6538 Franken pro Monat. heisst: Die Hälfte der Erwerbstätigen verdient weniger und die Hälfte mehr.

Prämienlast steigt auf bis zu 16 Prozent des Bruttoeinkommens

Im Schnitt beträgt die Belastung durch die Grundversicherung in den Städten Zürich, Bern und Bellinzona 7 Prozent des Einkommens, in Genf 8 Prozent. Bei Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit steigt sie jeweils um 2 Prozentpunkte; in Zürich, Bern und Bellinzona von 7 auf 9 Prozent, in Genf von 8 auf 10 Prozent.

Voller LohnKurzarbeit (Lohneinbusse 20%)Arbeitslosigkeit (Lohneinbusse 30%)
Zürich7 %9%9%
Bern7 %9%9%
Bellinzona7 %9%9%
Genf8 %10%10%

Zudem ist der Preisunterschied zwischen dem jeweils günstigsten und teuersten Anbieter pro Region gross. Die folgende Tabelle zeigt die Jahresprämienkosten 2020.

Billigster AnbieterTeuerster AnbieterDurchschnittsprämienkosten
ZürichCHF 4610CHF 6211CHF 5252
BernCHF 4952CHF 8614CHF 5372
BellinzonaCHF 4849CHF 8624CHF 5272
GenfCHF 5383CHF 7985CHF 5933

Bei Kurzarbeit mit einer Lohneinbusse von 20 Prozent steigt die Einkommensbelastung beim teuersten Anbieter bei den Städten Bellinzona und Bern also von 11 auf 14 Prozent. Arbeitslose mit einem Einkommensverlust von 30 Prozent müssen gar plötzlich 16 Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien aufwenden.

40 Prozent und mehr Prämienersparnis bei der Grundversicherung möglich

Das muss aber nicht sein: Rund 1 Million erwachsene Versicherte könnten ihre Prämienlast 2021 um 40 Prozent und mehr reduzieren. Das zeigt die Comparis-Analyse der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigten Prämien. Das Sparpotenzial lässt sich realisieren durch einen Wechsel zu einer der fünf günstigsten Krankenkassen in der eigenen Prämienregion und / oder die Erhöhung der Franchise und / oder einen Modellwechsel bei der eigenen Kasse.

Bei Betrachtung der jeweils fünf Marktführer pro Prämienregion (rund 60 Prozent der Versicherten haben hier ihre Grundversicherungspolice abgeschlossen) ergibt sich ein maximal realisierbares Sparpotenzial von 55 Prozent bzw. 2553.60 Franken für 2021. Dieses Potenzial könnten 128 Standardversicherte CSS (ohne Unfall) im Kanton Obwalden mit einem Wechsel zum Hausarzt-Modell bei Kasse Helsana nutzen.

Personen mit Gesundheitsproblemen und voraussehbar hohen Behandlungskosten im nächsten Jahr werden ihre Franchise kaum erhöhen wollen. Doch auch über 114 000 Erwachsene mit der minimalen Franchise von 300 Franken könnten 2021 durch einen Wechsel der Versicherung (zu einer der fünf günstigsten Kassen) und / oder des Modells ein Sparpotenzial von 20 bis 30 Prozent realisieren.

Maximalfranchise bei Corona gut überlegen

Mit einer Maximalfranchise sparen Versicherte bis zu 1540 Franken Prämien pro Jahr. Gerade in einer Zeit steigender Corona-Infektionen fragen sich viele Versicherte, ob sich das Risiko lohnt.

Grundsätzlich lohnt sich die höchste Franchisenstufe von 2500 Franken auch für Personen mit leichten chronischen Krankheiten oder einer unerwarteten akuten Krankheit. Als Faustregel gilt: Die Maximalfranchise rechnet sich, wenn Sie maximal für 1840 Franken grundversicherungspflichtige Leistungen in einem Jahr beziehen.

Wichtig besonders für junge, gesunde, sprich unerfahrene Patienten ist: Die höchste Franchisestufe erfordert hohe finanzielle Rückstellungen. Bei einer ernsthaften Erkrankung müssen im schlimmsten Fall auf einen Schlag die Behandlungskosten von 2500 Franken zuzüglich der 700 Franken des maximalen Selbstbehaltes bezahlt werden können. Es sind also Ersparnisse von mindestens 3200 Franken nötig.


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Autor

Felix Schneuwly

Experte Krankenkassen & Gesundheit

media@comparis.ch

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