Prämien

Top-Prämiensenker 2020 sind teils über 16 Prozent teurer als günstigste Krankenversicherung

ANALYSE
| von Felix Schneuwly |
Bild: iStock / RgStudio

Diverse Versicherer senken 2020 die Prämien. Eine Comparis-Analyse zeigt allerdings: Die Prämien für die Grundversicherung bleiben trotzdem teils über 16 Prozent teurer als beim Preisführer in der gleichen Prämienregion.

Etliche Krankenkassen senken ihre Grundversicherungsprämien 2020. Doch Versicherte dieser Anbieter könnten ihre Prämienlast noch viel stärker senken.

Stärkste prozentuale Prämiensenkung bei Avenir in Zürich

In den Städten Basel, Bellinzona, Bern, Genf und Zürich haben die Spitzenreiter ihre Prämien zwischen 3 Prozent (Bellinzona) und 10,6 Prozent (Zürich) gesenkt. Die stärkste Prämiensenkung bekommen dabei die Telmedkunden der zur Groupe Mutuel gehörenden Avenir in Zürich mit einer Franchise von 2'500 Franken (10,6 Prozent). Am wenigsten erhalten in Bellinzona die Kunden von Groupe Mutuel im Hausarztmodell (Franchise 2'500 Franken) durch ihre Prämiensenkung: nämlich 3 Prozent. In Genf zahlen die Groupe-Mutuel-Hausarztversicherten und die deren Tochter Easy Sana (Franchise je 2'500 Franken) nächstes Jahr 5,1 Prozent tiefere Prämien. Die Basler Easy-Sana-Versicherten im Hausarzt- und Telmedmodell (Franchise 2'500 Franken) sparen 5,7 Prozent. Und die Philos-Hausarzt- Versicherten in Bern – ebenfalls mit einer Franchise von 2'500 Franken – werden nächstes Jahr 8,4 Prozent tiefere Prämien zahlen. 

Bis 680 Franken zusätzliches Sparpotenzial bei Preisführer

Trotz dieser Prämiensenkungen bezahlen diese Versicherten hohe Prämien. So bleiben die Prämien der Spitzenreiter noch immer bis 16,5 Prozent teurer als die Prämien des jeweils günstigsten Vergleichsangebots in der Region. Das betrifft die Philos-Hausarztversicherten (Franchise 2'500 Franken) in Zürich. Sie könnten mit einem Wechsel zum Vergleichsangebot von Assura 640 Franken sparen. Am meisten in absoluten Beträgen sparen könnten in Genf die Easy-Sana-Hausarztversicherten (2'500 Franken Franchise) mit einem Wechsel zu Assura; nämlich 680 Franken.

CSS und Helsana zählen nicht zu den Top-Prämiensenkern

Die beiden Krankenkassen CSS und Helsana haben schon im Vorfeld der offiziellen Prämienbekanntgabe durch den Bundesrat schlagzeilenstark Prämiensenkungsabsichten angekündigt. Ein Vergleich der jeweils fünf Kassen mit den stärksten Prämiensenkungen in Basel, Bellinzona, Bern, Genf und Zürich zeigt nun aber: Die beiden grossen Kassen gehören nirgends zu den Top-5-Prämiensenkern.

Sparpotenzial von 40 Prozent und mehr für über 1,2 Millionen Versicherte

Grundsätzlich könnten über 1,2 Millionen erwachsene Versicherte in der Schweiz auch im Prämien-Nullrundenjahr 2020 ihre Prämienlast um 40 Prozent und mehr reduzieren. Das Sparpotenzial lässt sich realisieren durch einen Wechsel zu einer der fünf günstigsten Krankenkassen in der eigenen Prämienregion und/oder der Erhöhung der Franchise und/oder einem Modellwechsel bei der eigenen Kasse.

Bei Betrachtung der jeweils 5 Marktführer pro Prämienregion (rund 60 Prozent der Versicherten haben hier ihre Grundversicherungspolice abgeschlossen) ergibt sich ein maximal realisierbares Sparpotenzial von 56 Prozent bzw. 3’147.60 Franken für 2020. Dieses Potenzial könnten 1'669 Standardversicherte bei Easy Sana im Wallis (BAG Region VS2) mit einem Wechsel zum Telmed-Modell bei Atupri nutzen.

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