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Krankheit oder Unfall im Ausland: die 3 wichtigsten Fragen für Reisende

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Für den Fall, dass in den Ferien etwas passiert, sollte man richtig versichert sein.

Wer während seiner Ferien im Ausland erkrankt oder verunfallt und einen Arzt  konsultieren muss, sollte punkto Versicherung einiges beachten. Antworten auf die drei wichtigsten Fragen rund um Krankheit und Unfall im Ausland gibt comparis.ch.

Es sollte die schönste Zeit des Jahres werden – doch dann verbringt man diese wenigen Wochen krank im Hotelbett oder schlimmstenfalls gar im Spital. Damit die Behandlung Besserung und im Nachhinein nicht noch Ärger mit der Krankenversicherung bringt, sollten Ferienreisende einiges beachten.

Wann zahlt die Grundversicherung bei Krankheit im Ausland?

Die Krankenkasse bezahlt im Rahmen der obligatorischen Grundversicherung nur im Falle eines medizinischen Notfalls. Ein solcher liegt gemäss Krankenversicherungsverordnung vor, „wenn Versicherte bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt einer medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die Schweiz nicht angemessen ist“.

Ob ein Krankheitsfall unter diese Definition fällt, ist schwierig zu beurteilen. Darum sollte man unbedingt zuerst die eigene Kasse kontaktieren und sich erkundigen. Zudem ist empfehlenswert, die Versichertenkarte auch in den Ferien mit sich herumzutragen. Im Abkommen über die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und den EU-/EFTA-Staaten ist auch die „internationale Leistungsaushilfe“ geregelt. Das bedeutet insbesondere für Spitalaufenthalte, dass die Rechnung des ausländischen Spitals an die Stiftung „Gemeinsame Einrichtung KVG“ geht. Diese Stiftung wickelt dann den Fall mit der hiesigen Krankenkasse ab. Das ausländische Spital verlangt den Selbstbehalt in bar, via Kreditkarte oder schickt dem Patienten eine Rechnung.

Wie viel zahlt die Krankenkasse?

Wird man auf einer Auslandsreise krank, zahlt die obligatorische Krankenkasse maximal das Doppelte der Kosten, die in der Schweiz für die gleiche Behandlung anfallen würden. Kostenbeteiligungen, die bei medizinischen Behandlungen in einem EU- oder EFTA-Land anfallen, müssen die hiesigen Krankenversicherer gemäss Bundesgerichtsurteil vom 14. Oktober 2015 nicht mehr übernehmen. Das bedeutet für die Schweizer Versicherten: Je nach EU- bzw. EFTA-Land kann die Kostenbeteiligung höher oder tiefer als in der Schweiz (Franchise 300 bis 2‘500 Franken plus Selbstbehalt von 10 Prozent der Leistungen über der Franchise bis max. 700 Franken pro Jahr) sein. Die Kostenbeteiligung an bereits bezogenen Leistungen in der Schweiz wird nicht angerechnet.

Zusatzversicherung kann sich lohnen

Für Reisen in Länder mit hohen Gesundheitskosten, beispielsweise Australien, Japan, Kanada oder die USA, lohnt es sich, den Abschluss einer Zusatzversicherung zu prüfen.

Der Rücktransport (Repatriierung) in die Schweiz ist in der Regel nicht durch die Grundversicherung gedeckt. Bei Rettungstransporten ins nächste Spital im Ausland zahlt die Grundversicherung nur 50 Prozent der Kosten, maximal aber 500 Franken pro Jahr.

Gute Zusatzversicherungen übernehmen die volle Deckung bei Repatriierungen. Zudem bezahlen sie bei Notfall- und Verlegungstransporten einen höheren Anteil als die Grundversicherung. Ebenfalls sind Such- und Bergungsaktionen bis zu einem gewissen Betrag in der Regel eingeschlossen.

Unser Tipp: Bei Bedarf eine geeignete Zusatzversicherung oder separate Ferien- und Reiseversicherung abschliessen.

Wer zahlt bei einem Unfall im Ausland?

Im Falle eines Unfalls deckt die Unfallversicherung die entstandenen Kosten. Die Unfalldeckung ist in der Schweiz obligatorisch. Wer mehr als acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber angestellt ist, ist durch diesen versichert.