Krankenkassen

Fitnesstracker: Belohnung durch Krankenkassen?

ANALYSE
| von Felix Schneuwly |
Bild: iStock / AndreyPopov

Fitnesstracker sind inzwischen weit verbreitet. Doch nicht nur sie sammeln unsere Daten. Smartphones tracken standardmässig die Bewegungen der Nutzer. Automatisch werden diese Gesundheitsdaten lokal auf dem Gerät gespeichert. Belohnen Krankenkassen das Nutzen von Fitnesstrackern & Co.? Würden Nutzer Ihre Daten gegen Rabatte an Versicherungen weitergeben? Comparis hat nachgefragt. 

Wie unterstützen Krankenkassen Fitnesstracker? Und für wie viel Geld geben Nutzer ihre Daten weiter? 

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Was bringt mir ein Fitnesstracker? 

Ein Fitnesstracker kann dabei helfen, einen gesunden Lebensstil zu finden oder zu erhalten. Er unterstützt bei körperlichen Aktivitäten und motiviert dazu, eigene Ziele einzuhalten. Doch neben den rein gesundheitlichen Vorteilen kann Ihnen der Fitnesstracker auch tiefere Prämien bescheren. Dies ist dann der Fall, wenn Ihre Krankenkasse das Nutzen von solchen Fitnessbändern und -apps unterstützt und belohnt. 

Welche Krankenkassen belohnen das Nutzen von Fitnesstrackern?

Folgend finden Sie eine Übersicht der Krankenkassen, die Belohnungen für Fitnesstracker proaktiv anbieten: 

CSS Helsana Swica Sanitas Visana
Produkt
CSS MyStep
Helsana+
Swica Benevita
Sanitas Active-App
myPoints (in Visana-App)
Aktivitätenmessung
Schritte
Schritte, Pulshöhe, Kalorienverbrauch
Fragebogen zur Gesundheit
Schritte, Velofahren, Schwimmen
Schritte, Aktivitäten via Health-Apps synchronisieren
Grenzwerte zur Entschädigung
- 7'500 Schritte
- 10'000 Schritte
10'000 Schritte oder
durchschnittlicher Puls von 110 während 30 min oder
150 verbrannte Kalorien in 30 min
- COMPLETA TOP - 0 Punkte: 0%
- 1- 200 Punkte: 5%

- HOSPITA - 0 Punkte: 0%
- 1 - 79 Punkte: 5%
- 80 - 159 Punkte: 10%
- 160 - 200 Punkte: 15%
Erreichen des Tagesziels
(basierend auf Ihrem Bewegungsverhalten)
5'000 Schritte oder 200 verbrannte Kalorien 
Maximale Entschädigung pro Jahr
CHF 146
unbekannt
- CompletaTop - 5% Rabatt
- Hospita - 15% Rabatt
unbekannt
Bis zu CHF 120 im Jahr 

Wie weiss ich, ob ich für eine Zusatzversicherung mit Fitnesstracker geeignet bin? 

Die Prämienverbilligungen dank Fitnesstrackern laufen bei den Krankenkassen über eine Zusatzversicherung. Doch wie wissen Sie, ob Sie für eine Zusatzversicherung akzeptiert werden?  Eine Ablehnung der Zusatzversicherung kann sich nämlich negativ auf zukünftige Anträge auswirken. Comparis hat zu diesem Zweck einen Schnelltest für Sie entwickelt. Beantworten Sie einige kurze Fragen und in Kürze wissen Sie, ob Sie für eine Zusatzversicherung angenommen werden.

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Wenn Sie bereits sicher sind, dass Sie für eine Zusatzversicherung geeignet sind oder den Test gemacht haben, können Sie bei uns direkt einen Vergleich starten. So finden Sie das für Sie beste Angebot.

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Wer gibt seine Gesundheitsdaten weiter?

Mobile Geräte zeichnen Daten über Bewegung, Ernährung, Sport, Schlaf etc. auf. Gemäss einer repräsentativen Comparis-Umfrage liefern bereits 9 Prozent der Befragten solche Daten an ihre Versicherung weiter.

Grundsätzlich steht gut ein Drittel der Befragten einer Nutzung der Gesundheitsdaten durch die Versicherungen offen gegenüber; solange die Datenlieferung freiwillig ist. Das gilt vor allem für die jüngeren Generationen mit einer Befürwortung von 42 Prozent der unter 30-Jährigen (36 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 27 Prozent der 50- bis 65-Jährigen).

Ein Viertel der Befragten findet zudem die Datennutzung durch die Versicherung mit einer Belohnung als Gegenleistung in Ordnung. Hier fällt ebenfalls bei den Jungen mit einer Nennung von 32 Prozent die Zustimmung am grössten aus (gegenüber 28 Prozent der bis 49-Jährigen und 16 Prozent der Generation 50+).

Was für eine Belohnung braucht es?

5 Prozent der Befragten würde bereits eine monatliche Belohnung von 5 Franken genügen. Weitere 12 Prozent würden mindestens 10 Franken für die Datenlieferung haben wollen. 19 Prozent würden ab 20 Franken ihre Daten preisgeben. Bei einer monatlichen Belohnung ab 50 Franken wären weitere 34 Prozent bereit, ihre Daten nutzbar zu machen.

Konsequent hart zeigen sich die 50- bis 65-Jährigen: Hier verweigern 46 Prozent eine Datenweitergabe. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es nur mehr 25 Prozent und bei den unter 30-Jährigen 17 Prozent.

Zwei Drittel stören sich nicht an der automatischen Aufzeichnung

Fast zwei Drittel der Befragten stören sich grundsätzlich nicht an der automatischen Aufzeichnung ihrer Bewegungsdaten und tracken sie bewusst. 13 Prozent davon haben sich noch weitere Apps für das Messen von Gesundheits- und Fitnessdaten auf dem Smartphone heruntergeladen. Und 15 Prozent davon geben an, zusätzlich zum Smartphone auch einen Fitness-Tracker oder eine Smartwatch mit den entsprechenden Funktionen zu besitzen.