Gesundheit & Prävention

Zeckenimpfung in der Schweiz: Die wichtigsten Infos zu Kosten, Krankenkasse & Co.

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Der beste Schutz gegen Zecken ist geschlossene, bedeckende, helle Kleidung und Zeckenschutzmittel (Repellent). Bild: iStock / Kerrick

Die Wahrscheinlichkeit, in Folge eines Zeckenbisses an einer Infektion zu erkranken, ist hoch: Laut TCS trifft es ungefähr jede zwanzigste Person.

Comparis beantwortet Ihnen deshalb die wichtigsten Fragen über Zeckenimpfung und Krankenkasse, Zeckenbiss, die Übertragung von Infektionen auf den Menschen, Erste-Hilfe-Massnahmen und mehr.

  • Wann beginnt die Zeckensaison?
  • Wo sind die Zecken-Risikogebiete in der Schweiz?
  • Welche Krankheiten werden durch eine Zecke übertragen?
  • Welche Symptome treten nach einem Zeckenbiss auf?
  • Zeckenimpfung: die wichtigsten Fragen und Antworten
  • Wie werden FSME und Borreliose behandelt?
  • Zeckenarten: Welche Zecken gibt es?
  • Zeckenschutz: Wie kann ich mich vor einem Zeckenbiss schützen?
  • Zecke entfernen: Wie funktioniert es?
  • Wann beginnt die Zeckensaison?

    In der Regel hält die Zeckensaison von Februar bis Oktober an. Steigen die Temperaturen über 8 Grad Celsius an, erwachen die Parasiten aus der Winterstarre. Die Zeckensaison beginnt – und damit auch die Gefahr für den Menschen.

    Zecken springen Menschen weder an, noch lassen sie sich von Bäumen fallen. Vielmehr lauern die winzigen Blutsauger auf Sträuchern und Gräsern auf ihre Opfer. Im richtigen Moment heften sie sich an ein vorbeistreifendes Lebewesen, um zuzustechen. Der Angriff erfolgt unauffällig und meist schmerzlos – ein kleiner Stich, der fatale Folgen haben kann.

    Wo sind die Zecken-Risikogebiete in der Schweiz?

    Zecken kommen in der ganzen Schweiz bis zu einer Höhe von ca. 2’000 Metern über Meer vor. Allerdings sind bisher keine Gebiete mit FSME-Viren infizierten Zecken oberhalb von 1’000 Metern über Meer bekannt. Wo sich die Risikogebiete für Borreliose befinden und für welche Gebiete die FSME-Impfempfehlung gilt, zeigt die interaktive Karte der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

    Welche Krankheiten werden durch eine Zecke übertragen?

    Mit Viren und Bakterien infizierte Zecken geben den Erreger in die Haut des Menschen weiter. Auf diese Weise werden zwei gefährliche Krankheiten übertragen:

    • Borreliose (Lyme-Krankheit)
    • Zeckenenzephalitis bzw. das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME), kann zur Hirnhautentzündung führen

    Je nach Region tragen fünf bis 30 Prozent (manchmal sogar bis zu 50 Prozent) der Zecken das Borreliose-Bakterium in sich. Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 10'000 Personen an Borreliose, der Lyme-Krankheit. Rund ein Prozent der Zecken sind Träger des FSME-Virus.

    Welche Symptome treten nach einem Zeckenbiss auf?

    Werden Borreliose oder FSME übertragen, können folgende Symptome auftreten: 

    Borreliose: Welche Symptome können auftreten?

    Neben einer örtlichen Entzündung der Haut – der Wanderröte – können auch das Nervensystem, der Bewegungsapparat und das Herz betroffen sein. Falls die Krankheit nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt wird, können sogar lebenslange Schädigungen, wie z.B. Arthrosen, Hautatrophien oder Persönlichkeitsveränderungen zurückbleiben.

    Borreliose wird durch einen Zeckenbiss auf den Menschen übertragen.

    Die Wanderröte: Rund um die Stelle des Zeckenbisses bildet sich ein roter Ring. Bild: iStock / anakopa

    Manche Zecken sind ausserdem Träger des Zeckenenzephalitisvirus, welches FSME verursachen kann.

    FSME: Welche Symptome können auftreten?

    Ein bis zwei Wochen nach dem Stich können grippeartige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden auftreten. In ca. einem von zehn Fällen kommt es zu einer Hirnhaut- oder Hirnentzündung, welche zu starken Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations-, Sprech- oder Gehstörungen führen kann. In seltenen Fällen kommt es zu Lähmungserscheinungen der Arme und Beine oder sogar zum Tod.

    Zeckenimpfung: die wichtigsten Fragen und Antworten

    Eine Borreliose-Impfung gibt es nicht. Gegen FSME existiert hingegen eine wirksame Impfung, die in drei Gaben verabreicht wird.

    Ab wann ist der FSME-Impfschutz wirksam?

    Die ersten beiden Impfungen gegen FSME werden innerhalb eines Monats verabreicht. Nach der zweiten Impfung besteht bereits ein zeitlich begrenzter Schutz. Die dritte Impfung erfolgt fünf bis zwölf Monate nach der zweiten und gewährt einen Langzeitschutz gegen FSME von rund zehn Jahren. Danach sollte die Impfung aufgefrischt werden.

    Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

    Alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Jahren, die in einem Gebiet mit FSME-Impfempfehlung wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten, sollten sich gegen FSME impfen lassen.

    Wann wird von einer FSME-Impfung abgeraten?

    Der Impfstoff für FSME wird auf der Basis von Hühnerzellen hergestellt. Deshalb sollte der Arzt Personen mit Hühnereiweissallergie darauf aufmerksam machen. Laut dem Robert-Koch-Institut ist die Impfung jedoch auch bei einer Allergie gefahrlos. Liegt allerdings eine schwere Hühnereiweissallergie vor, sollte die Impfung unter Schutzmassnahmen und anschliessender Beobachtung durchgeführt werden.

    Zahlt die Krankenkasse die FSME-Impfungen?

    Die Kosten für FSME-Impfungen werden für Erwachsene und Kinder abzüglich Franchise und Selbstbehalt ab einem Alter von sechs Jahren übernommen – vorausgesetzt, sie wohnen in einem Gebiet mit FSME-Impfempfehlung. Hält man sich aus beruflichen Gründen in Zeckengebieten auf, übernimmt der Arbeitgeber die Kosten.

    Wie werden Borreliose und FSME behandelt?

    Borreliose: die Behandlung

    Borreliose ist meist schwer zu diagnostizieren. Es können völlig unterschiedliche Symptome teilweise erst Jahre nach der Infektion auftauchen. Wird diese jedoch frühzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika gut behandelt werden. Wie lang eine Behandlung mit Antibiotika nötig ist und wie hoch dosiert wird, ist vom Stadium der Erkrankung abhängig.

    FSME: die Behandlung

    FSME kann nur schwer behandelt werden. Die Therapie wird eingesetzt, um den Körper vor dem Erreger zu schützen, Beschwerden zu lindern und Langzeitschäden zu vermeiden.

    Zeckenarten: Welche Zecken gibt es?

    Bekannte Zeckenarten sind der Gemeine Holzbock und die Auwaldzecke. Doch Wissenschaftler warnen vor einer weiteren Art, die nun auch in der Schweiz auftaucht: Die Ixodes inopinatus aus dem Mittelmeerraum. Ob auch diese Art das FSME-Virus übertragen kann, ist noch unklar. Zusätzlich muss geklärt werden, ob sie vielleicht sogar neue Krankheiten einführen könnte.

    Zeckenschutz: Wie kann ich mich vor einem Zeckenbiss schützen?

    Vor einem Zeckenbiss (eigentlich korrekterweise: Zeckenstich) schützt lange, geschlossene, am besten helle Kleidung, damit allfällige Zecken darauf gut sichtbar sind. Die Haut lässt sich mit speziellen Sprays oder Cremes schützen. Ausserdem sollte man das Unterholz meiden, da Zecken meist vom Gebüsch auf die Kleider oder die Haut abgestreift werden. Generell ist es ratsam, den Körper noch am gleichen Tag nach einem Aufenthalt im Wald nach Zecken abzusuchen.

    Zecke entfernen: Wie funktioniert es?

    Haben Sie trotz der Schutzmassnahmen eine Zecke an der Haut entdeckt, sollte diese möglichst schnell entfernt werden – entweder mit einer feinen, möglichst spitzen Pinzette durch einen kontinuierlichen Zug oder mit einer speziellen Zeckenkarte. Auf keinen Fall Öl, Nagellack, Alkohol oder Klebstoff verwenden, da diese die Übertragung von Erregern begünstigen können. Desinfizieren Sie unbedingt die Einstichstelle. Wenn einige Tage bis wenige Wochen nach einem Zeckenbiss Symptome auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Melden Sie den Zeckenbiss dann der Unfallversicherung – denn nach geltendem Recht zählt ein Biss als Unfall.