Zusammenleben

Grillparty auf dem Balkon – so bleibt der Nachbar friedlich

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Feiern mit Freunden, auf Balkon oder Terrasse, macht noch mehr Laune, wenn der Nachbar nicht stresst.

Je mehr die Temperaturen steigen, desto öfter glühen die Grillkohlen auf Schweizer Terrassen und Balkonen. Es duftet nach eingelegtem Schweinesteak, fröhliches Gelächter schallt über das Geländer – bis der Nachbar mit erbostem Blick vor der Türe steht. Wie sich das vermeiden lässt, verraten unsere Tipps.

Was ist erlaubt, was nicht?

Der Mieterverband stellt eindeutig klar, dass Mieter auf dem Balkon oder der Terrasse feiern und grillieren dürfen. Die Einschränkung: Es sollte im Rahmen bleiben, was Lautstärke und Häufigkeit der Anlässe betrifft. Aus Rücksicht gegenüber den Nachbarn sollte man es also nicht übertreiben – nur: Wo ist die Grenze?

Tipps für Partys auf Balkon und Terrasse

Damit die Grill- nicht zur Streitsaison wird, sollte man ein paar Regeln beachten: 

  • Mieter im Haus über eine bevorstehende Balkonparty informieren und eventuell sogar auf ein Bier einladen.
  • Am besten einen Elektro-, Gas- oder rauchfreien Grill wie den Lotusgrill – verwenden. Letzteren gibt es inzwischen auch als XXL-Variante und mit Standfuss.
  • Wer den Holzkohlegrill benutzen möchte, vermeidet Rauchbildung dadurch, dass er keine Anzünder und nur wenig Kohle verwendet, kein behandeltes oder frisches Holz verbrennt sowie Fett oder Marinade nicht in die Glut tropfen lässt.
  • Wer nach 22 Uhr noch draussen sitzen mag, sollte seine Gespräche auf Tischlautstärke reduzieren oder die Feiergesellschaft nach drinnen verlegen.
  • Ein Blick in den Mietvertrag oder auf die angenagelten Hausregeln im Flur werfen, dort stehen zusätzliche Informationen, wenn beispielsweise Kindergeschrei nach 22 Uhr nicht mehr erlaubt ist. 

Was tun, wenn der Nachbar die Geduld überstrapaziert?

Was aber tun, wenn Sie sich rücksichtsvoll verhalten, aber der Nachbar keineswegs? Das Mietrecht hilft da auf den ersten Blick wenig weiter, weil der Ermessensspielraum gross ist. Dennoch: Jeder Mieter untersteht der Rücksichtspflicht und der Vermieter wiederum muss reagieren, wenn diese grob verletzt wird. Zunächst aber sollte man Vernunft und guten Willen walten lassen. Das bedeutet:

  • Nicht sofort und wegen Kleinigkeiten beschweren, lieber mal die Fenster schliessen.
  • Wird die Lärm- und Geruchsbelästigung zum Problem, das Gespräch mit den Nachbarn suchen und um Rücksicht bitten – dabei konkret benennen, was stört und sachlich bleiben.

Hilft alles Reden nicht: 

  • Vermieter hinzuziehen, gegebenenfalls auf dessen rechtliche Pflicht zum Einschreiten verweisen. Kommt auch er mit Reden nicht weiter, können die Massnahmen von der schriftlichen Abmahnung bis hin zur Kündigung reichen.

Soweit kommt es wegen ein paar fröhlicher Sommerabende aber selten, so dass Sie unter Beherzigung dieser Tipps sicher noch viele genussvolle Grillpartys schmeissen können.