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Wohnen und Umzug während Corona: Was muss ich darüber wissen?

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Bild: iStock / AntonioGuillem

Bald steht der nächste Zügeltermin an – aber kann der Umzug trotz Corona-Krise stattfinden. Arbeiten die Umzug- und Reinigungsunternehmen noch? Muss ich Miete zahlen, wenn ich doch noch nicht einziehen kann? Comparis beantwortet nachfolgend die wichtigsten Fragen rund um das Thema Umzug, Wohnen und Immobilien.

Dürfen Umzugs- und Reinigungsunternehmen noch arbeiten?

Umzugs- und Reinigungsunternehmen dürfen derzeit noch arbeiten. Umzüge können somit noch stattfinden. Es wird empfohlen, dass die bisherigen Mieter beim Umzug bzw. der Reinigung nicht anwesend sind.

Darf der Umzug zusammen mit Freunden durchgeführt werden?

Solange keine allgemeine Ausgangssperre gilt, dürfen vier Freunde Sie beim Zügeln unterstützen. Allerdings müssen die derzeit gültigen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) unbedingt eingehalten werden: Mindestabstand zwei Meter einhalten, Hände regelmässig gründlich waschen bzw. desinfizieren, wenn man sich die Hände nicht waschen kann, Übertragungsketten unterbrechen.

Was passiert wenn der Bund eine generelle Ausgangssperre verhängt?

Bei einer Ausgangssperre braucht es explizit eine Ausnahmebewilligung für den Umzug, sofern Umzüge nicht explizit von der Ausgangssperre ausgenommen sind. Bei Unklarheiten gibt die Polizei Auskunft.

Ist Zügeln überhaupt noch erlaubt?

Umzüge sind weiterhin zulässig. Dies hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 27.3.2020 entschieden. Er hält dabei jedoch fest, dass die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eingehalten werden müssen, also Hygienevorschriften und Social Distancing.

Ich bin Tonspezialist, arbeite als Freelancer und habe fast keine Aufträge mehr. Kann ich meine Miete etwas später bezahlen?

Der Bundesrat hat nun die Frist bei Wohn- und Geschäftsmieten von 30 auf 90 Tage verlängert. Da Sie von der behördlich angeordneten Veranstaltungsverbot betroffen sind, dürfen Sie von dieser Fristerstreckung Gebrauch machen. Die Fristverlängerung gilt für Mieten und Nebenkosten, die zwischen dem 13. März und dem 31. Mai 2020 fällig werden. Parallel wird auch die Frist zur Zahlung von Pachtzinsen von 60 auf 120 Tage erhöht, unter den gleichen Bedingungen.

Macht eine Wohnungsbesichtigung Sinn oder soll ich noch abwarten?

Der Bundesrat hat solche Tätigkeiten bislang nicht verboten. Es ist aber besser, man besichtigt die Wohnung per Video von zuhause aus. Sollte eine physische Wohnungsbesichtigung unumgänglich sein, sind die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zwingend einzuhalten.

Muss ich für die Miete bezahlen, auch wenn ich wegen der Corona-Krise noch nicht in die neue Wohnung einziehen kann?

Solche Fälle sind derzeit Gegenstand von Diskussionen in der Politik. So verlangt beispielsweise der Schweizer Mieterverband Zwangsräumungen zu sistieren. Es wird empfohlen, umgehend mit der bestehenden und neuen Verwaltung Kontakt aufzunehmen, um eine Übergangslösung auszuhandeln.

Was können Mieterinnen und Mieter tun, die gerade in Schwierigkeiten stecken?

In der Regel hilft reden. Gehen Sie auf die Vermieterschaft, und, wenn bekannt, auf die Mietparteien zu und handeln Sie eine Übergangslösung aus.

Was unternimmt die Politik?

Wenn der Bund eine generelle Ausgangssperre verhängt, gilt Notrecht. Der Schweizerische Mieterverband hat bereits eine entsprechende Forderung gestellt. Darin wird der Stillstand aller Fristen verlangt, von denen private oder Geschäfts-Mieterinnen und -Mieter negativ betroffen sein könnten.

Wenn ich meine Immobilie verkaufen möchte – wie muss ich jetzt vorgehen?

Grundsätzlich kann derzeit jede Aktivität stattfinden, solange die vom Bundesrat erlassenen Gesundheitsvorschriften eingehalten werden. Aktivitäten wie beispielsweise Publizieren von Inseraten, das Verfassen eines Exposés oder administrative Tätigkeiten lassen sich digital erledigen. Haus- und Wohnungsbesichtigung können nach wie vor physisch erfolgen – sofern die Gesundheitsvorschriften eingehalten werden. Eine Alternative wäre eine virtuelle Besichtigung per Video. Immobilien lassen sich auch in Corona-freien Zeiten nicht immer einfach verkaufen. Verkaufswillige Immobilienbesitzer sollten sich deshalb vorgängig informieren, damit der Immobilienverkauf zum Erfolg führt. Diverse Antworten auf mögliche Fragen und ein kostenloses eBook rund um den Immobilienverkauf zum Download gibt es hier.

Wenn ich eine Immobilie erwerben und vorher besichtigen möchte - wie läuft das jetzt ab?

Aktuell fällt die Besichtigung einer Immobilie unter keine der Regelungen, mit denen der Bundesrat die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen will. Bei einer Besichtigung muss zwingend die Abstandsregel von mindestens zwei Metern eingehalten werden: Es gibt indes bereits erste Makler, die keine persönlichen Besichtigungen mehr durchführen oder das Objekt per Videotelefonie zeigen.

Kann es zu Bauverzögerungen kommen?

Die aktuellen Massnahmen des Bundesrats verlangen vom Baugewerbe, die Anzahl der anwesenden Personen auf Baustellen oder in Betrieben zu limitieren sowie die Organisation anzupassen. Es ist zudem verpflichtet, Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen in Pausenräumen und Kantinen zu verhindern. Die zwei Meter Abstand sind ebenfalls einzuhalten. Unter diesen Bedingungen sind Bauverzögerungen nicht vermeidbar.

Haben Sie weitere Fragen rund um das Thema Corona? Hier finden Sie weitere Fragen und Antworten zu Krankenkasse, Arbeitsbedingungen, Vorsorge und Reisen. Des Weiteren finden Sie hier ebenfalls mehr zum Thema Privatkredite, Lohnfortzahlung und Hypotheken, sowie Fragen betreffend KMU.