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Referenzzins Libor: Nachfolger gesucht

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Der Saron wird als Nachfolger des Libor ins Spiel gebracht. Bild: iStock/jcrosemann

Der wichtigste Referenzzinssatz in der Schweiz ist der Libor. Doch dessen Meldepflicht läuft nur noch bis Ende 2021. Deshalb muss an den Finanzmärkten ein neuer Referenzzins etabliert werden. Beste Chancen hat dabei in der Schweiz der Saron.

Der Libor ist die wichtigste Grundlage für Zinssätze in der Schweiz. Hinter dem Begriff steht das Akronym «London InterBank Offered Rate». Er beschreibt den Zinssatz, zu welchem sich Banken gegenseitig Kredite gewähren, und gilt als Referenzzinssatz. Für Privatpersonen ist er von hoher Bedeutung, weil er Basiszins für viele Bankprodukte ist: namentlich für Hypotheken, aber auch für die Verzinsung von Sparkonten und Krediten.

Manipulationen schadeten dem Libor

In den letzten Jahren ist der Libor aufgrund von Manipulationen in Verruf geraten. So kam heraus, dass verschiedene Banken zu hohe Zinssätze angaben. Deshalb hat die britische Finanzmarktaufsicht kommuniziert, dem Libor per Ende 2021 die Unterstützung zu entziehen. Dieser Entscheid hat weitreichende Folgen. Denn durch die fehlende Unterstützung der Briten verliert der Referenzzinssatz an Bedeutung. Daher ist auch der Schweizer Finanzmarkt auf der Suche nach einer neuen Referenzgrösse ab 2022.

Saron als Alternative?

Eine mögliche Alternative zum Libor ist der Saron. Dieser Ansicht ist auch eine nationale Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bund und Banken, die aktiv nach einem Nachfolger gesucht hat. Der «Swiss Average Rate Overnight» bezieht sich auf besicherte Kredite mit einer Laufzeit über Nacht bis zu zwölf Monaten. Er basiert auf Marktpreisen, die über die Handelsplattform SIX Repo geteilt werden.

Ab 2022 soll der Saron als Referenzzins dienen. Damit wird er beispielsweise zur Grundlage für die Berechnung der bisherigen Libor-Hypothek. Jedoch ist eine Umstellung auf einen neuen Referenzzinssatz komplex. Denn alle Marktteilnehmer müssten sich verständigen und gut auf den Wechsel hinarbeiten. Dieser Prozess kann durch die Schweizerische Nationalbank lediglich begleitet werden. Zudem ist nicht klar, wie sich der Saron im Vergleich zum Libor entwickeln wird. Experten gehen heute jedoch davon aus, dass sich für Hypotheken-Kunden mit der Umstellung nicht viel ändern wird.

 

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