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Referenzzins Libor: Saron wird sein Nachfolger

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Libor wird zu Saron: Was heisst das für Hypothekarnehmer? Bild: iStock/jcrosemann

Die Tage des Libor sind gezählt. An seine Stelle tritt der Saron. Weshalb kam es zu dieser weitreichenden Änderungen, wofür stehen diese Sätze überhaupt, und was bedeutet die Umstellung für Hypothekarnehmer? Auf diese Fragen liefert Comparis Antworten.

Der Libor ist die wichtigste Grundlage für Zinssätze in der Schweiz. Ausgeschrieben bedeutet Libor «London InterBank Offered Rate». Er beschreibt den Zinssatz, zu welchem sich Banken gegenseitig Kredite für eine Laufzeit von einem Monat oder mehr gewähren. Für Privatpersonen ist er von hoher Bedeutung, weil er auch den Preis der Geldmarkt-Hypothek, auch Libor-Hypothek genannt, bestimmt. 

Weshalb wird der Libor abgeschafft?

Der Libor ist aufgrund von Manipulationen in Verruf geraten. So kam heraus, dass verschiedene Banken zu hohe Zinssätze verlangten. Die britische Finanzmarktaufsicht will deshalb dem Libor per Ende 2021 den Stecker ziehen. Dieser Entscheid hat weitreichende Folgen. Die fehlende Unterstützung der Briten schmälert die Bedeutung des Libor weltweit massiv. Der Schweizer Finanzmarkt hat sich deshalb auf die Suche nach einer valablen Alternative begeben.

Was ist der Saron? 

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Franken (NAG) mit der Suche eines Libor-Ersatzes beauftragt. Sie hat den Kreditinstituten bereits Ende 2018 empfohlen, den Saron als neuen Referenzzins anzuwenden. Saron steht für «Swiss Average Rate Overnight». Der Saron ist der Zinssatz, zu dem die Banken und Versicherungen bei der SNB ihre überschüssige Liquidität anlegen oder kurzfristig Geld aufnehmen können. Der Saron ist im Unterschied zum Libor transparenter, weil er auf tatsächlich getätigten Transaktionen beruht. Er gilt auch als robuster als sein Vorgänger, da es sich um einen Zinssatz für Kredite mit unterlegten Sicherheiten handelt.

Wie wird der Saron berechnet?

Die Umstellung auf einen neuen Referenzzinssatz ist komplex. Der Saron ist im Unterschied zu Libor ein reiner Übernachtzins. Für Geldmarkthypotheken sind jedoch längerfristige Sätze wie bespielsweise ein, drei oder sechs Monate notwendig. Die NAG hat zu diesem Zweck den Compound Saron ausgearbeitet. Die Berechnung dieses längerfristigen Saron kann mittels sieben verschiedenen Varianten erfolgen. Den Banken steht es grundsätzlich frei, welche Variante sie bevorzugen. 

Wird die Geldmarkthypothek nun teurer?

Das lässt sich aus heutiger Warte nicht klar beantworten. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich für Hypotheken-Kunden mit der Umstellung nicht viel ändern wird. Das zeigt der Vergleich der Libor- mit der Saron-Zinskurve. Beide haben sich in den vergangenen Monaten in etwa gleich entwickelt. Der Saron gilt aufgrund der unterlegten Sicherheiten als weniger krisenanfällig als der Libor. In turbulenten Finanzmärkten könnte dies künftigen Saron-Hypothekarschuldnern zum Vorteil gereichen. 

Welche Hypothek ist die beste?

Die Hypothek muss passen wie ein Massanzug. Hypothekarnehmer sollten daher nicht einzig und allein auf den Preis achten. Die aktuelle und voraussichtliche Lebenssituation muss ebenso in die Wahl der Hypothek miteinfliessen. Mehr dazu hier

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