Hausrat & Haftpflicht

Wie kann ich mich vor einem Wohnungseinbruch schützen?

TIPPS
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock / tommaso79

Herbst- und Winterzeit ist Einbruch-Saison. Die Langfinger nutzen den Schutz der frühen Dämmerung und dringen ins traute Heim ein. Comparis zeigt, wie Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung selbst wirkungsvoll gegen Einbrüche schützen. 

Herbst und Winter: Hochsaison für Einbrecher

Mit der früher einsetzenden Dämmerung im Herbst beginnt die Einbruch-Saison. Nach der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit gegen Ende Oktober, registrieren die Schweizer Versicherer eine deutliche Zunahme an Einbrüchen. Mit den richtigen Massnahmen sind viele Einbrüche aber vermeidbar. Passiert dennoch ein Einbruch, kommt die Hausratversicherung für die Kosten auf. 

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Wie kann ich mich vor einem Einbruch schützen?

Türen abschliessen

Auch bei kurzen Abwesenheiten sollten Sie immer die Haustür abschliessen. Denken Sie auch daran, die Türen zum Sitzplatz abzuschliessen. 

Fenster schliessen

Gewiefte Einbrecher können gekippte Fenster leicht und ohne Gewaltanwendung öffnen. Schliessen Sie deshalb bei Abwesenheiten alle Fenster. Ein gekipptes Fenster gilt versicherungstechnisch als «offenes» Fenster. Dasselbe würde für ein angelehntes Fenster gelten. Der Einbrecher musste so nicht gewaltsam eindringen. Darum ist der Vorfall kein Einbruchdiebstahl, sondern ein einfacher Diebstahl. Das heisst: Nicht gesichertes Bargeld und andere Geldwerte wie Wertpapiere oder Edelmetalle sind nicht versichert. 

Nachbaren informieren

Ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Nachbaren ist besonders hilfreich. Informieren Sie sie über Ihre Abwesenheiten, damit sie ein wachsames Auge auf Ihre Bleibe haben. 

Briefkasten leeren lassen

Einbrecher halten bei ihrer Suche nach leerstehenden Wohnungen gezielt Ausschau nach überquellenden Briefkästen. Lassen Sie deshalb Ihren Briefkasten bei längerer Abwesenheit regelmässig von den Nachbaren leeren. Sie können die Postzustellung für den Zeitraum Ihrer Absenz auch unterbrechen lassen. 

Vorsicht beim Verstecken der Schlüssel

Diebe schauen gerne unter Fussmatten und Blumentöpfen oder in Briefkästen nach Schlüsseln. Vermeiden Sie das Verstecken von Schlüsseln und deponieren Sie sie stattdessen beim Nachbarn Ihres Vertrauens. 

Obacht bei Markierungen an Hauswänden, Briefkästen oder Haustüren

Mittels sogenannter Gaunerzinken kommunizieren Kriminelle untereinander. Es handelt sich hierbei um eine Reihe einfacher Symbole. Ein X bedeutet beispielsweise, dass es hier "etwas zu holen gibt". Bemerken Sie Markierungen an Hauswänden, -türen oder Briefkästen, fotografieren sie diese und melden Sie sich bei der Polizei. Anschliessend sollten Sie die Markierung entfernen. 

Polizei rechtzeitig rufen

Wer Verdächtiges beobachtet oder Einbrecher in flagranti erwischt, sollte so schnell wie möglich per Notruf 117 die Polizei alarmieren. «Lieber einmal zu früh als zu spät», rät der «Polizeiliche Sicherheitsratgeber». Ganz wichtig: Nicht den Held spielen und eingreifen. Räumen Sie auch den Tatort nicht auf.

Aktivitäten schrecken ab

Der beste Einbruchschutz ist, wenn Sie daheimbleiben - auch wenn es nur den Anschein macht. Bei längeren Abwesenheiten eignen sich Zeitschaltuhren, intelligente Glühbirnen oder TV-Simulatoren. Viele Einbruchsversuche lassen sich schon frühzeitig mit Bewegungsmeldern im Hauseingang, an der Terrasse oder Garage vereiteln. Eine gute Lösung sind ausserdem Smart-Home-Sicherheitsausrüstungen, die man bequem per App steuern kann.

Schloss prüfen lassen

Ein handelsüblicher Schraubenzieher genügt einem Einbrecher, um ungesicherte Fenster und Türen zu öffnen. Prüfen Sie, ob Ihr Türschloss dem neuesten Stand der Technik entspricht. Zusätzliche Türsicherungen erschweren Einbrechern ihr Handwerk erheblich.

Abwesenheit nicht an die grosse Glocke hängen

Kriminelle nutzen die sozialen Medien, um Informationen über Ihren Präsenzzeiten zu erhaschen. Teilen Sie deshalb nicht auf Facebook & Co. mit, dass sie derzeit in den Ferien weilen. 

Wer kommt für den Schaden eines Einbruchs auf?

In der Regel kommt die Hausratversicherung für Schäden durch Einbrüche auf. Versicherungen unterscheiden verschiedene Diebstahlarten:

Einbruchdiebstahl

Schlägt der Einbrecher eine Scheibe ein oder knackt das Türschloss, um in die Wohnung zu gelangen, dann handelt es sich um einen Einbruchdiebstahl. Schäden dieser Art sind in der Basisdeckung der Hausratversicherung inbegriffen. Sie zahlt die gestohlenen und beschädigten Gegenstände zum Neuwert. Schmuck und Bargeld sind in der Regel nur bis zu einem bestimmten Betrag gedeckt.

Raub

Diebstähle, die unter Androhung oder Anwendung von Gewalt verübt werden, fallen unter den Begriff Raub. Diese sind in der Basisdeckung der Hausratversicherung inbegriffen.

Einfacher Diebstahl

Diese Diebstahlart wird auch «Entwendung» genannt. Sie beschreibt Diebstähle, die weder Einbruch noch Raub sind. Dem Täter stehen keine grösseren Hindernisse im Weg. Es wird zwischen  «einfacher Diebstahl zu Hause» und «einfacher Diebstahl auswärts» differenziert. 

  • «Einfacher Diebstahl zu Hause»
  • Der «einfache Diebstahl zu Hause» ist in der Basisdeckung der Hausratversicherung enthalten. Darunter fällt beispielsweise die Entwendung des Fahrrades aus der Garage. Es gelten jedoch Deckungseinschränkungen: Nicht gesichertes Bargeld und andere Geldwerte wie Wertpapiere oder Edelmetalle sind beispielsweise nicht versichert.

  • «Einfacher Diebstahl auswärts»
  • Schliessen Sie in Ihrer Hausratversicherung den Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» ein, sind Sie auch unterwegs gegen Diebstahl versichert. Verlorene oder verlegte Gegenstände werden in der Regel nicht ersetzt. Bargeld und andere Geldwerte sind ebenfalls nicht versichert. Für die Zusatzversicherung «einfacher Diebstahl auswärts» gilt eine separat festgelegte maximale Versicherungssumme. Diese liegt meist zwischen 2'000 und 5'000 Franken. 

Folgeschäden

Die Hausratversicherung zahlt ebenfalls die Folgeschäden eines Einbruches: kaputtes Türschloss, zerbrochenes Fenster und Ähnliches. Die maximale Entschädigung bei diesen Kosten ist meist separat festgelegt – prüfen Sie Ihren Vertrag.

Tipp: Passen Sie die Versicherungssumme in Ihrer Hausratversicherung zeitnah dem Wert Ihres Hausrats an. Erwerben Sie beispielsweise ein teures Fahrrad, ist es sinnvoll, die Deckungssumme im Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» zu erhöhen. So vermeiden Sie eine Unterdeckung.

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