Krankheiten & Symptome

Was muss ich bei einer Zahnspange beachten?

INFO
|
Bild: AmeliaFox

Ein perfektes Gebiss ist nicht selbstverständlich. Mit einer Zahnspange können Kiefer- und Zahnfehlstellungen korrigiert werden. Das müssen Sie dabei beachten.

Wann braucht es eine Zahnspange?

Der Einsatz von Zahnspangen hängt vom Schweregrad der Kiefer- und Zahnfehlstellungen ab. Bei einer durch die Fehlstellung bedingten Gefahr von Funktionsstörungen, wie z.B. Schwierigkeiten beim Kauen oder einer Beeinträchtigung der Gebissentwicklung, ist eine Therapie angezeigt. Eine leichte Fehlstellung muss nicht in jedem Fall korrigiert werden.

Zahnspangen werden jedoch häufig nicht aus medizinischen, sondern aus ästhetischen Gründen eingesetzt. 28 Prozent aller Schweizer haben einmal in ihrem Leben eine Zahnspange getragen. Das zeigt eine Studie des Bundesamts für Statistik. Bei den 15- bis 24-Jährigen ist es sogar mehr als jeder Zweite.

Es gibt weder nach unten noch nach oben eine Altersgrenze für Zahnspangen. Selbst bei Milchzähnen werden in Ausnahmefällen, z.B. bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder zum Offenhalten von Lücken, Zahnspangen eingesetzt.

Welche Arten von Zahnspangen gibt es?

Die feste Zahnspange wird mit Kunststoffkleber auf die Zähne geklebt und kann nicht abgenommen werden. Dabei werden auf die Zähne sogenannte Brackets gesetzt, die von Metallbändern und Drahtbögen gehalten werden. Die Brackets bestehen aus Metall oder aus Keramik.

Bei der Lingualtechnik werden die Brackets der festen Zahnspange nicht außen, sondern innen (auf der Zungenseite der Zähne) befestigt.

Die herausnehmbare Zahnspange wird individuell nach einem Abdruck angefertigt. Sie besteht aus einem Kunststoffteil und verschiedenen Metallklammern. Die Zahnspange muss nach einem bestimmten Schema mit einem kleinen Werkzeug selbst immer wieder nachjustiert werden.

Bei Invisalign werden zur Korrektur individuell gefertigte, unsichtbare Kunststoffschienen, sogenannte Aligner verwendet. Diese werden tagsüber und nachts getragen, sind aber abnehmbar und können sehr einfach gereinigt werden.

Was zahlt die Grundversicherung an die Zahnspange?

Im Allgemeinen sind zahnärztliche Behandlungen und Leistungen betreffend Dentalhygiene nicht über die Grundversicherung abgedeckt. Nur in folgenden Fällen übernimmt die Grundversicherung die Kosten:

  • Schwere Erkrankung des Kausystems
  • Zahnbehandlungen, die durch eine andere Krankheit erforderlich werden

Klären Sie ab, ob sich eine Zahnzusatzversicherung oder andere Zusatzversicherung lohnt.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach einem Kostenvoranschlag

  1. Klären Sie vorab die Kosten für einen Kostenvoranschlag ab
  2. Verlangen Sie Informationen zu den Kosten für:
    • das Einsetzen der Zahnspange
    • mögliche Folgetermine (z.B. Anpassung der Einstellung)
    • das Herausnehmen der Zahnspange
  3. Hinterfragen Sie den Kostenvoranschlag: Taxpunktwert, Diagnose und empfohlener Behandlungsplan
  4. Fragen Sie bei Unklarheiten nach oder holen Sie eine Zweitmeinung beziehungsweise einen weiteren Kostenvoranschlag ein
  5. Überprüfen Sie Ihr Budget. Einzelne Zahnarztpraxen bieten für die Finanzierung von teuren Eingriffen Kredite und/oder Ratenzahlungen an. Vergleichen Sie bei Bedarf Kreditanbierter und deren Zinsen.

Mögliche Probleme und Folgen von Kiefer- und Zahnfehlstellungen

  • Karies und Zahnfleischschwund (Parodontose) durch Engstände und verschachtelte Zähne
  • Magen- und Darmbeschwerden durch Probleme beim Abbeissen und Kauen
  • Schluckprobleme
  • Sprechstörung (z.B. Lispeln)
  • Atmungsprobleme (z.B. Behinderung der Atmung durch Rücklage des Unterkiefers)
  • Vermehrte Mundatmung und dadurch Schnarchen und Infektionsanfälligkeit
  • Konzentrationsprobleme durch anhaltende Schmerzen
  • Zunehmende Verschlechterung der Zahnstellung
  • Kopfschmerzen durch verspannte Kiefer- und Nackenmuskeln

Was sind die Risiken und Nebenwirkungen von Zahnspangen?

Nach dem Einbau oder auch nach dem Nachjustieren von festen Zahnspangen sind leichte Zahnschmerzen normal. Diese lassen normalerweise nach einigen Tagen nach. Ausserdem werden Lippen und Zunge durch die Fremdgegenstände im Mund irritiert und gereizt. Werden die Zähne nicht sorgfältig nach den Anweisungen des Kieferorthopäden gepflegt, ist das Risiko für Karies erhöht. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Entzündung, Wucherung oder Rückbildung des Zahnfleisches kommen. Beim Entfernen der Zahnspange ist eine Beschädigung des Zahnschmelzes möglich.

Tipps für eine erfolgreiche Zahnstellungskorrektur

  • Der Erfolg der Zahnspange hängt von Ihrer eigenen Mitarbeit ab
  • Eine sorgfältige und regelmässige Reinigung der Zähne ist sehr wichtig, da sich Speisereste schnell in der Zahnspange verfangen
  • Kontrolltermine sind wichtig, um frühzeitig Probleme zu erkennen und den Erfolg der Behandlung zu überprüfen
  • Bei Beschädigungen sollte die Zahnspange umgehend von Ihrem Zahnarzt repariert werden
  • Zur Erhaltung der Zahnstellung werden nach der Therapie von festen Zahnspangen sogenannte Retainer eingesetzt. Diese herausnehmbaren Retainer sollten so lange und oft wie möglich getragen werden, um den Behandlungserfolg möglichst lange zu erhalten.

Wie lange braucht man eine Zahnspange?

Die Behandlungsdauer mit Zahnspangen hängt vom Ausmass der Zahn- bzw. Kieferfehlstellung ab. Bei einfachen Korrekturen beträgt eine Behandlung im Durchschnitt 1 - 2 Jahre. Selbst nach jahrelanger Therapie dürfen Sie kein perfektes Gebiss erwarten. Die Zahnstellung passt sich nach der Therapie nochmals an.

Wer hilft mir beim Thema Zahnspange: Kieferorthopäde oder Zahnarzt?

Die Kieferorthopädie ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin und befasst sich mit der Vorbeugung und Behandlungen von Kiefer- und Zahnfehlstellungen. Auf dem Weg zu einem Kieferorthopäden müssen Zahnärzte eine vierjährige Fachausbildung machen. Suchen Sie also bei Fragen zu Zahnspangen einen spezialisierten Zahnarzt für Kieferorthopädie aus.

 

Hier Zahnarzt suchen