Krankheiten & Symptome

Welche Zahnspangen gibt es?

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Bild: terra24

Zahnspangen korrigieren und verschönern Kiefer- und Zahnstellungen. Je nach Problem kommen unterschiedliche Arten zum Einsatz.

Je nach Ausmass der Kiefer- und Zahnfehlstellung wird die Art der Zahnspange gewählt. Auf Basis einer zahnärztlichen Untersuchung erhalten Sie dazu einen Behandlungsvorschlag. Teilweise können Sie zwischen verschiedenen Varianten auswählen oder das Aussehen der Zahnspange (z.B. Farben und Materialien) mitbestimmen.

1. Aussenliegende festsitzende Zahnspange mit Brackets

Aussenliegende festsitzende Zahnspange mit Brackets 

Brackets sind kleine Plättchen aus Metall oder Keramik, die bei der aussenliegenden Zahnspange aussen am Zahn angebracht und mit Drähten und/oder teilweise auch Gummizügen verbunden werden. Durch den Zug auf die Brackets rücken die Zähne schrittweise in die gewünschte Position. Die Einstellung der Spannung bzw. Zugwirkung wird ungefähr in monatlichen Abständen angepasst.

Diese fest angebrachten Zahnspangen eignen sich besonders zur Korrektur von ausgeprägten Zahnfehlstellungen. Ausserdem sind sie gut kombinierbar mit Aussenspangen zur Behebung von zusätzlichen Kieferfehlstellungen.

Vorteile

  • Einsetzbar bei fast allen Zahnfehlstellungen
  • Feine Korrekturen möglich durch regelmässige Nachjustierungen
  • Genaue Vorhersage des Behandlungs-Ergebnisses
  • Keine Beeinträchtigung beim Kauen und Sprechen

Nachteile

  • Schmerzen nach dem Einbau und jeder Nachjustierung
  • Erschwerte Reinigung der Zähne
  • Aufwändigere Reinigung der Zahnspange
  • Zahnspange ist gut sichtbar (Brackets aus Keramik sind weniger gut sichtbar, aber auch teurer.)

Tragedauer im Durchschnitt: circa 12 bis 24 Monate

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Erwachsene

2. Innenliegende festsitzende Zahnspange mit Brackets (Lingualtechnik)

Zahnspange- Lingualtechnik mit Brackets 

Im Unterschied zu den herkömmlichen, aussenliegenden Zahnspangen werden bei der Lingualtechnik die Brackets und Drähte an der Innenseite der Zähne befestigt. Dadurch wird die Anpassung bzw. Nachjustierung der Drähte etwas aufwändiger.

Die Lingualtechnik wird eingesetzt, wenn eine ausgeprägte Zahnfehlstellung vorliegt und sich der Kunde ausdrücklich eine nicht sichtbare Zahnspange wünscht.

Vorteile

  • Die Zahnspange bleibt unauffällig
  • Einsetzbar auch bei grösserer Zahnfehlstellung
  • Feine Korrekturen möglich durch regelmässige Nachjustierungen
  • Genaue Vorhersage des Behandlungs-Ergebnisses

Nachteile

  • Schmerzen nach Einbau und jeder Nachjustierung
  • Höhere Kosten als bei der herkömmlichen Zahnspange
  • Reizung der Zunge
  • Erschwerte Reinigung der Zähne
  • Schwierigkeiten beim Sprechen möglich

Tragedauer im Durchschnitt: circa 12 bis 24 Monate (abhängig vom Grad der Fehlstellung)

Zielgruppe: Erwachsene, seltener auch Jugendliche

3. Invisalign - Die durchsichtige Zahnspange

Invisalign - durchsichtige Zahnspange  

Invisalign ist eine herausnehmbare und für das Umfeld kaum sichtbare Schiene. Anhand einer 3D-Computerplanung ermittelt der Zahnarzt die gewünschte Zahnstellung und berechnet die Passformen der verschiedenen Schienen. Mit jeder Schiene rücken die Zähne Schritt für Schritt näher in die gewünschte Endposition. Eine Schiene wird circa während 2 Wochen getragen. Danach kommt die nächste Schiene an die Reihe.

Zum Essen und Zähneputzen werden die Schienen herausgenommen. Die Zähne sollten nach jeder Mahlzeit geputzt werden. So können sich keine Bakterien in der Schiene einnisten.

Invisalign findet zur Verbesserung von Zahn- nicht aber von Kieferstellungen Anwendung. Ausserdem eignet sich Invisalign nur für leichte Korrekturen.

Vorteile

  • Die Zahnspange ist kaum sichtbar
  • Kaum Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Kann beim Essen und Zähneputzen herausgenommen werden
  • Einfache Reinigung der Zahnspange

Nachteile

  • Nur bei kleineren Korrekturen geeignet
  • Erfolg hängt von stark der Mitarbeit ab: Sollte circa 22 Stunden pro Tag getragen werden.
  • Das Kauen von Kaugummi wird nicht empfohlen
  • Zahnspange kann verloren/vergessen gehen

Tragedauer im Durchschnitt: circa 6 bis 18 Monate

Zielgruppe: Erwachsene und Jugendliche

4. Herausnehmbare Zahnspange

Herausnehmbare Zahnspange 

Die lose bzw. herausnehmbare Zahnspange besteht normalerweise aus einer zusammengesetzten Kunststoffplatte mit kleinen Federn oder Schrauben und einem Draht. Die Zahnspangen werden individuell angefertigt.

Die Spange muss beim Schlafen und zusätzlich tagsüber während rund 6 Stunden getragen werden. Je nach Art der Spange gibt es Korrektur-Elemente, die vom Zahnarzt regelmässig angepasst werden.

Je nach Problem kommen unterschiedliche Arten von herausnehmbaren Zahnspangen zum Einsatz:

  • Reine Lückenhalter oder Platzhalter eignen sich für Kinder zur Beibehaltung der Zahnstellung bei Zahnverlust.
  • Aktive Platten dehnen den Kiefer und bewegen die Zähne in die gewünschte Richtung. Sie werden z.B.: als Vorschubplatten zur Verbesserung der Lage von Unter- und Oberkiefer eingesetzt. Sie eignen sich für Kinder und eingeschränkt auch für Erwachsene.
  • Aktivatoren wirken zusätzlich über die Beeinflussung der Gesichts-, Mund- und Kiefermuskulatur. Ober- und Unterkiefer beißen dabei in einen kompakten Kunststoffblock, an dem Drähte oder Metallbügel verankert sind. Sie eignen sich für Kinder zur Verbesserung der Lage von Unterkiefer und Bissqualität.
  • Bionatoren sind Zahnspangen, die ohne Drähte und Federn nur durch Kaudruck wirken. Sie eignen sich für Kinder zur Verbesserung der Bisshöhe und Bisslage.
  • Biognathoren wirken ähnlich wie Bionatoren, sind aber so gefertigt, dass sie beim Tragen und Sprechen kaum sichtbar sind. Sie eignen sich für Erwachsene zur Therapie von Knirschen, Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Vorteile

  • Die Spange kann beim Essen und Zähneputzen herausgenommen werden
  • Zähne werden selten beschädigt
  • Einfache Reinigung der Zahnspange

Nachteile

  • Schlucken und Sprechen möglicherweise erschwert
  • Erfolg hängt von der Mitarbeit ab: Sollte circa 16 Stunden pro Tag getragen werden
  • Pflegen und Putzen der losen Zahnspange
  • Zahnspange kann verloren/vergessen gehen

Tragedauer im Durchschnitt: hängt von der Fehlstellung und vom Therapieverlauf ab

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche, Erwachsene

5. Aussenspange

Aussenspange 

Die Aussenspange (auch Headgear oder Gesichtsbogen genannt) wird meist in Kombination mit einer festen Zahnspange eingesetzt und hilft, die Backenzähne nach hinten zu verschieben. Dadurch erhalten die anderen Zähne (z.B. Schneidezähne) mehr Platz für ihre Funktion. Die Aussenspange wird am Nacken und oder am Kopf befestigt und mit der Zahnspange im Mund verbunden. Die Aussenspangen müssen meist nur nachts getragen werden.

6. Alternative: Operative Korrektur

Bei ausgewachsenen Knochen und grossen Kieferfehlstellungen gerät der Einsatz von Zahnspangen an seine Grenzen. In solchen Fällen wird ein operativer Eingriff in Betracht gezogen. Bei chirurgischen Korrekturen am Kiefer werden Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen beigezogen.

7. Zahnspangen für Erwachsene

Auch Erwachsene leiden unter Zahnfehlstellungen und können zur Korrektur Zahnspangen tragen. Das erfordert neben Mut auch Geld und die notwendige Geduld. Zur Verbesserung des Erwachsenengebisses finden sowohl feste als auch herausnehmbare Zahnspangen Anwendung. Häufig werden nicht sichtbare Anfertigungen bevorzugt. Zur Planung sollte man sich von einem Zahnarzt beraten lassen.

 

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