Krankheiten & Symptome

Zahnfüllungen bei Karies und Zahnlöcher

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Bild: asbe

Zahnfüllungen werden technologisch ständig weiterentwickelt. Heute ist eine Vielzahl von Optionen zur Behandlung von Karies auf dem Markt. Diese Tipps helfen Ihnen bei der Wahl der richtigen Füllung.

Wann braucht es eine Zahnfüllung?

Wenn Sie Ihre Zähne gründlich putzen, regelmässig zur Kontrolle gehen und wenig Süssgetränke sowie zuckerhaltige Snacks konsumieren, sinkt das Risiko für eine benötigte Füllung um 40 Prozent. Doch trotz aller Vorsichtsmassnahmen kann es zu einem Kariesbefall der Zähne kommen.

Karies bzw. die Kariesbakterien fressen sich dann in den Zahn hinein und können sogar die Wurzeln und Knochen angreifen. In einem ersten Schritt entfernt der Zahnarzt die geschädigte Zahnstelle mit einem kleinen Bohrer oder bei kleinen Stellen auch mit einem Laser oder chemischen Verfahren. Die so entstandenen Löcher im Zahn werden mit einer Füllung wieder geschlossen. Zahnfüllungen braucht es unter anderem auch bei einem Zahnbruch oder übermässigem Abrieb der Zahnsubstanz.

Welche Zahnfüllungen gibt es?

Mittlerweile stehen Zahnärzten und Patienten eine Reihe unterschiedlicher Zahnfüllungen zur Verfügung. Die Arten an Zahnfüllungen unterscheiden sich anhand ihrer Haltbarkeit, Materialien und Ästhetik. Generell werden plastische Füllungen und Einlagefüllungen (Inlays) unterschieden. Bei den plastischen Füllungen wird das Material direkt in den Zahndefekt eingebracht und härtet dort aus. Einlagefüllungen werden im Dentallabor passgenau angefertigt. Welche Zahnfüllung wann empfohlen wird, hängt in erster Linie vom Ausmass und Ort der Karies ab.

1 Amalgam-Zahnfüllungen

Die Amalgamfüllung besteht aus verschiedenen Metallen wie Silber, Kupfer, Zinn und Quecksilber.

Vorteile: Amalgam lässt sich einfach formen, ist bissfest und gegenüber Bakterien abweisend. Die Haltbarkeit der kostengünstigen Füllung ist vergleichsweise gut.

Nachteile: Mit Quecksilber als Inhaltsstoff wird die Amalgamfüllung aus gesundheitlicher Perspektive nicht vollends unbedenklich eingestuft. Für Kinder, Stillende, Schwangere, Patienten mit Amalgam-Allergie und Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz darf Amalgam nicht verwendet werden. Bei der Anbringung muss Zahnhartsubstanz geopfert werden. Durch die Füllung können freiliegende Zahnhälse und Zahnfrakturen entstehen. Aus ästhetischen Gründen (silberne Farbe) sehen manche Personen von der Amalgam-Füllung ab. Allergische Reaktionen kommen vor.

Einsatzbereich: Backenzähne, Seitenzahnbereich

2 Kompositfüllung (Kunststofffüllung) 

Die Kompositfüllung besteht zu circa 20 Prozent aus Kunststoff und zu 80 Prozent aus Glas- und Quarzteilchen. Je nach Kariesschaden gibt es unterschiedliche Verfahren zur Anfertigung:

  • einfache Kompositfüllung - das weiche Komposit wird in einem Arbeitsschritt in den Zahndefekt eingebracht und mit Licht gehärtet
  • geschichtete Kompositfüllung - es werden in einer Sitzung mehrere Kompositschichten eingebracht, die einzeln mit Licht ausgehärtet werden
  • Mehrfarbentechnik - es werden in einer Sitzung mehrere verschiedenfarbige Kompositschichten eingebracht, um ein natürlich wirkendes Farbergebnis zu erhalten.

Vorteile: Die Kompositfüllung ist zahnfarben, sodass die Füllungen unauffällig sind.

Nachteile: Durch das Aushärten der Füllung entsteht ein kleiner Spalt, der Karies begünstigen kann. Die Kunststofffüllung ist vergleichsweise eher eine teurere Behandlung.

Einsatzbereich: Frontzahnbereich - wenn oberflächliche Behandlungen auch Seitenzahnbereich und Backenzähne. Das Material findet auch Anwendung beim Befestigen von Kronen und Wurzelstiften.

3 Zement-Zahnfüllung (Glasionomerzement) 

Die Zement-Zahnfüllung besteht aus einem weichen mineralischen Zement, der hell und matt aushärtet.

Vorteile: Optisch eine gute Alternative zur Amalgamfüllung. Die Anbringung der Zement-Zahnfüllung ist einfach und preisgünstig.

Nachteile: Bei der Anbringung muss Zahnhartsubstanz geopfert werden. Die Haltbarkeit ist beschränkt.

Einsatzbereich: Zur Befestigung von Zahnersatz, bei provisorischen Füllungen oder Milchzähnen.

4 Keramik-Zahnfüllung 

Keramik ist ein hochwertiges Material und hat eine vergleichsweise hohe Festigkeit und gute Haltbarkeit. Die Keramik-Zahnfüllung wird als Inlay entweder im Dentallabor oder direkt in der Zahnarztpraxis passgenau angefertigt und in den Defekt eingesetzt.

Vorteile: Die Füllung kann an die Zahnfarbe angepasst werden. Allergische Reaktionen sind bei der Keramik-Zahnfüllung vergleichsweise selten.

Nachteile: Sowohl die Herstellung als auch die Anfertigung sind eher aufwändig. Deshalb ist die Keramikfüllung vergleichsweise teuer. Wird die Füllung im Dentallabor angefertigt, sind mehrere Zahnarztbesuche notwendig.

Einsatzbereich: Seitenzähne (nicht Frontalzähne).

5 Gold-Inlay 

Gold-Inlays sind hochgoldhaltige Legierungen, die auch Metalle wie Silber, Kupfer, Platin, Palladium etc. beinhalten. Das im Voraus passgenau geschliffene Gold-Inlay wird mit Befestigungszement in den Zahn eingegliedert.

Vorteile: Das Gold-Inlay hat eine gute Festigkeit und Haltbarkeit. Die Füllung hat keinen negativen Einfluss auf die Abrasion. Allergische Reaktionen sind selten.

Nachteile: Eine gute Mundhygiene ist Voraussetzung für den Einsatz von Gold-Inlays. Die Anbringung ist aufwändig und teuer. Die Metallfarbe ist im sichtbaren Bereich ästhetisch nachteilig.

Einsatzbereich: Seitenzähne (vorzugsweise am Oberkiefer, da weniger gut sichtbar)

6 Goldhämmerfüllung 

Die Goldhämmerfüllung setzt sich aus mehreren Goldfolienschichten zusammen, die nacheinander in den Defekt eingeklopft werden.

Vorteile: Die Füllung überzeugt mit der Haltbarkeit und Hygiene. Allergische Reaktion sind eher selten.

Nachteile: Sowohl die Herstellung als auch die Anfertigung sind eher aufwändig. Deshalb ist die Goldhämmerfüllung vergleichsweise teuer. Die Füllung ist goldfarben und damit auffällig.

Einsatzbereich: Seitenzähne (nicht Frontalzähne), bei grosser Kaubelastung.

7 Zahnkronen 

Sind grössere Zahnanteile von Karies betroffen, werden auch Kronen eingesetzt. Bevor die Krone aus Gold, Keramik oder anderen Materialien auf den Zahn aufgesetzt wird, wird der Zahn zu einem Zylinder geschliffen. Somit ist die Krone eher eine Art Aufsatz als eine Füllung.

Vorteile: Die Krone kann in der gleichen Farbe wie die eigenen Zähne angefertigt werden. Auch bei grösseren Zahndefekten kann der Zahn erhalten bleiben.

Nachteile: Beim Abschleifen des Zahnes kann der Zahnnerv geschädigt werden. Wird die Krone nicht passend aufgesetzt, steigt die Gefahr für erneute Kariesbildung. Zum Austausch der Krone muss der Zahn erneut abgeschliffen werden.

Einsatzbereich: Eine Zahnkrone kommt zum Einsatz, wenn die beschädigte Zahnstelle so gross ist, dass eine Zahnfüllung nicht mehr ausreicht.

Risiken bei Zahnfüllungen

Allgemein sind die Risiken bei Zahnfüllungen als niedrig einzustufen. Dennoch kann es zu unerwünschten Nebeneffekten kommen.

Mögliche Folgen von Zahnfüllungen sind:

  • Schwellung des Zahnfleisches (sollte nach kurzer Zeit abklingen)
  • Schmerzen durch eine Irritation des Zahnnervs (sollten nach kurzer Zeit abklingen)
  • Zahnwurzelentzündung
  • Allergische Reaktionen (bei Amalgam- oder Komposit-Füllungen)
  • Freiliegender Zahnhals und Zahnfraktur (bei Amalgam-Füllungen)
  • Infektion und Abszess
  • Blutung
  • Verletzung von Muskeln, Knochen und Nerven
  • Schädigung der umliegenden Zähne
  • Verlust des behandelten Zahnes

 

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