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Autounfall im Ausland: Das sollten Sie beachten

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Nach einem Autounfall im Ausland sollte umgehend die Versicherung informiert werden. Bild: iStock.com / Chris Ryan

Sie fahren mit dem Auto oder dem Töff in die Ferien – und plötzlich knallt es. Autounfälle im Ausland sind besonders schwierig. Wir erklären Ihnen, was Sie zum Thema Versicherung und Schadensregulierung unbedingt wissen sollten.

Zunächst einmal gilt am Unfallort: Ruhe bewahren!

Polizei verständigen: ja oder nein?

Bei einem Unfall im Ausland ist es in der Regel ratsam, die Polizei anzurufen. Im Falle von Verletzten ist dies sogar ein Muss, ebenso wenn der andere Unfallbeteiligte sich nicht kooperativ verhält.

Europäisches Unfallprotokoll

Bei Sachschaden und keiner Streitigkeit bezüglich des Unfallhergangs reicht aber im Grunde auch statt eines Polizeirapports das Europäische Unfallprotokoll. Dieses muss von allen Unfallbeteiligten ausgefüllt und unterschrieben werden. Der Vorteil dieses Protokolls: Es ist international gleich aufgebaut und so auch bei sprachlichen Barrieren ausfüllbar. Schauen Sie, dass bei Reiseantritt ein solches Formular für alle Notfälle im Handschuhfach parat liegt. Kostenlos erhältlich ist es bei Ihrer Versicherung.

Sachverhalt festhalten

Auf alle Fälle sollte der Unfall sofort und möglichst detailliert festgehalten werden, und zwar anhand folgender Angaben:

  • Name und Anschrift des Unfallgegners und weiterer Beteiligter
  • Name und Anschrift von Zeugen
  • Name und Anschrift des Versicherers des Unfallgegners
  • Nummer der Grünen Karte und Versicherungspolice des anderen Unfallbeteiligten. Am besten fotografieren Sie beides mit Ihrem Smartphone.
  • Kontrollschild-Nummer
  • Weitere Angaben aus dem Fahrzeugausweis des Unfallgegners wie Fahrzeughalter, Chassis-Nummer etc. 
  • Genaue Bezeichnung des Unfallortes und Beschreibung des Hergangs
  • Falls die Polizei herbeigerufen wird, sollte man auch die Anschrift der zuständigen Polizeistelle und den Namen des Beamten notieren.

Wichtig: Sie sollten am Unfallort niemals die Haftung anerkennen. Ausserdem: Unterschreiben Sie niemals Dokumente in einer fremden Sprache, mit Ausnahme eben des Europäischen Unfallprotokolls - aber auch nur, wenn Sie dieses zugleich auch in deutscher Sprache vorliegen haben.

Versicherung informieren

Informieren Sie schnellstmöglich Ihre eigene Autoversicherung. Wenn eine Assistance-Versicherung oder Reiseversicherung vorhanden ist, sollte diese ebenso umgehend benachrichtigt werden, damit diese, sofern notwendig, den Fahrzeug- oder Personentransport regeln kann.

Nachfolgend finden Sie die Hotlines der einzelnen Versicherungsgesellschaften:

Wichtig: Sie sollten am Unfallort niemals die Haftung anerkennen. Ausserdem: Unterschreiben Sie niemals Dokumente in einer fremden Sprache, mit Ausnahme eben des Europäischen Unfallprotokolls - aber auch nur, wenn Sie aber dieses zugleich auch in deutscher Sprache vorliegen haben.

Bei eigenen Verletzungen sollte die Unfall-/Krankenversicherung benachrichtigt werden.

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten Sie diese ebenfalls informieren. 

Gut zu wissen: Die rechtliche Beurteilung des Unfalls erfolgt nach den Gesetzen des Unfalllandes. Bei einem Streitfall müssen Ansprüche dort vor Ort eingeklagt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abzuschliessen, die Ihre Rechte auch im Ausland wahrt.

Nationales Versicherungsbüro (NVB)

Bei Unklarheiten über Zuständigkeiten ist das Nationale Versicherungsbüro (NVB) eine geeignete Anlaufstelle.

Telefonisch erreichbar ist das NVB:

  • aus der Schweiz unter 0800 831 831.
  • aus dem Ausland unter +41 44 628 89 30

Dort erfahren Geschädigte, wer der Schadensregulierungsbeauftragte der ausländischen Versicherung in der Schweiz ist. An diesen Beauftragten können Sie sich direkt wenden. Dieser muss Ihnen gemäss des europäischen Besucherschutzabkommens innert drei Monaten ein Entschädigungsangebot machen oder bei Verzögerung diese begründen.

 

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