Recht & Gesetz

Reifendrucksensoren: Pflicht in der Schweiz

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Vorsicht: Zu wenig Reifendruck erhöht Spritverbrauch und Unfallgefahr. Bild: iStock / BartekSzewczyk

Der Gesetzgeber macht Druck: Seit dem 1. November 2014 müssen alle Neuwagen in der Schweiz mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein. Doch Sensor ist nicht gleich Sensor.

Ein ungenügender Reifendruck erhöht nicht nur den Spritverbrauch, sondern auch die Unfallgefahr. Aus diesem Grund drohte Autofahrern bereits in der Vergangenheit eine Verzeigung, wenn sie mit viel zu wenig Luft im Reifen unterwegs waren.

Reifendrucksensoren sollen Autofahrern helfen, den Luftdruck immer im Auge zu behalten. Seit 2014 müssen deshalb alle neu zugelassenen Fahrzeuge in Europa und der Schweiz über ein System zur Reifendruckkontrolle (RDKS, TPMS) verfügen.

Wie funktionieren Reifendruckkontrollsysteme?

Man unterscheidet direkte und ein indirekte Messsysteme:

Direktes System

Beim direkten System, auch aktives System genannt, messen Sensoren direkt am Reifen den aktuellen Luftdruck. Per Funk wird dieser fortlaufend ans Armaturenbrett übermittelt und dort für den Fahrer jederzeit sichtbar angezeigt.

Indirektes System

Das indirekte System, auch passives System genannt, zeichnet die Raddrehzahl auf und meldet Abweichungen. Es verwendet bereits durch ABS und ESP-Systeme vorhandene Sensoren. Wie das funktioniert? Fällt der Reifendruck, verringert sich der Abrollumfang des Rades und in dessen Folge steigt die Drehzahl. Auf diese Weise erkennt der Sensor den Druckverlust. Dieses indirekte System ist in Neuwagen am häufigsten eingebaut. Es ist deutlich günstiger und erfüllt voll und ganz die rechtlichen Vorgaben. Allerdings ist es gemäss TCS schlechter als das direkte Druckmessverfahren – allfälliger Druckverlust werde erst verspätet angezeigt.

Unser Tipp: Messen Sie weiterhin regelmässig eigenhändig an der Tankstelle den Luftdruck, um sich vor Unfällen zu schützen und Kosten zu sparen. Bei mangelndem Luftdruck steigt der Spritverbrauch und die Reifen verschleissen eher. Pro Monat verlieren Reifen in der Regel 0,1 bar.

Müssen Winterräder mit Sensoren ausgestattet sein?

Nur bei direkten Reifenkontrollsystemen. Die indirekten Messsysteme kommen ohne Luftdrucksensoren aus. Reserveräder müssen nicht ausgerüstet sein.

Muss ich mein Auto nachrüsten?

Nein. Das Obligatorium des Reifendruckkontrollsystems besteht nur für Neuwagen, die ab dem 1. November 2014 auf den Schweizer Markt eingeführt werden. In letzter Zeit importierte Wagen verfügen bereits über Reifendrucksensoren.

Was kostet eine Nachrüstung?

Das Kontrollsystem kostet pro Sensor zwischen 100 und 200 Franken plus Montage. Hinzu kommen Mehrkosten beim Reifenwechsel sowie die Umrüstung des Winterreifensatzes mit zusätzlichen Sensoren. Pro Sensor fallen inklusive Montage 100 bis 200 Franken an. Insgesamt muss man also mit Kosten von um die 1000 Franken rechnen.

Die Sensorbatterie hält 100‘000 bis 150‘000 Kilometer. Anschliessend muss der komplette Sensor ausgetauscht werden.

Welchen Reifendrucksensor brauche ich?

Fragen Sie beim Auto- oder Reifenhändler Ihrer Marke nach oder informieren Sie sich unter www.reifendrucksensor.info.

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