Autoversicherung

Bonusstufen


Am Anfang  der Autoversicherung steht immer eine Prämie, die aufgrund des Fahrzeugs und bestimmter Risikokriterien des Lenkers berechnet wird (z.B.: Steht Ihr Auto nachts in der Garage? Ist es geleast? usw.). Diese Prämie ist ziemlich hoch und praktisch niemand muss effektiv so viel bezahlen, denn jetzt kommen noch Ihre persönlichen Kriterien dazu (z.B.: Wie alt sind Sie? Wie lange fahren Sie schon Auto? Haben Sie in den letzten paar Jahren Schäden verursacht usw.). Aufgrund Ihrer persönlichen Kriterien legen die verschiedenen Versicherungen Ihre Bonusstufe fest, also z.B. 65 Prozent. Das heisst, dass Sie nur 65 Prozent der ursprünglich berechneten Prämie bezahlen.

Die Bonusstufe wird für die Haftpflicht und für die Vollkaskoversicherung separat berechnet und muss nicht identisch sein – und schon gar nicht von einer Versicherungsgesellschaft zur nächsten. Bei manchen ist die tiefste Stufe um die 30 Prozent, bei anderen um die 45 Prozent. Die Allianz hat also ein anderes Bonusstufensystem als die AXA, die AXA ein anderes als die Mobiliar, die Mobiliar ein anderes als die Vaudoise… etc. etc. Es ist also empfehlenswert, immer nur die effektive Prämie anzuschauen, die Sie jetzt aktuell bezahlen müssen. Wenn Sie beim Bonusstufensystem noch nicht auf der untersten Stufe sind, geht die Stufe jedes Jahr ein paar Prozente runter; sprich, Sie bezahlen jedes Jahr ein bisschen weniger, bis Sie auf der tiefsten Stufe sind und die Prämie gleich bleibt. Der Vorteil: Sind Sie einmal zuunterst, dann wird die Prämie nach einem Schadenfall meist nur minim teurer, da die tieferen Stufen in der Regel viel näher beisammenliegen als die hohen Bonusstufen.

Gut zu wissen:

Sie verlieren Ihre Bonusstufe nicht, wenn Sie mal die Versicherung wechseln. Jede Versicherung berechnet die Stufe selber, unabhängig davon, welche Stufe Sie jetzt haben.

 

Beispiel für Mehrkosten nach Bonusaufstufung für einen Neulenker und einen erfahrenen Lenker

Andreas hat ganz neu den Führerschein, schliesst eine Versicherung für Haftpflicht und Vollkasko ab, bekommt Stufe B8 und bezahlt 80 Prozent der Prämie. Er bezahlt 1'920 hart verdiente Franken pro Jahr.

Andreas verursacht einen Auffahrunfall, Schaden am Vordermann, Schaden am eigenen Auto. Die Versicherung übernimmt beide Schäden. Sowohl in der Haftpflicht als auch in der Vollkasko hat Andreas aber 1'000 Franken zusätzlichen Selbstbehalt, weil er Neulenker ist. Dazu kommt noch ein vereinbarter Selbstbehalt von 1'000 Franken bei der Kollisionskasko. Zudem wird er sowohl in der Haftpflicht wie auch in der Kollisionskasko von B8 auf B12 aufgestuft, was bei dieser Versicherung neu eine Stufe von 120 Prozent bedeutet.

Andreas muss zwar seinen Schaden nicht selber bezahlen, trotzdem kommen auf ihn nun Kosten zu. Nämlich:

Selbstbehalt Haftpflicht CHF 1'000
Selbstbehalt Kollisionskasko CHF 2'000
Mehrprämie wegen Erhöhung der Bonusstufe von B8 auf B12, also von 80 Prozent auf 120 Prozent * CHF 2'400
Total CHF 5'400

Manuela fährt schon etwas länger Auto als Andreas. Sie hat den Führerschein schon seit 20 Jahren und hat deshalb die tiefste Bonusstufe B0, d.h. 30 Prozent. Sie bezahlt 720 Franken pro Jahr.

Manuela verursacht ebenfalls einen Auffahrunfall mit Schaden am Vordermann und am eigenen Auto. In der Haftpflicht hat sie wegen ihrer Fahrerfahrung keinen Selbstbehalt mehr, in der Kollisionskasko hat sie einen Selbstbehalt von 1'000 Franken mit der Versicherung vereinbart.

Auch Manuela bekommt den Schaden erstattet und sie wird von B0 auf B4 aufgestuft, d.h. 45 Prozent. Auch wenn sie gleich viele Stufen Strafe bekommen hat, muss sie längst nicht so tief in die Tasche greifen wie Andreas:

Selbstbehalt Haftpflicht CHF 1'000
Mehrprämie wegen Erhöhung der Stufe von B0 auf B4, also von 30 Prozent auf 45 Prozent * CHF 912
Total CHF 1'912

* Berücksichtigt wurde die Mehrprämie über die nächsten 4 Jahre, bis wieder die Stufe B8, 80 Prozent resp. bei Manuela B0, 30 Prozent erreicht wird. Andreas bezahlt im ersten Jahr 120 Prozent, im nächsten 110 Prozent, im dritten 100 Prozent und im vierten noch 90 Prozent. Im fünften Jahr erreicht er wieder die Stufe 80 Prozent, wo er ursprünglich angefangen hat. Bei Manuela gilt das gleiche; ihre Stufen sind aber im ersten Jahr 45 Prozent, im zweiten 41 Prozent, im dritten 38 Prozent, im vierten 34 Prozent. Danach erreicht auch sie wieder die Stufe B0, 30 Prozent.

Gut zu wissen:

Gegen die Mehrprämie hilft ein Bonusschutz. Dieser hätte Andreas vor 2400 Franken und Manuela vor 912 Franken Mehrkosten bewahrt. Was ein Bonusschutz ist und welche Schlupflöcher es gibt, um ohne Bonuschutz doch die Mehrprämie zu umgehen, finden Sie hier.