Neu in der Schweiz

Tschüss, deutscher Führerschein!

INFO
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Wer in die Schweiz zieht, muss seinen ausländischen Fahrausweis nach mindestens einem Jahr gegen das Schweizer Permi eingetauscht haben.

Darf ich als Deutscher nach dem Umzug in die Schweiz dort weiter mit meinem deutschen Führerschein Auto fahren? Nur vorübergehend. Und was passiert dann?

Zwölf Monate haben Zuzüger Zeit. Spätestens ein Jahr nach ihrer Einreise in die Schweiz müssen Sie ihren ausländischen Führerausweis gegen einen Schweizer Führerausweis umgetauscht haben, und zwar beim Strassenverkehrsamt ihres Wohnkantons. Wie man den deutschen Führerschein umschreibt, verrät comparis.ch.

Den deutschen Führerschein behalten?

Keine Chance, leider. Der ausländische Führerausweis wird an die ausstellende Behörde in der Heimat zurückgeschickt. Darum unser Tipp: Sicherheitshalber eine Kopie anfertigen - auch wenn die Daten von den Schweizer Behörden registriert werden!

Umtausch nicht versäumen

Wer nach 12 Monaten weiter mit seinem deutschen Führerschein auf Schweizer Strassen unterwegs ist, fährt ohne gültigen Ausweis. Und das hat Folgen: Je nach Kanton wird eine Kontrollfahrt verlangt oder eine Bestätigung der Fahrpraxis. Richtig aufwendig wird es, wenn jemand im Kanton Zürich nach 10 Jahren immer noch keinen Schweizer Führerausweis hat. Dann muss nämlich die Schweizer Führerscheinprüfung absolviert werden.

Ausschlaggebend für den Stichtag der Umschreibung ist das im Ausländerausweis vermerkte Einreisedatum.

Welche Unterlagen brauche ich zur Umschreibung?

Folgende Unterlagen müssen Sie persönlich beim Strassenverkehrsamt Ihres Wohnkantons vorbeibringen.

  • Gesuchsformular, auf der Website der kantonalen Verkehrsämter herunterladbar. Hier zur Liste aller Ämter.
  • gültiger deutscher Führerschein im Original
  • Ausländerausweis, bei solchen im Scheckkartenformat zusätzlich mit Wohnsitzbescheinigung
  • Passfoto in Farbe (35 x 45 mm)
  • Augenärztliches Attest (Bestätigung im Gesuchsformular), Kosten: rund 20 Franken
  • Bei den Führerscheinklassen C1, C, D, D1 oder BPT bzw. der Klasse 3 ist ein medizinisches Attest notwendig, zwar von einem Vertrauensarzt.

Muss ich eine Fahrprüfung ablegen?

Nein, Bürger aus EU- und EFTA-Staaten sind von der Kontrollfahrt ausgenommem, genauso wie die aus einer Reihe anderer Länder, zum Beispiel den USA, Kanada, Israel und Japan.

Wie lange dauert die Umschreibung?

In der Regel eine Woche, manchmal aber länger. Beim Kanton Zürich heisst es: «Die Umtauschformalitäten können in Einzelfällen längere Zeit in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit sollten Autofahrer für den Fall einer Polizeikontrolle eine Kopie des Antrags bei sich haben.

Was kostet die Umschreibung?

Je nach Kanton fallen zwischen 80 und 140 Franken an.

Was müssen Bus- und Lastwagenfahrer berücksichtigen?

Wer beruflich in der Schweiz Auto fährt, muss den Schweizer Führerausweis vor Antritt der ersten berufsmässigen Fahrt haben.

Ich kehre in meine Heimat zurück. Bekomme ich meinen Führerschein wieder?

Ja, denn wer seinen deutschen Führerschein in der Schweiz eintauscht, verliert damit ja nicht die Fahrerlaubnis in Deutschland. Keine Angst, eine erneute Fahrprüfung droht entgegen anderslauternder Gerüchte nicht. Einfach sich an die Verkehrsbehörde wenden, die alles notwendige veranlasst, damit man bald wieder im Besitz eines deutschen Führerscheins ist.