Prepaid

Mehr Durchblick im Prepaid-Dschungel

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Prepaid lohnt sich, vor allem bei kleinen Datenvolumen

Auf den ersten Blick scheint die Neuerung beim Swisscom-Abo vor allem eines, nämlich teurer – doch der Schein trügt. Wurde bisher pro Sekunde einen Rappen verrechnet, wird neu nach Minuten abgerechnet. Somit kostet eine Minute 29 Rappen, abgerechnet werden jedoch nur die ersten 3 Minuten pro Gespräch – ein Telefonat, welches auch bis zu zwei Stunden dauern darf.

Von dieser Preisanpassung profitieren Kunden, die sehr häufig länger als eine Stunde oder zwischen 30 und 60 Sekunden telefonieren. Gespräche zwischen zwei und 60 Minuten werden jedoch teurer. Ab zwei Minuten kostet ein Anruf neu 87 anstatt 60 Rappen.


Vielsurfer profitieren 

Das Prepaid-Angebot von Swisscom enthält standardmässig eine Tagesflatrate fürs Surfen. Pro Tag, an dem Daten genutzt werden, werden CHF 2.- belastet. Bisher konnten monatlich 2 GB bei einer Geschwindigkeit von 1 Mbit/s genutzt werden. Neu werden diese Werte verdoppelt, sodass monatlich 4 GB mit einer maximalen Geschwindigkeit von 2 Mbit/s genutzt werden können. Die SMS werden nach wie vor mit 15 Rappen verrechnet. Bisher galt jedoch die Kostensicherheit, wobei täglich maximal 13 SMS verrechnet wurden. Diese Limite wird durch die Änderung aufgehoben.

Alles zusammen kann das Telefonieren mit der neuen Abrechnungsmethode durchaus teurer werden. Im Gegenzug wird dafür das gelegentliche Surfen mit der Tagesflatrate durch das angehobene monatliche Datenvolumen verbessert. 


Prepaid lohnt sich, noch immer 

Allgemein kann man sagen, dass trotz verlockenden Flatrate-Angeboten, das Prepaid Abo sich noch immer lohnt. Mehr als 200 verschiedene Preispläne gibt es bei den elf grössten Schweizer Anbietern: im Monatsabo, als vorausbezahltes Prepaid-Angebot sowie mit diversen Optionen. Die Auswahl überfordert viele – sie entscheiden sich für ein Flatrate-Monatsabo. Damit zahlen sie in der Regel zu viel, weil sie meinen, ein Smartphone lade andauernd gewaltige Datenmengen übers Mobilfunknetz herunter. Das stimmt jedoch nur bedingt;  Handybesitzer, die monatlich maximal 500 Megabyte zum Surfen verbrauchen und nicht sehr viel telefonieren, fahren mit Prepaid deutlich günstiger als mit dem günstigsten Abo des gleichen Anbieters.


Stolperfalle Vertragslaufzeit 

Jedoch aufgepasst: Ein Prepaid-Angebot nutzen kann nur, wer sich nicht bereits vertraglich an einen Handynetzbetreiber gebunden hat. Viele Konsumenten kaufen ihr neues Smartphone in einem Shop von Swisscom, Sunrise oder Salt. Zwar gibt es dort die neusten Handys schon für einen Franken, dafür muss man 12 oder 24 Monate lang ein Monatsabo bezahlen. Langfristig betrachtet kostet oft schon die monatliche Grundgebühr der Flatrate, auf zwei Jahre gerechnet, mehr, als wenn man das Gerät ohne Abo im normalen Handel kaufen würde.

Pro Jahr summiert sich das Sparpotential somit rasch auf mehrere hundert Franken. Dennoch entscheiden sich viele neue Käufer eines Smartphones für ein Flatrate-Abo: Weil sie auf der sicheren Seite sein wollen, weil sie sich keine Sorgen darüber machen mögen, ob ihr Monatslimit bereits erreicht ist. Die Vorteile dieser Prepaid-Angebote liegen auf der Hand: Man spart die Monatsgebühr und ist flexibel. Ist man mit dem Angebot nicht mehr zufrieden, wechselt man zum nächsten - die Handynummer kann man normalerweise auch gleich mitnehmen.