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Vorsorgefonds: Mehr Rendite mit mehr Aktien?

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Bild: iStock / marchmeena29

Kaum mehr Zinsen auf dem Sparkonto – sollten Sie besser in Aktien anlegen? In der dritten Säule gibt es dafür Vorsorgefonds mit einem Aktienanteil. Sind solche Fonds ein sinnvolles Investment?

Für die Zinskonten der Säule 3a bieten viele Banken einen Vorzugszins. Der ist in der Regel besser als auf einem normalen Sparkonto. Bei den meisten Banken liegt der Vorzugszins zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Eine Alternative bietet das Anlegen von Vorsorgegeldern in Anlagefonds

Vorsorgeguthaben in Fonds investieren

Ganz gleich, ob Sie Ihre dritte Säule bei einer Bank oder einer Versicherung halten: Bei allen Anbietern gibt es Vorsorgefonds. Oft liegt der maximale Aktienanteil bei 50 Prozent. Bei manchen Anbietern sind bis zu 80 Prozent möglich.

Mit einem Vorsorgefonds sorgen Sie mit wenig Aufwand für eine gute Diversifikation: Sie streuen Ihr Risiko auf viele verschiedene Firmen. Wenn Sie Ihre Vorsorgegelder in der Säule 3a anlegen wollen, dann geht das schon vom Gesetz her nie mit Einzeltiteln. 

Wichtig: Einzahlungen in die Säule 3a sind für Arbeitnehmer begrenzt auf 6'826 Franken. Für selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse liegt der Maximalbetrag bei 34'128 Franken bzw. 20 Prozent des Nettoeinkommens

Mehr Rendite nur für mehr Risiko

Mit einem höheren Aktienanteil haben Sie die Chance auf mehr Gewinn. Doch diese Chance hat einen Preis: Sie müssen dafür auch mehr Risiko tragen. Auf die lange Sicht sollte das keine Rolle spielen: Historisch haben sich Aktieninvestments gelohnt. Garantieren tut das allerdings niemand. Und kurzfristig sind die Schwankungen enorm.

Historisch haben Aktien besser rentiert

Langfristig haben Aktien jeden Rückschlag wieder aufgeholt. Dies zeigt etwa ein Artikel der NZZ «Indexfonds auf Schweizer Aktien schlagen Säule 3a». Die Aktien erholen sich meistens spätestens nach 10 Jahren. So viel Zeit sollten Sie mitbringen, bis Sie das Kapital ihrer dritten Säule beziehen. 

Wie anlegen: Aktiv oder passiv?

Aktiv oder passiv – die Entscheidung tönt ein wenig merkwürdig. Mit Fonds bleiben Sie nach der ersten Entscheidung ja eigentlich immer passiv: Sie suchen ja nicht selber die Aktien aus, sondern lassen die Profis machen. Was die Portfoliomanager innerhalb der Fonds allerdings tun, das ist ganz unterschiedlich. 

Passive Fonds

Sie zielen darauf, möglichst günstig möglichst viel Diversifikation zu bieten. In der Regel versuchen sie, genau den Markt nachzubilden, und bauen dafür einen Aktienindex nach.

Aktive Fonds

Sie versuchen, besser zu sein als der Markt. Sie sagen, sie könnten mit besserem Research besondere Chancen finden, und so mehr Rendite erwirtschaften. Sie verlangen in der Regel höhere Gebühren. Ob sich die höheren Gebühren für aktives Management lohnen, darüber sind sich auch Pensionskassenverwalter nicht einig.

Möchten Sie breit investieren? Dann sind Sie mit passiven Fonds in der Regel besser bedient. Aktives Management braucht es vor allem für Nischenthemen.

Das kommt zu den Gesamtkosten hinzu

Achten Sie bei Fonds zuerst einmal auf die Gebühren. Alle Fonds müssen die Gebühren als TER (Total Expense Ratio) ausweisen. Das heisst auf Deutsch übersetzt zwar Gesamtkostenquote. Ist aber irreführend. Denn längst nicht alle Kosten sind enthalten. 

Die TER misst nur Gebühren innerhalb des Fonds. Für Sie als Anleger kommen ausserhalb der Fonds noch Gebühren in Ihrem Depotkonto hinzu. In der Regel die Kosten für den Kauf von Fondsanteilen. Bei manchen Anbietern ausserdem auch für die Rücknahme. Und zusätzlich Gebühren für die laufende Verwahrung.

Innerhalb des Fonds sind ausserdem in der Regel die Handelskosten noch nicht in der TER enthalten. Wenn also der Fonds innerhalb seines Vermögens mehr Nestlé verkauft und mehr Swisscom kauft. Oder wenn er Schweizer Franken gegen US-Dollar tauscht, um amerikanische Aktien zu kaufen.

Die meisten Fondsanlagen unter dem Benchmark

Ob in der TER offen ausgewiesen oder versteckt: Die Gebühren schlagen auf die Performance. Was in Ihrem Konto herauskommt, ist darum in der Regel weniger als die Performance an den Märkten. Die meisten Fonds bleiben hinter ihrem Benchmark zurück. Das ist der Börsenindex, an dem sie sich messen lassen müssen, weil sie ihn entweder nachbauen (passive Fonds) oder zu übertreffen versuchen (aktive Fonds).

Ausstieg mit dem Rentenalter?

Beim Erreichen des Rentenalters müssen Sie die dritte Säule auflösen. Vorausgesetzt, Sie gehen keiner Erwerbstätigkeit nach. Länger als bis 65 dürfen Sie Ihre Konten nur dann behalten, wenn Sie weiterhin erwerbstätig sind. Sie können Ihr Geld aber auch schon vorher gestaffelt beziehen. Ein gestaffelter Bezug ist steuerlich sinnvoll. Vielleicht fangen Sie also bereits mit 60 mit dem Bezug an? Deshalb müssen Sie aber nicht zwingend raus aus Ihren Aktienanlagen: Bei manchen Anbietern können Sie Ihre Fonds behalten und aus der dritten Säule in Ihr freies Portfolio übertragen.

Fazit

Mit Fonds ist mehr Rendite möglich als auf einem Zinskonto. Für diese Mehrrendite übernehmen Sie aber allein das Risiko. Möchten Sie in Fonds investieren? Dann vergleichen Sie sowohl die einzelnen Fonds wie auch die Gebühren. 

Unabhängige Experten können Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen. Die Mitarbeitenden von unserem Partner-Service Optimatis beraten Sie gerne. 

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