Das Gepäck ist weg

Was zahlt die Reiseversicherung?


Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er sein blaues Wunder erleben. So hatten Karin und Gerald sich den Start ihres Neuseelandtrips nicht vorgestellt: Kaum war das Gepäck in der Hotelhalle deponiert, verschwand es auch schon spurlos.

Nach dem Zwanzigstunden-Flug von Zürich nach Auckland war es um Karins Aufmerksamkeit nicht mehr zum Besten bestellt. Und auch ihr erschöpfter Mann sah Löcher in die Luft, anstatt auf das Gepäck aufzupassen. Die Diebe freute das. Sie verwickelten die beiden an der Rezeption in ein Gespräch, während die Komplizen blitzschnell den Gepäckwagen abräumten – und samt den Koffern verschwanden.

Wer zahlt was?

Sie trugen noch Papiere, Portemonnaies und Handys auf dem Rücken. Das war gut. Beruhigend wirkte auch, dass sie vor Antritt der Ferien eine Reiseversicherung abgeschlossen hatten. Und daneben hatten sie eine Reisegepäckversicherung, die in der Hausratversicherung inkludiert war – und eine Kreditkarte, die ebenfalls gewisse Schadenfälle abdeckte. Nur: Was nun welche der Versicherungen deckt, wussten sie nicht.

Die Hausratversicherung

Von ihrer Hausratversicherung wird Karin und Gerald mitgeteilt, dass ihr Reisegepäck bis zu einem Betrag von 2000 Franken gedeckt ist und ein Selbstbehalt von 300 Franken zu zahlen ist. Beim Abschluss der Versicherung haben sie die Option «Reisegepäck» ausgewählt, die jährlich 20 Franken extra kostet. 

Dabei wäre ihr Gepäck auch ohne diese Option gedeckt, weil das Ereignis unter die Deckung «einfacher Diebstahl auswärts» fällt. Die Option Reisegepäck hat aber in Karin und Geralds Lage den Vorteil, dass u. a. ein sofortiger Vorschuss für dringend nötige Utensilien wie Hygieneartikel gezahlt wird – oder auch den Schnorchel, den sie für den bereits gebuchten Ausflug nun besorgen müssen.

Die Kreditkarte

Die Reise wurde mit Geralds Kreditkarte bezahlt, also wendet er sich an das Kreditinstitut. Dort erfährt er, dass das Reisegepäck standardmässig nicht versichert ist – dies wäre nur mit der Option «Reisegepäck» der Fall, und die kostet jährlich 70 Franken extra.

Die Reiseversicherung

Weil Karin und Gerald mehrmals im Jahr wegfahren, haben sie eine Jahresreiseversicherung. Sie erfahren, dass mit der Option «Reisegepäck» im Schadenfall bis zu 2000 Franken erstattet werden. Der Selbstbehalt liegt bei 200 Franken; dabei ist die Option nicht ganz billig – jährlich 170 Franken macht sie aus.

Jetzt wird aufgeräumt

Karin und Gerald melden den Schaden schliesslich ihrer Reiseversicherung. Für die Zukunft setzen die beiden aber nur noch auf die Option «Reisegepäck» in der Hausratversicherung; bei ihrer Jahresreiseversicherung kündigen sie die Option bei nächster Gelegenheit.

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Tipps zur Reiseversicherung

  • Schnelle und sichere Abwicklung bei einem Schadenfall – so geht’s
    • Den Schaden direkt nach dem Vorfall der Versicherung melden – nicht erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub. Fallen dabei Telefonkosten an, die im Zusammenhang mit dem Schadenereignis stehen, können diese ebenfalls geltend gemacht werden. Tipp: Viele Versicherungen haben ein Online-Formular für die Erstmeldung der wichtigsten Eckdaten des Vorfalls – die Agentur nimmt dann Kontakt auf. Das kann z.B. bei Zeitverschiebungen ganz praktisch sein.
    • Den Schaden sofort bei der örtlichen Polizeistelle anzeigen, denn die Versicherung verlangt in jedem Fall einen Polizeirapport.
    • Das Schadenformular der Versicherung ist ebenso obligatorisch – es findet sich als Download auf der Website oder wird nach der Meldung zugeschickt. Es enthält einen Bereich, in dem die gestohlenen Gegenstände aufgelistet werden müssen. Alternativ eigene Liste anfertigen.
    • Die gestohlenen Gegenstände werden zum Neuwert erstattet. Das bedeutet, es wird jener Betrag bezahlt, der für die Wiederbeschaffung eines neuen, gleichwertigen Produktes nötig ist.
      Wichtig: Die Quittungen aller Gegenstände aufbewahren, die noch am Urlaubsort neu gekauft werden müssen. Z.B. Körperpflegeprodukte, Kleidung, Kamera, Koffer.

    Und: Nach der Rückkehr umgehend die Original-Quittungen der gestohlenen Gegenstände einreichen. Ist das nicht lückenlos möglich, setzt die Versicherung einen Betrag für die aufgelisteten Gegenstände fest und wird möglicherweise genauer nachfragen.

    Achtung Ausschlüsse: Wertsachen wie Schmuck oder teure Fotoausrüstungen gelten meist nicht als Reisegepäck bzw. gehen schnell über die Deckungssumme hinaus. Sie sollten separat zum entsprechenden Wert versichert und nicht im Koffer verstaut werden. Gegen einfachen Diebstahl auswärts gibt es entsprechende Optionen in der Hausratversicherung.

  • Sparen bei der Reisegepäckversicherung: Wo ist sie sinnvoll aufgehoben?
    • Einige Versicherungsgesellschaften bieten separate Reisegepäckversicherungen an. Die Deckung reicht von 2000 bis 10'000 Franken oder mehr. Ideal für Reisende, die den Wert ihres Reisegepäcks individuell versichern und von Fall zu Fall entscheiden wollen. Kostenpunkt etwa 50 bis 200 Franken pro Reise.
    • Verschiedene (Jahres-)Reiseversicherungen bieten die «Option Reisegepäck» an. Die Leistungen und Prämien unterscheiden sich beträchtlich und sollten im Detail geprüft und verglichen werden.
    • Der Reiseschutz der Kreditkarte kann um die Option «Reisegepäck» erweitert werden; bei manchen Premium-Karten ist sie inkludiert. Voraussetzung für eine Schadenerstattung: 60 bis 80 Prozent der Reise müssen mit der Kreditkarte bezahlt worden sein. Kostenpunkt etwa 70 Franken pro Jahr.
    • Auch bei den meisten Hausratversicherungen ist die Reisegepäckversicherung optional wählbar. Der Comparis-Spartipp: Reisende, die ohnehin eine Hausratversicherung haben und nicht überdurchschnittlich wertvolles Reisegepäck mit sich führen, können sich mit dieser zusätzlichen Option die teureren Alternativen ersparen. Kostenpunkt ab 20 Franken pro Jahr.

Mehr über die Option «Reisegepäck» der Hausratversicherungen finden Sie in den Produktbeschreibungen der einzelnen Anbieter unseres Hausratversicherungsvergleichs.

Bietet die bestehende Hausratversicherung diese Möglichkeit nicht an, lohnt sich ein Wechsel.