Kredit

Die 9 wichtigsten Fragen und Antworten für Kreditnehmer

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Wer einen Kredit anfordert, hat auch Rechte.

Wer einen Kredit aufnimmt, sollte über seine Rechte Bescheid wissen. Sonst besteht die Gefahr, in die Arme unseriöser Kreditvermittler zu gelangen.

Wieviel Kredit kann ich maximal aufnehmen?

Als Konsument kann ich zwar einen Kredit in fantastischer Höhe beantragen. Gewähren darf ihn der Kreditgeber aber nur, wenn der Schuldner in der Lage ist, die Summe innerhalb von 36 Monaten wieder zurückzubezahlen, ohne seine Grundbedürfnisse zu vernachlässigen. Diese Regel gilt auch, wenn im Kreditvertrag eine längere Laufzeit als 36 Monate festgehalten ist.

Wie hoch sollten die Raten sein?

Es ist empfehlenswert, die Rückzahlungsraten nicht zu hoch anzusetzen. Kann man die Raten nämlich nicht begleichen, droht ein Verzugszins und – schlimmer noch – ein Eintrag ins Register der ZEK (Zentralstelle für Kreditinformation). Dies bedeutet eine Kreditsperre auf mehrere Jahre. Viel besser ist es, die Raten niedrig anzusetzen und diese Gefahr nicht einzugehen. Denn man hat jederzeit das Recht, eine höhere Rate als die vereinbarte einzubezahlen. Von diesem Recht sollte Kreditnehmer Gebrauch machen.

Darf der Kreditvermittler für die Vermittlung Gebühren verlangen?

Nein. Aus Gründen des Konsumentenschutzes dürfen für Beratungs- und Vermittlungsleistungen keine separaten Gebühren erhoben werden. Alle Kosten, auch solche für die Kreditvermittlung, sind in den Gesamtzinskosten enthalten.

Kann ich aus einem laufenden Kredit aussteigen?

Ja. Im Gegensatz zu einer Hypothek oder zu Leasing ist der Ausstieg aus einem Kredit jederzeit ohne Vorfälligkeitsgebühren möglich. Der Kreditgeber muss dem Schuldner eine Schlussabrechnung erstellen. Für den Betrag, der zu früh zurückbezahlt wird, muss der Schuldner keine Zinsen bezahlen. Der Schuldner zahlt bei einer frühzeitigen Abzahlung somit nur so viele Zinsen, wie er auch effektiv beansprucht hat.

Wie erkenne ich seriöse Kreditvermittler?

Kreditvermittler brauchen eine Bewilligung des Kantons, um ihrem Geschäft nachzugehen. Welche Vermittler über eine solche Lizenz verfügen, kann bei der Verwaltung des jeweiligen Kantons angefragt werden. Unseriöse Vermittler erkennt man insbesondere daran, dass dieser für die Bearbeitung Gebühren erhebt. Hier heisst es: Finger weg. Egal was der Vermittler ihnen verspricht.

Was passiert, wenn eine Bank einen zu hohen Kredit gewährt?

Wenn der Kreditgeber die Kreditfähigkeit des Kunden ungenügend geprüft und seine Pflichten schwerwiegend vernachlässigt hat, rächt sich dies: Der Kreditvertrag ist nichtig und der  Kunde hat dann Anspruch auf die gesamte Kreditsumme samt Zinsen und Kosten. Mehr noch: Er kann sogar bereits bezahlte Zinsen oder anderen Leistungen an den Kreditgeber zurückfordern.

Aber Achtung: Bei der Tragbarkeitsrechnung berechnet die Bank den pfändbaren Anteil am Einkommen. Das heisst, die Bank zieht vom Nettoeinkommen die für das Existenzminimum notwendigen Ausgaben ab. Wenn ich also meinen Kredit nicht zurückbezahlen kann, weil ich Ausgaben habe, die über dem Existenzminimum liegen, oder weil ich weniger verdiene, habe ich keine Möglichkeit, gegen die Bank vorzugehen. Im Fall von Überschuldung hilft die Schuldenberatungsstelle.

Wie hoch ist der maximale Zins?

Der Bundesrat legt den höchst zulässigen Zinssatz fest. Dieser beträgt im Moment 10 Prozent.

Ich habe Interesse an einem Kredit, möchte den Vertrag dann aber doch nicht unterschreiben. Geht das?

Ja. Als Konsument bin ich zu nichts verpflichtet und kann einen Kreditantrag jederzeit zurückziehen. Sofern ich den Vertrag bereits unterschrieben und der Bank retourniert habe, kann ich vor der Auszahlung auf den Vertrag verzichten. Es gilt eine Widerrufsfrist von 7 Tagen ab dem Zeitpunkt, wo ich Kenntnis des Vertragsinhalts habe. Ein Rückzug ist auch möglich, wenn die Summe bereits ausbezahlt wurde. Dann kann man den Gesamtbetrag sofort wieder zurück überweisen.

Was mache ich bei Formfehlern?

Das Gesetz schreibt genau vor, welche Punkte im Konsumkredit-Vertrag enthalten sein müssen. So zum Beispiel der geschuldete Jahreszins oder das Widerrufsrecht. Sind diese Punkte nicht aufgeführt, hat der Kunde Anrecht auf die Kreditsumme über die ursprünglich vereinbarte Laufzeit, muss aber keine Zinsen bezahlen.