Sicherheit

Von Kopf bis Fuss: Die sicherste Ausrüstung für Töff-Fahrer

TIPPS
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Für eine optimale Sicherheit braucht es weit mehr als einen gut sitzenden Helm. Bild: iStock.com/Kesu01

Ob in der Stadt oder über Pässe: Schutzbekleidung ist für Motorradfahrer lebenswichtig. Hier finden Sie die wichtigsten Tipps zur Schutzbekleidung. Sparen lohnt sich nicht: Eine gute Grundausrüstung kostet rund 1'000 Franken.

Motorradfahren bedeutet für viele ein Gefühl der Freiheit. Allerdings ist die Unfallwahrscheinlichkeit auch siebenmal höher als beim Autofahren. Allein schon deshalb lohnt es sich, bei der Ausrüstung auf Qualität zu achten. Ein Muss sind: Helm, Handschuhe, Spezialstiefel, Kombi sowie Nierengurt.

Helm

In der Schweiz und der EU ist der Motorradhelm obligatorisch. Den besten Schutz bieten so genannte Integralhelme, die sowohl mit Kinnschutz wie auch mit Visier ausgestattet sind. Der Helm sollte mit einer Hand zu öffnen sein und optimal auf die eigene Kopfform passen. Praktisch sind austauschbare Helmpolster, die sich waschen lassen. Nach einem Sturz muss der Helm ersetzt werden. Gute Markenhelme sind schon ab 300 Franken erhältlich.

Handschuhe

Da die Hände bei einem Sturz meist reflexartig als erstes auf den Boden treffen, lohnen sich verstärkte oder aus Leder gefertigte Handschuhe. Diese sollten möglichst abriebfest sein, da die Hände bei einem Unfall meist besonders in Mitleidenschaft gezogen werden. Wichtig ist auch ein stabiler Riegel am Handgelenk. Lieber etwas engere Finger wählen als zu weite und zu lange. Die Handschuhe weiten sich mit dem Tragen meist noch etwas aus. Gute Handschuhe gibt es schon ab 80 Franken.

Stiefel

Cowboystiefel sind zwar besser als Flipflops, aber aufgepasst: Richtigen Schutz bieten nur spezielle Motorradstiefel mit hohem Schaft und Verstärkungen. Gute Schuhe sind sehr wichtig, da Unfälle sonst üble Folgen haben können – etwa wenn das Motorrad bei einem Sturz aufs Bein fällt.

Das Verletzungsrisiko bei Motorradunfällen ist an den Unterschenkeln am höchsten. Idealerweise schliessen die Schuhe direkt an die Protektoren der Motorradhose an. Kurzstiefel, welche nicht über die Knöchel reichen, bieten einen deutlich geringeren Schutz und sind nicht empfehlenswert. Solche gibt es schon ab 150 Franken.

Jacke und Hose

Motorradbekleidung soll bei einem Sturz schützen und verhindern, dass der Körper im Fahrtwind auskühlt. Meist sind Motorradjacken und -hosen aus Leder oder abriebfestem Textilmaterial gefertigt. Leder bietet den besten Abriebschutz und Sitz, Textilkleider einen höheren Tragkomfort und besseren Nässeschutz.

Ein gängiges Textilgewebe für Schutzbekleidung ist Cordura 500, eine Nylonfaser, die zuweilen mit dem hochreissfesten Kevlar verstärkt wird. Gute Schutzbekleidung ist an Schultern, Ellenbogen, Unterarm, Knien und Schienbein mit Protektoren ausgestattet.

Am idealsten ist ein Motorrad-Kombi, also ein Einteiler bestehend aus Jacke und Hose ohne Trennnähte. Bei einer separaten Jacke und Hose sollten beide Teile durch einen Reissverschluss verbunden sein, sodass sie bei einem Sturz nicht verrutschen. Eine Schwachstelle bei Stürzen sind die Nähte: Sogenannte Schutznähte sind gewöhnlichen Nähten vorzuziehen, die sich bei einem Sturz lösen können. Lederkombis gibt es schon ab 700 Franken, Textilkombis ab 500 Franken.

Nierengurt

Ein Nierengurt wärmt und schützt. Ausserdem werden die Organe im Bauchraum komprimiert, was die Verletzungsgefahr reduziert. Es gibt den Nierengurt auch in Verbindung mit einem  Rückenschutz. Dieser Schutz ist einem in der Jacke eingebauten Rückenschutz vorzuziehen, da er bis zum Steissbein schützt.

Protektorenweste

Statt eines Kombis mit integrierten Protektoren zu tragen, gibt es auch die Möglichkeit der Verwendung einer  Protektorenweste. Diese wird körpernah getragen und mit Klett oder Riemen festgemacht. So kann auch ältere Schutzbekleidung ohne Protektoren aufgerüstet werden.

Gerade bei Textil-Schutzbekleidung, die leichter verrutscht als Leder, macht eine Protektorenweste Sinn. Trotzdem sollte man darauf achten, darüber Kleider mit abriebfesten Stoffen zu tragen. Nebst Westen gibt es auch Unter-Hosen mit Protektoren. Eine Protektorenweste gibt es schon ab 130 Franken, Protektorenhosen ab 70 Franken.

Regenausrüstung

Ist eine Mehrtagestour bei jedem Wetter geplant, lohnt sich die Anschaffung von Regenbekleidung. Diese sollte möglichst in hellen oder bunten Farben gehalten sein, um die Sichtbarkeit auf der Strasse zu erhöhen. Reissverschlüsse erleichtern den Einstieg und sorgen dafür, dass die Kombi trotzdem eng anliegt. Eine Regenkombi finden Sie schon ab 70 Franken.

In allen Fällen ist es wichtig, dass die Schutzbekleidung gut sitzt und angenehm zu tragen ist. Denn nur so kann sie auch für optimalen Schutz sorgen. 

 

Fazit

Auch bei der Motorradversicherung gilt: Auf die richtige Ausrüstung kommt es an. Wer sich nicht ordentlich schützt und die Motorradbekleidung vernachlässigt, riskiert einen Fall von grober Fahrlässigkeit. Der Verzicht auf eine Motorradjacke und -hose ist nicht ideal – aber bei weitem nicht so gravierend wie ein Motorradfahrer, der sich in Flipflops oder Badehose auf den Töff setzt und einen Unfall hat. Letzterer macht sich strafbar, wobei auch hier differenziert wird: Mit Badehose auf der Autobahn oder aber in der 30er-Zone wird von der Versicherung ebenfalls unterschiedlich beurteilt.