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Komplementärmedizin – die natürliche Alternative

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Komplementärmedizin: natürliche Methoden zur Stärkung und Selbstheilung. Bild: iStock.com/JanPietruszka

Medizin hat mehr zu bieten als Operationen oder Medikamente. Die Methoden der Komplementär- oder Alternativmedizin werfen im Vergleich zur Schulmedizin einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Sie bekämpfen nicht nur die Symptome einer Krankheit. Sie suchen auch nach den Ursachen und stärken die Kräfte zur Selbstheilung.

Die Methoden können als Ergänzung zu Behandlungen der Schulmedizin zum Einsatz kommen. Dann nennt man sie komplementär. Oder statt einer herkömmlichen Behandlung. Dann nennt man sie alternativ.

Viele dieser Verfahren zur Diagnose und Therapie stammen aus einer Zeit vor der westlichen Schulmedizin. Einige sind viele tausend Jahre alt. Erst in neuester Zeit wird allerdings die Wirksamkeit dieser alten Methoden mit der gleichen Präzision wissenschaftlich erforscht, wie sie bei chirurgischen Eingriffen und westlichen Arzneimitteln längst Standard ist.

Diese fünf Methoden sind beliebt und von den meisten Zusatzversicherungen anerkannt:

Akupunktur

Acus heisst auf lateinisch Nadel, pungere bedeutet stechen. Genau das passiert bei der Akupunktur: Der Therapeut sticht dünne Nadeln in die Haut. So stimuliert er ganz gezielt bestimmte Punkte, um Blockaden zu beseitigen und die Körperenergie wieder zum Fliessen zu bringen.

Sehr effektiv – das zeigen inzwischen sehr viele klinische Studien. Auch viele Schulmediziner setzen darum heute gerne Akupunktur ein, zum Beispiel bei der Schmerzbehandlung und in der Geburtshilfe. Die westliche Medizin kannte nichts, was so direkt auf die Nervenbahnen wirkt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Akupunktur seit Jahrtausenden im Einsatz.

Traditionelle Chinesische Medizin

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist mehr als nur eine einzelne Methode. Sie ist ein komplettes Medizinsystem mit verschiedensten Methoden für die Therapie, aber auch für die Diagnose. Dazu gehören das Schröpfen, chinesische Arzneimitteltherapie, chinesische Ernährungslehre, Qi-Gong und Tai-Chi oder die Massagen Tui-Na und An-Mo. Auch Akupunktur stammt aus diesem System.

Oft werden verschiedene Therapien kombiniert. In China selbst wurde bemängelt, dass die TCM zwar hervorragend bei Alltagsleiden hilft, bei schweren Krankheiten allerdings nicht so schwere Geschütze auffahren kann wie die westliche Chirurgie. Deswegen war die TCM in China lange Zeit nicht so beliebt. In der Kombination mit westlichen Methoden feiert sie aber auch in ihrer Heimat ein Comeback.

Massagen

Massieren gehört zu den ältesten Behandlungsmethoden überhaupt. Fast jede Kultur der Welt hat ihre eigene Tradition der Massage entwickelt. Der Masseur reibt die Haut und knetet die Gewebeschichten, die unter ihr liegen, zum Teil bis tief in die Muskeln.

So lassen sich Verspannungen lockern und Schmerzen auflösen. Das eignet sich gut für die Behandlung von Nacken- oder Rückenschmerzen.

Massagegriffe wirken aber nicht nur direkt im Gewebe. Die Enden der Nerven leiten den Reiz weiter in den gesamten Körper. Dadurch lassen sich auch Atmung, Verdauung und Kreislauf beeinflussen und Selbstheilungskräfte anregen.

Homöopathie

Homöos heisst auf griechisch ähnlich, Pathos ist die Krankheit: In der Homöopathie wird die Krankheit mit etwas Ähnlichem bekämpft. Genauer gesagt: Eine Krankheit kann durch ein Arzneimittel geheilt werden, das bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorruft.

Schneidet ein gesunder Mensch eine Zwiebel, dann kann er Tränenfluss, Nasenlaufen, Augenjucken und Niesreiz bekommen. Genau wie beim Schnupfen. Deshalb setzt die Homöopathie gegen Schnupfen Zwiebel als Mittel ein.

Mit Hilfe der Homöopathie sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und die Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Dabei gilt in der Homöopathie der Grundsatz: Je mehr ein Wirkstoff verdünnt wird, desto stärker wirkt er. Homöopathen nennen das auch Potenzieren. Zum Teil so sehr, dass die Inhaltsstoffe chemisch nicht mehr nachweisbar sind.

Phytotherapie

Phytotherapie steht für das Heilen mit Pflanzen. Diesen Ansatz gibt es seit Tausenden von Jahren – von der Traditionellen Chinesischen Medizin über das Ayurveda aus Indien bis zu den Ägyptern, den Griechen und der Klostermedizin des europäischen Mittelalters.

Nicht nur die Gelehrten wussten um die Heilkraft der Pflanzen. Auch im Volk waren Pflanzen als Hausmittel bekannt.

Die moderne Pharmazie kann Wirkstoffe extrahieren oder sogar synthetisch herstellen. Seitdem wurden immer seltener ganze Pflanzen als Heilmittel eingesetzt. Heute lebt die traditionelle Methode wieder auf. Denn ganze Pflanzen oder ihre Blätter, Wurzeln, Blüten, Samen oder Rinde enthalten auch Nebenwirkstoffe. Die helfen den Hauptwirkstoffen. Bei Rheuma zum Beispiel ist klinisch erforscht, dass Weidenrinde mit allen Haupt- und Nebenstoffen besser wirkt als der isolierte Hauptwirkstoff Salizin allein.

Noch mehr Methoden

Die meisten alternativen Methoden machen, was auch die Schulmedizin tut: Sie wirken mechanisch, mit den Händen oder mit Werkzeugen. (Nur nicht mit dem Skalpell.) Oder sie wirken chemisch. Mit (meist natürlichen, keinen synthetischen) Substanzen zum Einnehmen oder Auftragen.  

Die Anzahl der Methoden ist riesig. Bei Schweizern beliebt und von vielen Krankenkassen anerkannt sind die fünf, von denen Sie gerade gelesen haben. Ausserdem gibt es da noch Osteopathie, Kinesiologie, Lymphdrainage, Rolfing, Cranio-Sacral-Therapie, Shiatsu, Sophrologie, Neuraltherapie und noch viele andere.

In manchen Methoden der Alternativmedizin gibt es weder mechanische noch chemische Eingriffe durch den Therapeuten. Sie setzen ausschliesslich auf Selbstheilung. Als Patient lernen Sie die Methode, anschliessend heilen Sie sich selbst. So ist das zum Beispiel bei der Ernährungsberatung oder beim Autogenen Training.

Beratung hilft immer

Komplementärmedizin ist beliebt. Entsprechend gross ist der Markt an Anbietern. Die Anzahl der Methoden ist verwirrend. Doch welche Therapie ist in welchem Fall angebracht? Als erster Schritt hilft eine solide Beratung. 

So eine Beratung bieten viele Krankenkassen für ihre Versicherten. Fragen Sie am besten einfach bei Ihrer Versicherung nach. Wenn Sie von einer bestimmten Krankheit betroffen sind, dann finden Sie auch bei Patientenverbänden gute Beratungen zu alternativen Methoden – wie zum Beispiel bei der Krebsliga oder der Rheumaliga.

Brauchen Sie eine Zusatzversicherung?

Einige der alternativen Methoden sind auch durch die Grundversicherung abgedeckt – wenn ein Arzt sie anwendet.

Gut zu wissen: Alternative Methoden werden heute vermehrt auch von Schulmedizinern angeboten. Hat der Arzt zusätzlich zu seiner schulmedizinischen Ausbildung eine Weiterbildung in Komplementärmedizin, so werden seine Leistungen von der Grundversicherung übernommen.

Auch Physiotherapien sind in der Regel durch die Grundversicherung abgedeckt. Sie sind zwar komplementär und der Therapeut ist kein Arzt – aber hier reicht es, wenn der Arzt sie verordnet.

Die volle Auswahl aller medizinischen Methoden bekommen Sie nur, wenn Sie selber zahlen. Gute Zusatzversicherungen leisten einen Beitrag an anerkannte Methoden. Wie hoch so ein Beitrag ist, da gibt es grosse Unterschiede. Wenn Sie auf Alternativ- und Komplementärmedizin setzen wollen, dann achten Sie am besten genau auf die Leistungen Ihrer ambulanten Zusatzversicherung.