Vorsorge

Konkubinat oder Ehe: Lohnt sich heiraten?

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| von Leo Hug |
Bild: iStock / Peopleimages

Das Eherecht regelt die Verhältnisse unter Verheirateten. Konkubinatspartner müssen sich selbst organisieren. Besonders wenn Frauen wegen der Kinderbetreuung beruflich kürzertreten, ist eine zusätzliche private Absicherung nötig.


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Vorteile

 


Verheiratet
Konkubinat

AHV


Die Ehepartnerin erhält eine AHV-Hinterlassenenrente, falls Kinder vorhanden sind oder die Ehefrau älter als 45 Jahre ist und mindestens 5 Jahre mit dem Verstorbenen verheiratet war.

Witwer erhalten eine Rente, solange sie Kinder unter 18 Jahren haben.

Ein Konkubinatspaar erhält maximal 56’880 Franken AHV-Rente im Jahr, Verheiratete nur maximal 42’660 Franken. (Stand 2019)

Pensionskasse

Die Pensionskasse bezahlt Hinterbliebenenrente.

Eine Konkubinatspartnerrente ist in einigen Vorsorgeeinrichtungen mit Einschränkungen vorgesehen.

Erbschaft

Der Ehepartner steht erbrechtlich an erster Stelle und hat als gesetzlicher Erbe Anspruch auf einen Pflichtteil.

Säule 3a

Hinterbliebene Ehegatten sind  bei der Auszahlung die Erstbegünstigten. 

Trennung


Die Beziehung ist ohne formelle Vorgaben auflösbar.

Nachteile


Verheiratet
Konkubinat

AHV



Keine Witwen- oder Witwerrente.

Säule 3a
und 3b


Hinterlässt der oder die Verstorbene keine Ehepartner, aber Kinder, bekommen diese einen Pflichtteil von 75 Prozent.

Steuern

«Heiratsstrafe»: Bei der Steuer werden beide Einkommen zusammengezählt. Je nach Kanton kann die steuerliche Belastung bei besser Verdienenden höher ausfallen als im Konkubinat.
In vielen Kantonen gibt es eine hohe Erbschaftssteuer für Konkubinatspartner.
Erben

Ohne Testament geht der Konkubinatspartner leer aus. Eine testamentarische Begünstigung des Konkubinatspartners ist aufgrund der Ansprüche von pflichtteilsberechtigten Familienmitgliedern nicht immer vollumfänglich möglich.

Scheidung

Die finanzielle Belastung bei Scheidung ist sehr hoch.


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Daran müssen Konkubinatspaare denken:

  • Testament: Sie können dem Konkubinatspartner nur freie Erbteile vermachen. Falls er oder sie Kinder hat, haben diese Anspruch auf drei Viertel des Erbes. Sind keine Kinder da, aber Eltern, beträgt ihr Pflichtanteil die Hälfte.

  • Erbvertrag: Sie können mit den Kindern verbindlich vereinbaren, dass sie bis zum Tod des Konkubinatspartners auf das Erbe verzichten.

  • Säule 3a und Pensionskasse: Teilen Sie diesen Einrichtungen schriftlich die Begünstigung Ihres Partners mit. Die Zahlung aus der 3a-Säule erfolgt dann an den Begünstigten, wird aber dennoch der Erbmasse zugerechnet.

  • Säule 3b: Sie können Ihren Lebenspartner durch eine reine Todesfallversicherung absichern. Eine solche Versicherung drängt sich zum Beispiel auf, wenn ein Partner für den Haupterwerb der Familie aufkommt und der andere sich verstärkt der Familie widmet.

  • Erziehungsgutschrift: Die Erziehungsgutschrift wird bei Eheleuten und Partnern mit gemeinsamem Sorgerecht geteilt. Wenn ein Partner den Hauptteil der Kinderbetreuung übernimmt, oder eine Partei auch ohne die Gutschrift die AHV-Maximalrente erreichen kann, können sie schriftlich vereinbaren, dass die Erziehungsgutschriften nur einem Elternteil angerechnet werden.

  • Erbschaftssteuer: In einigen Kantonen ist die Erbschaftssteuer bei Konkubinatspartnern sehr hoch. Möglicherweise lohnt sich ein Umzug. Die Erbschaftssteuer fällt am Hauptwohnsitz des Verstorbenen an. Ausnahme: Immobilien werden immer an ihrem Standort besteuert.