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Gütertrennung: Was muss man bei der Heirat beachten, wenn Immobilienbesitz vorhanden ist?

TIPPS
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Bild: iStock.com / AlexRaths

Dein Sofa, mein Esstisch, dein Fernseher – mit einem Ehevertrag lässt sich nahezu alles aufteilen. Das gilt grundsätzlich auch für Wohneigentum.

Was ist eine Gütertrennung?

Die Gütertrennung ist einer von drei Güterständen in der Ehe. Daneben gibt es die Gütergemeinschaft oder die Errungenschaftsbeteiligung. Ehefrau und Ehemann bleiben bei der Gütertrennung Eigentümerin beziehungsweise Eigentümer ihres Vermögens oder ihrer Schulden.

Eigengut und Gütertrennung

Eine Trennung kann auch die beruflichen Grundlagen zumindest eines der Beteiligten zerstören. Zum Beispiel dann, wenn teure Maschinen oder andere Gegenstände, die zur Ausübung eines Berufes notwendig sind, wertmässig geteilt werden müssen. Dem wirkt die Definition als Eigengut entgegen: Dieses nimmt die Gegenstände aus der gegebenenfalls ansonsten geltenden Errungenschaftsbeteiligung aus. So ist die Weiterführung des Unternehmens oder Gewerbes gesichert.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Gütertrennung?

  • Bei einer Scheidung gibt es keine Aufteilung der Vermögenswerte.
  • Die Gütertrennung benachteiligt den Ehepartner, der mehrheitlich für den Haushalt aufkommt und in der Folge weniger Einkommen erzielt. Im Scheidungsfall hat er keinen Anspruch auf das Vermögen des Ex-Partners. 
  • Eine Gütertrennung kann während der Ehe jederzeit abgemacht, abgeändert oder wieder aufgelöst werden. Dazu braucht es aber die Zustimmung beider Eheleute.
  • Eheleute können mit dem Ehevertrag auch nur einzelne Vermögenswerte, die beispielsweise für die Ausübung des Berufes oder für den Betrieb eines Gewerbes notwendig sind, zum Eigengut erklären. Für andere Vermögenswerte kann die Errungenschaftsbeteiligung bestehen bleiben.
  • Verschuldet sich beispielsweise der Mann, kann das Vermögen der Ehefrau nicht zur Tilgung seiner Schulden herangezogen werden. Dies gilt grundsätzlich zwar auch für die Errungenschaftsbeteiligung. Allerdings lässt sich dies bei der Gütertrennung rückwirkend ab Ehebeginn oder mit Wirkung ab Vertragsunterzeichnung vereinbaren.
  • Eheleute müssen auch bei Gütertrennung für Schulden einstehen, die der Partner während des Zusammenlebens für die laufenden Bedürfnisse der Familie eingegangen ist. Dazu gehören etwa Ausgaben für Kleidung, Lebensmittel oder Krankenkassenprämien.
  • Ein Unternehmen, das während der Ehe aufgebaut wird, ist ohne Ehevertrag Teil der Errungenschaftsbeteiligung. Stecken namhafte Vermögen im Unternehmen, kann dies im Falle einer Trennung ohne Ehevertrag problematisch sein. Allenfalls muss ein Teil des Unternehmens dem geschiedenen Partner übertragen werden. Im schlimmsten Fall droht der Verkauf des Unternehmens.
  • Ehepartner müssen auch bei Gütertrennung gemeinsam für den ehelichen Unterhalt aufkommen. Ein Ehevertrag schützt somit bei einer Scheidung nicht davor, dem Ex-Partner allenfalls nachehelichen Unterhalt zu zahlen.

Wem gehört das Haus bei einer Gütertrennung?

  • In die Ehe eingebrachtes Wohneigentum verbleibt im alleinigen Besitz der Ehefrau bzw. des Ehemanns. Die Eheleute haben im Scheidungsfall keinen Anspruch auf die in den Ehejahren möglicherweise erfolgte Wertsteigerung des Wohneigentums.
  • Gemeinschaftlich erworbenes Eigentum vor oder während der Ehe ist von der Gütertrennung ausgeschlossen und muss aufgeteilt werden. Vereinbaren Sie im Ehevertrag, was mit dem Eigenheim im Falle einer Trennung geschehen soll. Geschiedene können sich ein mit Hypotheken finanziertes Eigenheim nach der Trennung oft nicht mehr leisten. Im schlimmsten Fall muss das Eigenheim verkauft werden. 
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Wie verhält sich die Gütertrennung bei einem Erbe?

Verstirbt ein Ehepartner, fällt das gesamte Vermögen des Verstorbenen in den Nachlass. Wieviel der hinterbliebene Ehepartner erhält, regelt das Erbrecht.

Gibt es gesetzlich vorgeschriebene Gütertrennungen?

  • Wird über einen Ehegatten, der in Gütergemeinschaft lebt, der Konkurs eröffnet, so tritt von Gesetzes wegen Gütertrennung ein.
  • Eine Gütertrennung wird gerichtlich angeordnet, wenn beispielsweise der Ehegatte dauernd urteilsunfähig ist oder bei Überschuldung eines Ehegatten (Art. 185 ZGB)

 Was sollte bei der Gütertrennung sonst noch beachtet werden?

  • Unabhängig vom Güterstand wird die Ehepaarbesteuerung angewendet. Die Gütertrennung hat auch keinen Einfluss auf Umfang und Art der Haftung der Ehegatten für Steuerschulden.
  • Die Gütertrennung findet bei der Teilung des Pensionskassen-Vermögens (BVG) keine Anwendung. Es wird auf jeden Fall geteilt. Die Guthaben aus der 3. Säule (3a und 3b) werden hingegen nicht aufgeteilt.