Recht & Gesetz

Grillieren auf dem Balkon: Was ist erlaubt?

TIPPS
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Beim Grillieren auf dem Balkon oder der Terasse sollte Rücksicht auf die Nachbarn genommen werden. Bild: iStock / g-stockstudio

Grillpartys verursachen Lärm- und Geruchsemissionen, die dem Nachbarn nicht immer schmecken. Wie sich Ärger mit dem Nachbarn und dem Vermieter vermeiden lässt, verraten unsere Tipps.

Würstchen, Steaks und Gemüse: Sobald die Temperaturen steigen, kommen sie auf den Grillrost. Besonders im Sommer ist Grillieren in geselliger Runde ein beliebtes Freizeit- wie auch Genussvergnügen. Mieter, die keinen Gartenzugang haben, müssen auf den Balkon ausweichen. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Rechtlicher Rahmen mit Spielraum

Laut Mietrecht ist das Grillieren auf dem Balkon grundsätzlich gestattet – egal ob mit Elektro-, Gas- oder Holzkohlegrill. Die Verwaltung darf Ihnen das Grillieren auf dem Balkon nicht einfach verbieten. Es ist aber zum Beispiel zulässig, die Verwendung eines Holzkohlegrills zu verbieten und stattdessen nur Gas- oder Elektrogrills zu erlauben. Denn sämtliche Verbote in der Hausordnung oder im Mietvertrag müssen auf Sachlichkeit beruhen und dürfen nicht zu stark in das Privatleben der Mietparteien eingreifen. Mieter dürfen demnach auf dem Balkon oder der Terrasse grillieren – solange die Rücksichtspflicht gewahrt wird. Vermeiden Sie deshalb übermässige Immissionen oder das Grillieren nach der Nachtruhe. Verstossen Sie oder Ihr Nachbar gegen die Rücksichtspflicht, kann der Vermieter oder die Verwaltung einschreiten. Bei wiederholten Verstössen könnte Ihnen sogar eine Kündigung drohen. 

Bevor Sie also zu einem Grillfest einladen: Werfen Sie einen Blick auf Ihren Mietvertrag. Dasselbe gilt übrigens für Grünflächen, die keiner bestimmten Wohnung zugeordnet sind. Da solche Gemeinschaftsflächen von allen Mietern genutzt werden dürfen, sollten Sie sich kurz mit den Nachbarn absprechen.

Mit oder ohne Qualm: Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill?

Möchten Sie Ärger im Vornherein aus dem Weg gehen? Dann verzichten Sie besser auf einen Holzkohlegrill und stellen Sie auf einen Gas- oder Elektrogrill um, wie es so manche Hausordnung fordert. Denn der grösste Nachteil beim Holzkohlegrill ist der mitunter starke, beissende Rauch, der die Nachbarn sicherlich stört. Deutlich weniger davon produziert der so genannte «vertikale Grill», bei dem das Grillgut neben der Glut hängt. Und auch der «rauchfreie» Grill ist eine Alternative – der Lotusgrill zum Beispiel: Eine batteriebetriebene Lüftung sorgt für ein schnelles Aufheizen der Kohle und es gibt praktisch keine Rauchemissionen.

Rauchfrei-Tipps zum Grillieren auf dem Balkon oder der Terrasse

Damit die Grill- nicht zur Streitsaison wird, sollten Grilleure ein paar Regeln beherzigen: 

  • Rücksichtspflicht beachten
  • Am besten einen Elektro-, Gas- oder rauchfreien Grill wie den Lotusgrill – verwenden. Letzteren gibt es inzwischen auch als XXL-Variante und mit Standfuss.
  • Wer den Holzkohlegrill benutzen möchte, vermeidet Rauchbildung dadurch, dass er keine Anzünder und nur wenig Kohle verwendet, kein behandeltes oder frisches Holz verbrennt sowie Fett oder Marinade nicht in die Glut tropfen lässt.
  • Wer nach 22 Uhr noch draussen sitzen mag, sollte seine Gespräche auf Tischlautstärke reduzieren oder die Feiergesellschaft nach drinnen verlegen.

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