Recht & Gesetz

Finanzieller Zustupf durch Untermiete oder Airbnb

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Bild: iStock / xavierarnau

Wenn Sie ein halbes Jahr im Ausland sind, jemand aus Ihrer Wohnung ausgezogen ist oder Sie die Miete nicht mehr alleine zahlen können, lohnt es sich, den verfügbaren Raum zur Untermiete oder auf Airbnb anzubieten. Comparis erklärt, worauf Sie achten müssen.

Das Zimmer untervermieten oder auf Airbnb anbieten, sorgt für einen finanziellen Zustupf. Damit Sie mit dem Vermieter keinen Ärger bekommen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten.

1. Vermieter informieren

Die Untermiete eines Zimmers ist grundsätzlich erlaubt. Das gilt auch bei der Untermiete durch den Online-Zimmervermittler Airbnb. Der Vermieter muss allerdings seine Einwilligung zur Untermiete geben. Er darf die Untermiete verweigern, wenn:

  1. Der Mieter die Bedingungen des Untermietvertrags nicht bekannt gibt
  2. Der Untermieter den Wohnraum für geschäftliche Zwecke nutzen will
  3. Der Mieter aus der Untervermietung des Wohnraums einen Gewinn erzielt

Wenn Sie Ihre ganze Wohnung untervermieten, weil sie für einen längere Zeit abwesend sind, empfiehlt es sich, eine vertrauensvolle Person als Vertretung zu organisieren. Geben Sie deren Kontaktdaten an die Vermieterschaft weiter.

2. Schriftlichen Vertrag aufsetzen

Erstellen Sie immer einen schriftlichen Vertrag. Verletzt beispielsweise Ihr Untermieter die vereinbarten Kündigungsfrist, können Sie auf die Einhaltung der Vertragsbedingungen bestehen. Bei einer mündlichen Vereinbarung kann sich jeder darauf berufen, dass er die Abmachung anders verstanden habe – und es fehlen die Beweise für eine Klärung.

Achtung: Als Hauptmieter haften Sie gegenüber dem Vermieter für sämtliche Schäden in der Wohnung.

Eine Vorlage eines Untermietvertrages stellt der Mieterverband auf der Homepage zur Verfügung.

Hier finden Sie 11 Fragen und Antworten zur Untermiete.

3. Wie hoch darf die Untermiete sein?

Eine gesetzliche Bestimmung wie viel Sie verlangen dürfen, existiert nicht. Fest steht: Mieter dürfen keinen Gewinn aus der Untermiete schlagen. Hat eine Wohnung ungefähr gleich grosse Zimmer, dürfen Sie den Mietzins durch die Anzahl Zimmer teilen. Benutzt der Untermieter das Wohnzimmer mit, können Sie den Preis für den halben Raum dazurechnen. Hat Ihre Wohnung unterschiedlich grosse Zimmer, so ist es üblich, dass man die Quadratmeter als Berechnungsgrundlage nimmt. Ist das Zimmer möbliert, dürfen Sie je nach Wert der Möbel einen maximalen Zuschlag von 20 Prozent der Nettomiete verlangen.

Für die Berechnung des Mietzinses für Vermietungen über Airbnb gilt dasselbe wie bei der Untermiete. Für Möbel und die Reinigung können Sie einen angemessenen Aufpreis verlangen. Bei Airbnb fallen für Sie als Gastgeber Gebühren von bis zu fünf Prozent an.

4. Vorgehen bei Eigentumswohnungen

Die Vermietung von Eigentumswohnungen über Airbnb und ähnliche Plattformen ist grundsätzlich nicht verboten. Besitzer von Eigentumswohnungen müssen aber die Einhaltung der jeweiligen Reglemente gewährleisten. Mögliche Beispiele wären: «Feriengäste dürfen Gemeinschaftsräume wie Schwimmbad, Dachterrasse oder Fitnessraum nicht nutzen.» Die Umnutzung einer Wohnung in einen hotelähnlichen Betrieb benötigt die Zustimmung der anderen Stockwerkeigentümer. Vergleichen Sie dazu folgendes Bundesgerichtsurteil.

Unproblematischer ist es, wenn es sich bei den Wohnungen sowieso vermehrt um Ferienliegenschaften handelt.

Unser Tipp

Wer langfristig verreist oder ein Zimmer frei hat, kann von einer Untermiete profitieren. Für eine kurzfristige Vermietung sind Plattformen wie Airbnb von Vorteil, da alle Vertragsbedingungen bereits bei der Buchung geklärt werden. Für die Vermittlerdienste werden aber Gebühren erhoben. Eine Untermiete muss in jedem Fall mit dem Vermieter abgesprochen werden. Zudem sollten Sie immer eine Ansprechperson bestimmen, die während Ihrer Abwesenheit zwischen dem Vermieter und dem Untermieter vermitteln könnte und ein Auge auf Ihre Wohnung hat.