Hausrat & Haftpflicht

Taschendiebstahl: Wenn das Portemonnaie gestohlen wurde

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Auch in Schweizer Grossstädten kommt ein Taschendiebstahl nicht selten vor. Vor allem in Menschenmassen ist Vorsicht geboten! Bild: iStock / sestovic

Es kann überall passieren: In der überfüllten Einkaufsstrasse, im Tram oder Zug, beim Sightseeing. Ein Taschendiebstahl ist keine Seltenheit – auch nicht in der Schweiz. Wurde Ihr Portemonnaie gestohlen, sollten Sie schnell handeln. Doch wie reagieren Sie in dieser Situation richtig? Comparis hat Ihnen eine Checkliste für den Notfall zusammengestellt.

Bank- und Kreditkarten sperren lassen

Bevor die Diebe Ihr Bankkonto plündern können, sollten Sie unbedingt zuerst alle Bank- und Kreditkarten sperren lassen. Dazu müssen Sie die für die Karte zuständige Bank oder das zuständige Kreditkarteninstitut anrufen. Die Nummer für das Sperren befindet sich auf der jeweiligen Karte. Daher empfiehlt es sich, diese bereits bei Erhalt zu notieren oder im Handy zu speichern.

Beachten Sie: Das Sperren der Maestro-Karte ist in den meisten Fällen nicht kostenlos. Die Gebühren unterscheiden sich bei den Schweizer Banken zuweilen enorm. Teilweise zahlen Sie sogar mehr als 50 Franken. Und auch für die Ersatzkarte müssen Sie teils bis zu 40 Franken zahlen. Die Kreditkartensperrung ist häufig kostenlos, doch auch für die Ersatzkarte müssen Sie zahlen.

Anzeige bei der Polizei erstatten

Die Verlustanzeige bei der Polizei sollte direkt nach dem Diebstahl erfolgen. Im Idealfall geschieht dies auf dem Polizeiposten direkt vor Ort. Bemerken sie den Diebstahl jedoch erst zuhause, können Sie sich natürlich auch bei der Polizeistation in Ihrer Nähe melden. Eine Verlustanzeige ist erforderlich, um neue amtliche Dokumente zu beantragen.

Identitätskarte

Bei einer polizeilichen Diebstahlmeldung wird Ihre Identitätskarte offiziell zur Fahndung ausgeschrieben und gesperrt. Der Ausweis wird für ungültig erklärt und kann bei Wiederauffinden auch nicht mehr verwendet werden. Neue Identitätskarten kosten für Erwachsene 70 Franken, für Kinder 65 Franken inklusive Porto.

Führerausweis 

Auch für den Führerausweis sollte eine Verlustanzeige gemacht werden. Ein Ersatz kann bei dem für den Wohnort zuständigen Strassenverkehrsamt beantragt werden. Die Kosten dazu betragen je nach Kanton zwischen 15 und 70 Franken.

ÖV-Fahrkarten und -Abonnements

Der Ersatz von Generalabonnement (GA) und Halbtax kostet je 30 Franken. Gleich viel kostet das Streckenabonnement, zum Beispiel für S-Bahn, Tram oder Bus. Achtung: Das GA kann daraufhin kein zweites Mal ersetzt werden. Eine vorzeitige Kündigung inklusive Rückerstattung des verbleibenden Betrages ist ebenfalls nicht mehr möglich.

Weitere Karten

Es lohnt sich, eine Liste von Karten und Ausweisen zu erstellen, welche sonst noch in Ihrem Portemonnaie waren. Das können zum Beispiel auch Kundenkarten sein, deren Ersatz in den meisten Fällen kostenlos ist.

Sind es Kärtchen mit Kreditkartenfunktion, sollten diese ebenfalls schnellstmöglich gesperrt werden. Für den Ersatz wird je nach Anbieter eine Gebühr erhoben. Studenten müssen zum Beispiel mit Kosten bis zu 25 Franken rechnen, um ihren Studentenausweis zu ersetzen.

Diebstahl der Versicherung melden

Bei einem einfachen Diebstahl, zum Beispiel bei einem Trick- oder Taschendiebstahl, besteht für Geldwerte (Bargeld, Kundenkarten, Abonnements etc.) keine Deckung. Für das Portemonnaie und die durch den Diebstahl entstehenden Kosten zur Wiederbeschaffung von Dokumenten und Karten bzw. deren Sperrkosten dagegen schon – bis zu einem definierten Betrag abzüglich Selbstbehalt. 

Bei Beraubung, also bei Anwendung oder Androhung von Gewalt, sind sowohl Geldwerte als auch das Portemonnaie und die durch den Diebstahl entstehenden Kosten versichert. Oft sind diese aber auf einen bestimmten Anteil der Hausrat-Versicherungssumme oder auf einen Maximalbetrag begrenzt.

Melden Sie den Diebstahl also in jedem Fall Ihrer Hausratversicherung. Damit diese den Schaden übernimmt, muss die Zusatzdeckung «Einfacher Diebstahl auswärts» eingeschlossen sein. Um den anfallenden Selbstbehalt kommen Sie jedoch nicht herum. Dieser beläuft sich in den meisten Fällen auf 200 Franken.

Wie Sie sehen: Ein Diebstahlopfer muss einige Dinge erledigen, um den Schaden zu begrenzen. Und eins ist sicher: Zum Verlust des Bargelds kommen nicht geringe Kosten auf das Diebstahlopfer zu. Bei einem Portemonnaie mit üblichem Inhalt sind es schnell einmal mehr als 350 Franken, wie eine Berechnung von Comparis ergeben hat.

Damit es gar nicht erst soweit kommt und ein Taschendiebstahl vermieden werden kann, hat Comparis Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt:

Tipps gegen Taschendiebstahl

  • Lassen Sie Ihre Tasche nicht unbeaufsichtigt.
  • Tragen Sie Ihre Tasche möglichst vorne am Körper (das gilt in Menschenmassen z.B. auch für Rucksäcke).
  • Tragen Sie nur so viel Bargeld mit sich wie nötig.
  • Bewahren Sie etwas Kleingeld im Hosensack auf, um seltener das Portemonnaie zücken zu müssen.
  • Bewahren Sie das Portemonnaie nicht in einer Aussentasche, sondern gut verstaut, auf.
  • Zeigen Sie nicht offensichtlich, wo Sie Ihr Portemonnaie aufbewahren.
  • Achten Sie darauf, dass alle Fächer Ihrer Tasche geschlossen sind.
  • Lassen Sie sich nicht auf Ablenkungsversuche ein.

 

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