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Rückerstattung der Quellensteuer: So erhalten Sie Ihr Geld zurück

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Bild: iStock / swisshippo

Ausländische Arbeitnehmer können unter bestimmten Umständen die Quellensteuer zurückfordern. Welche Abzüge quellensteuerpflichtige Ausländer geltend machen können und wie es funktioniert, zeigt Comparis.

Wir geben Ihnen Antwort auf die wichtigsten Fragen zum Thema Quellensteuer:

Wer ist quellensteuerpflichtig?

Die Einkünfte folgender Personen unterliegen der Quellensteuer:

  • Ausländische Arbeitnehmer mit steuerrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz ohne Niederlassungsbewilligung C
  • In der Schweiz arbeitende Arbeitnehmer mit steuerrechtlichem Wohnsitz ausserhalb der Schweiz. Voraussetzung ist ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und dem Domizilland.

Wie viel Quellensteuer muss ich zahlen?

Die Quellensteuer bemisst sich an der Höhe des Bruttoeinkommens, dem Familienstand und dem Wohn- bzw. Arbeitskanton. Ausserdem kann er sich von Jahr zu Jahr ändern. Berechnen Sie bei Comparis in nur wenigen Sekunden, wie viel Steuern Sie zahlen müssen.


Wann ist die Quellensteuer zu zahlen?

Sie müssen keine Steuererklärung einreichen. Der Fiskalbeitrag wird jeden Monat vom Arbeitgeber direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen. Er zahlt die Steuer direkt an die zuständige Steuerbehörde in der Schweiz.

Kann ich Quellensteuern zurückfordern?

Deutsche Staatsangehörige kennen es aus der Heimat: Zum Jahresbeginn machen sie ihre Einkommenssteuererklärung für das Vorjahr und hoffen anschliessend auf eine Lohnsteuerrückzahlung.

Auch in der Schweiz können Sie bereits gezahlte Quellensteuer zurückfordern, indem Sie einen Antrag auf Neuveranlagung der Quellensteuer bei der zuständigen Steuerbehörde einreichen.

Welche Abzüge kann ich bei der Quellensteuer geltend machen?

Art und Höhe der Abzüge unterscheiden sich von Kanton zu Kanton teils erheblich. Erkundigen Sie sich über Details bei Ihrer zuständigen Steuerbehörde.

Wohnen Sie in den Kantonen Zürich, Aargau, Basel-Stadt oder Thurgau, werden quellensteuerpflichtige Abzüge wie folgt geregelt:

Weiterbildungskosten bei der Quellensteuer geltend machen

Geltend gemacht werden können Weiterbildungskosten, wenn sie der Ausübung des Berufs förderlich sind. Darunter fallen keine Ausbildungskosten (z.B. für Lehre, Schule oder Studium).

Die Abgrenzung ist manchmal schwierig und spitzfindig. Um sicherzugehen, fragen Sie bei der Steuerverwaltung nach, ob Ihre Fortbildung geltend gemacht werden kann.

Entfernungspauschale für den Weg zur Arbeit bei der Quellensteuer geltend machen

Grundsätzlich können Arbeitnehmer nur Fahrtkosten für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs abziehen. Diese müssen zum Beispiel im Kanton Zürich jährlich mindestens 2’100 Franken betragen.

Autopendler können lediglich Fahrtkosten in Höhe eines ÖV-Abos absetzen. Auto-Kilometer werden nur unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt. Beispiel: Der Kanton Aargau akzeptiert Auto-Fahrtkosten, wenn der Arbeitsweg mehr als 20’000 Kilometer im Jahr ausmacht und die Fahrt mit dem Auto gegenüber Bus und Bahn eine Zeitersparnis von mehr als einer Stunde bringt.

Vorsorgegelder bei der Quellensteuer geltend machen

Einzahlungen in die Säule 3a sind absetzbar. Ebenso Einkäufe in die Pensionskasse (2. Säule) zur Deckung von Vorsorgelücken.

Anmerkung zur Säule 3a: Für 2018 können Arbeitnehmer mit Anschluss an eine Pensionskasse maximal 6’768 Franken absetzen.

Unterhaltsleistungen bei der Quellensteuer geltend machen

Unterhaltsleistungen für Ex-Partner und Kinder können angebracht werden – nicht aber Scheidungskosten.

Kinderbetreuungskosten bei der Quellensteuer geltend machen

Eltern können die Betreuung ihrer Kinder in Krippen oder durch Tagesmütter bei ihrem Rückerstattungsgesuch angeben.

Krankheitskosten und Arztausgaben bei der Quellensteuer geltend machen

Krankheitskosten und Arztausgaben werden von den Finanzbehörden erst ab einer gewissen Höhe berücksichtigt: Die Kosten müssen höher als 4 Prozent der Bruttoeinkünfte sein. Nicht abziehbar sind Krankenkassenprämien.

Schuldzinsen bei der Quellensteuer geltend machen

Wer einen Kleinkredit oder ein Darlehen abbezahlt, darf als Schuldner die anfallenden Kreditzinsen bei der Rückerstattung der Quellensteuer anmelden.

Spenden bei der Quellensteuer geltend machen

Spenden und Mitgliedsbeiträge an gemeinnützige Organisationen sind abziehbar. Die Kantone setzen allerdings Mindestgrenzen – oftmals ab insgesamt 100 Franken.

Wie funktioniert die Rückerstattung der Quellensteuer?

Die Formulare werden mitsamt aller geforderten Belege ans Steueramt des Wohnkantons geschickt. Die Behörde prüft das Gesuch, stellt dem Steuerpflichtigen einen Bescheid zu und zahlt den Betrag zurück. 

Liste der kantonalen Steuerverwaltungen

Wo erhalte ich die Formulare für die Rückerstattung?

Auf den Webseiten der Kantone können Sie die entsprechenden Formulare herunterladen. Zusätzlich finden Sie wichtige Informationen zum Ablauf, zu den Fristen und benötigten Unterlagen.

Bis wann muss der Antrag auf Neuveranlagung eingereicht werden?

Die Fristen sind je nach Kanton unterschiedlich: Im Kanton Zürich etwa müssen Steuerpflichtige die Belege für 2018 bis spätestens 31. März 2019 einreichen. Verpassen Sie diese Frist, lehnt das Steueramt die Rückzahlung ab.

Andere Kantone haben weniger knappe Fristen. So bleiben Ausländern im Aargau fünf Jahre Zeit, die Quellensteuer zurückzufordern.

Wann zahlt die Steuerbehörde das Geld zurück?

Üben Sie sich in Geduld. Mit der Rückerstattung der Quellensteuer lassen sich die Kantone bisweilen Zeit – in Zürich beispielweise bis zu 18 Monate.

Was mache ich, wenn das Steueramt Abzüge nicht anerkennt?

Fragen Sie bei der Steuerbehörde nach einer Begründung. Sie können auf dem Rechtsweg Einspruch gegen die Entscheidung erheben. Genaue Informationen dazu finden Sie auf dem Steuerbescheid. In Zweifelsfällen können Ihnen Steuerberater oder Anwälte helfen. 

Ab wann zahle ich keine Quellensteuer mehr?

Folgende ausländische Arbeitnehmer werden ordentlich, also wie Schweizer Bürger besteuert:

  • Personen mit unbefristeter Niederlassungsbewilligung C
  • Arbeitnehmer mit mehr als 120’000 Franken Bruttoeinkommen
  • Ausländer, die einen Ehepartner mit Schweizer Pass oder Ausweis C haben
  • Immobilienbesitzer

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