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Reiseversicherungen in Zeiten von Corona

ANALYSE
| von Frédéric Papp |
iStock / rfranca

Konsumenten, die jetzt eine Reise buchen, sollten genau hinschauen. Denn manche Versicherungs-Anbieter schliessen wegen der Corona-Krise Stornierungen im Zusammenhang mit Covid-19 aus. Wer eine Reise plant, geht daher das Risiko ein, trotz Reiseversicherung kein Geld zu sehen. Comparis hat neun Anbieter genau beleuchtet.

Deckung ist trotz bestehender Versicherung nicht garantiert

Wenn Sie jetzt eine Reise buchen und diese wegen einer zweiten Corona-Krise nicht antreten können, ist selbst bei einer bestehenden Annullationskostenversicherung keine Deckung der Kosten garantiert. Die Vaudoise* und Generali etwa schliessen Stornierungen im Zusammenhang mit Covid-19 gänzlich aus.

Keine Deckung bei Einreisesperren

Selbst bei offiziellen Einreisesperren, die wegen des Coronavirus ausgesprochen werden, ist keine Deckung garantiert. Immerhin erstatten sechs von neun Anbietern die Annullationskosten zurück, sofern gewisse Bedingungen erfüllt sind. Diese Bedingungen unterscheiden sich von Versicherung zu Versicherung. Helvetia etwa setzt für eine Rückerstattung voraus, dass die Empfehlung des Bundesrats, auf nicht dringliche Auslandsreisen zu verzichten, für das Reiseziel zum Buchungszeitpunkt aufgehoben ist. Wer bei der Vaudoise, Generali oder der Allianz Global Assistance versichert ist, hat bei offiziellen Einreisesperren generell keinen Anspruch auf Rückerstattung.

Keine Deckung bei Selbstquarantäne

Wenn Sie Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person hatten, dürfen Sie Ihre Reise nicht antreten. Denn das Bundesamt für Gesundheit fordert, dass sich betroffene Personen in Selbstquarantäne begeben. Bei der Vaudoise und Generali gibt es in diesem Fall kein Geld zurück. Allianz Global Assistance vergütet die Kosten nur, sofern im Nachhinein tatsächlich eine Covid-19-Erkrankung vorlag. In der Regel müssen Konsumenten zusätzlich ein ärztliches Attest vorlegen, das die Notwendigkeit der Quarantäne bestätigt.

Die Angaben in der Tabelle sind ohne Gewähr, da die Versicherer jederzeit ihre Bedingungen anpassen können.

Worauf Sie bei Neuabschlüssen achten sollten

Möchten Sie eine Annullationskostenversicherung neu abschliessen, müssen Sie genau hinschauen. Neben Generali und Vaudoise schliesst auch die Mobiliar Stornierungen im Zusammenhang mit Covid-19 aus. Selbst bei einer nachgewiesenen Erkrankung an Covid-19 zahlen diese drei nicht. Andere Versicherer wie AXA, Zurich und Helvetia decken die Annullationskosten weiterhin, wenn Sie Ihre Reise aufgrund einer Covid-19-Erkrankung nicht antreten oder fortführen können. Aber Achtung: Stornierte Reisen wegen behördlich angeordneten Einreisesperren sind bei einem Neuabschluss teilweise nicht mehr gedeckt.

Bei Helvetia beispielsweise gilt in diesem Fall Folgendes: Kann die Reise aufgrund neu erlassener Einreisesperren wegen einer zweiten Corona-Welle nicht stattfinden, sind die Annullationskosten versichert. Voraussetzung hierfür ist indes, dass zum Buchungszeitpunkt keine bundesrätlichen Reisewarnungen vorherrschten und für die Zieldestination keine Restriktionen wie zum Beispiel Einreisesperren bestanden haben.

Wie Sie eine Rückvergütung der Kosten anfordern

Die Rückvergütung der Reisekosten müssen Sie zuerst bei den Veranstaltern – wie etwa Reisebüros, Hotels, Fluggesellschaften etc. – beantragen. Erhalten Sie keine Entschädigung vom Veranstalter, können Sie die Kosten der Annullationskostenversicherung angeben. Auch wenn Versicherungen auf den ersten Blick keine Deckung im Zusammenhang mit Corona gewähren, sollten Sie die Hände nicht in den Schoss legen. Es besteht die Möglichkeit, dass sich Versicherer kulant zeigen, auch wenn laut den Allgemeinen Versicherungsbedingungen kein Versicherungsschutz besteht.

*Bei der Vaudoise können Sie eine Annullationskostenversicherung nicht direkt abschliessen. Es handelt sich um eine kostenlose Dienstleistung bei Abschluss einer Vaudoise Autoversicherung.