Wohnungskennzahlen-Analyse 2026
Der Schweizer Mietwohnungsmarkt ist von grossen regionalen Unterschieden geprägt. Eine Comparis-Analyse der Mietinserate in den 10 grössten Schweizer Städten zeigt deutliche Unterschiede beim öffentlich sichtbaren Wohnungsangebot. Gleichzeitig macht eine repräsentative Comparis-Umfrage deutlich: Die Suche nach einem neuen Zuhause findet längst nicht nur über öffentlich ausgeschriebene Wohnungen statt. Immobilienportale spielen zwar eine zentrale Rolle, doch auch persönliche Netzwerke und weitere Suchwege sind von Bedeutung. Wie gesucht und gefunden wird, unterscheidet sich teils deutlich nach Alter, Einkommen, Wohnort und Lebenssituation.

17.09.2026
Die Ergebnisse im Überblick
Starke regionale Disparitäten: Lugano verzeichnet mit 53 Inseraten pro 1'000 Einwohner mehr als dreimal so viele ausgeschriebene Wohnungen wie Luzern (16) oder Winterthur (18).
Immobilienportale führend: Portale sind der meistgenutzte Suchweg (47 %) und mit 44 % der erfolgreichste Fundweg.
Großer verdeckter Markt: 41 % der Befragten fanden ihr Zuhause ohne öffentliches Inserat, meist über persönliche Netzwerke (27 %).
Stadt-Land-Gefälle: In Städten und Agglomerationen führen Portale häufiger zum Ziel (45–46 % vs. 37 % auf dem Land); auf dem Land ist das persönliche Netzwerk wichtiger (31 % vs. 24 % in Städten).
Fehlender Zugang zu Netzwerken: 51 % nutzten keine persönlichen Kanäle – 29 % davon, weil sie keinen Zugang zu solchen Kontakten haben.
Knapp 45'000 Mietwohnungen innerhalb eines Jahres ausgeschrieben
Wie angespannt der Mietwohnungsmarkt ist, zeigt sich nicht nur an Leerständen und Mietpreisen, sondern auch daran, wie viele Wohnungen überhaupt öffentlich ausgeschrieben werden. Eine Analyse des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch mit dem grössten Immobilienportal der Schweiz untersucht das Angebot in den 10 bevölkerungsreichsten Schweizer Städten. Grundlage sind 44’654 Direktinserate zu Mietwohnungen, die zwischen Ende Juni 2025 und Ende Juni 2026 auf comparis.ch neu ausgeschrieben wurden.
Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum in den 10 grössten Städten knapp 45'000 Mietwohnungen ausgeschrieben. In absoluten Zahlen entfielen die meisten Inserate auf Zürich, gefolgt von Genf, Basel, und Lausanne. Dabei muss kritisch angemerkt werden, dass die Angebotssituation in den verschiedenen Städten allein anhand der Anzahl Inserate nur bedingt beurteilt werden kann, da sich die Städte hinsichtlich ihrer Bevölkerungsanzahl deutlich unterscheiden.
In Lugano dreimal so viele Inserate pro Einwohner wie in Luzern
Setzt man die Zahl der ausgeschriebenen Wohnungen ins Verhältnis zur Bevölkerung, ergibt sich ein anderes Bild: In Lugano wurden innerhalb eines Jahres 53 Mietwohnungen pro 1'000 Einwohner ausgeschrieben – so viele wie in keiner anderen der untersuchten Städte. Dahinter folgen Lausanne mit 39 sowie Biel/Bienne, St. Gallen und Basel mit jeweils 33 Inseraten pro 1'000 Einwohner.
Deutlich geringer fällt das öffentlich ausgeschriebene Angebot pro 1’000 Einwohner in anderen Städten aus: Zürich kommt auf 28 Mietinserate pro 1'000 Einwohner, Bern auf 26. Besonders tief liegen die Werte in Winterthur mit 18 und Luzern mit 16 Inseraten pro 1'000 Einwohner. Damit wurden in Lugano gemessen an der Bevölkerung mehr als dreimal so viele Mietwohnungen öffentlich ausgeschrieben wie in Luzern und in Winterthur.
Das öffentliche sichtbare Angebot bildet nicht den gesamten Wohnungsmarkt ab
Der Inseratemarkt bildet allerdings nicht sämtliche Wohnungswechsel ab. Wohnungen können beispielsweise direkt weitergegeben oder ausserhalb öffentlicher Immobilienplattformen vermittelt werden. Auch Genossenschaftswohnungen werden häufig über eigene Vergabekanäle angeboten. Eine repräsentative Comparis-Umfrage ergänzt deshalb die Inserateanalyse um die Perspektive der Bevölkerung und zeigt, über welche Kanäle Wohnungssuchende ihr Zuhause suchen und finden.
Vergünstigter Wohnraum vor allem in Städten verbreitet
Die repräsentative Umfrage unter 1’038 Erwachsenen im August 2026 zeigt: Knapp zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung wohnen zur Miete (64 Prozent), etwas mehr als ein Drittel im selbstgenutzten Wohneigentum (36 Prozent).
Unter den befragten Mietenden wohnen 15 Prozent in einer Genossenschaftswohnung nach dem Prinzip der Kostenmiete. Dabei sollen die Mieteinnahmen nur die Kosten für Bau, Betrieb und Unterhalt der Wohnung decken; ein Gewinn wird nicht erzielt. In den Städten liegt der Anteil der Mietenden in Genossenschaftswohnungen bei 17 Prozent, in Agglomerationen bei 15 Prozent und auf dem Land bei 7 Prozent. Ein Röstigraben zeigt sich ebenfalls: In der Deutschschweiz leben 17 Prozent in einer Genossenschaftswohnung, in der Romandie 9 Prozent.
Insgesamt profitiert zudem rund jede achte Mietperson von einer vergünstigten Miete: 4 Prozent davon wohnen staatlich subventioniert, 7 Prozent zahlen eine vergünstigte Miete ohne staatliche Subvention und 2 Prozent erhalten eine individuelle Verbilligung.
Vergünstigte Mieten ohne staatliche Subvention sind vor allem in Städten verbreitet: 10 Prozent der Mieterschaft profitieren dort davon, auf dem Land sind es 4 Prozent.
Bei den 18- bis 35-Jährigen zahlen 72 Prozent eine reguläre Marktmiete – weniger als bei den 36- bis 55-Jährigen mit 86 Prozent und bei Personen ab 56 Jahren mit 83 Prozent. Gleichzeitig profitieren Jüngere mit etwa 10 Prozent häufiger von einer vergünstigten Miete ohne staatliche Subvention als die 36- bis 55-Jährigen mit 5 Prozent.
«Persönliche Netzwerke können bei der Wohnungssuche hilfreich sein, stehen aber nicht allen gleichermassen zur Verfügung. Wer keinen Zugang zu solchen Kontakten hat, ist stärker auf öffentlich zugängliche Suchwege angewiesen. Das zeigt, wie wichtig ein möglichst breiter und transparenter Zugang zum öffentlich ausgeschriebenen Wohnungsangebot ist»
Immobilienportale sind der meistgenutzte Suchweg nach dem neuen Zuhause
Bei der Suche nach dem aktuellen Zuhause wurden Immobilienportale mit 47 Prozent am häufigsten genutzt. An zweiter Stelle folgen persönliche Netzwerke: Jede dritte befragte Person suchte über Familie, Freunde oder Bekannte (33 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Social Media und der Direktkontakt mit Liegenschaftsverwaltungen mit jeweils 10 Prozent sowie die direkte Nachfolgesuche mit 9 Prozent. Traditionelle und lokale Suchwege wie Kleinanzeigen wurden von 8 Prozent genutzt, während 6 Prozent über Genossenschaften suchten.
«Immobilienportale sind der wichtigste einzelne Weg zum neuen Zuhause. Gleichzeitig zeigt unsere Umfrage, dass Wohnungssuchende verschiedene Kanäle nutzen und auch persönliche Kontakte eine wichtige Rolle spielen. Gerade in einem angespannten Wohnungsmarkt kann es sich deshalb lohnen, bei der Suche mehrere Wege gleichzeitig zu nutzen», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert.
Die Wohnungssuche zeigt einen klaren Generationengraben: Personen unter 56 Jahren suchten deutlich häufiger digital. Mehr als die Hälfte nutzte dafür Immobilienportale – 53 Prozent der 18- bis 35-Jährigen und 52 Prozent der 36- bis 55-Jährigen. Bei den Personen ab 56 Jahren waren es 31 Prozent. Social Media wurde von Jüngeren ebenfalls häufiger genutzt: 15 Prozent der 18- bis 35-Jährigen und 12 Prozent der 36- bis 55-Jährigen nutzten diesen Weg, gegenüber 3 Prozent der Personen ab 56 Jahren.
Beim Direktkontakt zeigt sich ein anderes Bild: 13 Prozent der Personen ab 56 Jahren kontaktierten direkt eine Liegenschaftsverwaltung – fast doppelt so viele wie bei den Jüngsten mit 7 Prozent. Jüngere bewarben sich dagegen häufiger direkt bei Genossenschaften: 9 Prozent gegenüber 5 Prozent bei den 36- bis 55-Jährigen und 4 Prozent bei den über 55-Jährigen.
Der Röstigraben zeigt sich auch bei der Wohnungssuche: In der Deutschschweiz nutzte jede zweite Person Immobilienportale (50 Prozent), in der Romandie waren es 38 Prozent. Dafür spielten dort Social Media (18 gegenüber 8 Prozent) und der Direktkontakt mit Liegenschaftsverwaltungen (13 gegenüber 9 Prozent) eine deutlich grössere Rolle.
Gutverdienende und kürzer Wohnende setzen häufiger auf Immobilienportale
Gutverdienende nutzten Immobilienportale häufiger: Bei einem Bruttohaushaltseinkommen über 8’000 Franken waren es 55 Prozent, bei 4’000 bis 8’000 Franken 45 Prozent und bei Einkommen bis 4’000 Franken 37 Prozent.
Wer in den letzten 3 Jahren in sein heutiges Zuhause zügelte (28 Prozent der Befragten), nutzte bei der Wohnungssuche häufiger Immobilienportale. 59 Prozent suchten über diesen Weg, bei einer Wohndauer von mehr als 5 Jahren (60 Prozent der Befragten) waren es 41 Prozent.
Ein ähnliches Muster zeigt sich bei Social Media: Bei einer Wohndauer von weniger als 1 Jahr (9 Prozent der Befragten) nutzten 21 Prozent diesen Weg, bei einer Wohndauer von 1 bis 3 Jahren (19 Prozent der Befragten) waren es 18 Prozent und bei mehr als 5 Jahren 6 Prozent.
Immobilienportale und Wege ohne Inserat fast gleichauf
44 Prozent aller Befragten (sowohl Mietende als auch Eigentümerinnen und Eigentümer) wurden letztlich über ein Immobilienportal fündig. Fast ebenso viele fanden ihr heutiges Zuhause ohne öffentliches Inserat (41 Prozent). Am häufigsten führte dabei das persönliche Netzwerk zum Ziel: 27 Prozent der Umfrageteilnehmenden fanden ihr Zuhause über Familie, Freunde, Arbeitskollegen oder Bekannte. Je 7 Prozent wurden über den Direktkontakt mit einer Liegenschaftsverwaltung oder eine direkte Nachfolge fündig.
Social Media (6 Prozent) sowie traditionelle oder lokale Kanäle (5 Prozent) spielten eine kleinere Rolle. Über Genossenschaften (3 Prozent), Stiftungen oder gemeinnützige Organisationen (1 Prozent) sowie den Arbeitgeber (1 Prozent) wurden nur wenige fündig.
Beim tatsächlichen Fundweg zeigt sich der Generationengraben noch deutlicher. Rund die Hälfte der 18- bis 35-Jährigen (51 Prozent) und der 36- bis 55-Jährigen (47 Prozent) fand ihr Zuhause über ein Immobilienportal. Bei den über 55-Jährigen waren es 30 Prozent. Auch Social Media führte bei den Personen bis 55 Jahren häufiger zum Ziel: 7 Prozent gegenüber 2 Prozent bei den Personen ab 56 Jahren.
Bei Personen ab 56 Jahren spielten persönliche und klassische Wege eine grössere Rolle: 33 Prozent fanden ihr Zuhause über das persönliche Netzwerk, gegenüber 24 Prozent bei den 18- bis 35-Jährigen und 25 Prozent bei den 36- bis 55-Jährigen. Traditionelle Kanäle und der Direktkontakt mit Verwaltungen machten bei Personen ab 56 Jahren zusammen 23 Prozent aus – gegenüber 7 Prozent bei den 18- bis 35-Jährigen und 10 Prozent bei den 36- bis 55-Jährigen.
Der Stadt-Land-Graben setzt sich beim tatsächlichen Fundweg fort: In Städten (45 Prozent) und Agglomerationen (46 Prozent) führten Immobilienportale häufiger zum Zuhause als auf dem Land (37 Prozent). Dort spielte dafür das persönliche Netzwerk eine grössere Rolle: 31 Prozent wurden so fündig, gegenüber 24 Prozent in Städten.
Der Röstigraben zeigt sich auch beim Fund des Zuhauses: In der Deutschschweiz fanden 47 Prozent ihr Zuhause über ein Immobilienportal, in der Romandie 34 Prozent. Dort spielten Social Media (13 gegenüber 3 Prozent) und der Direktkontakt mit Liegenschaftsverwaltungen (11 gegenüber 6 Prozent) eine grössere Rolle.
Gutverdienende finden häufiger über Immobilienportale ihr Zuhause
Bei einem Bruttohaushaltseinkommen über 8’000 Franken fand die Hälfte ihr Zuhause über ein Immobilienportal (50 Prozent). Bei Einkommen zwischen 4’000 und 8’000 Franken waren es 40 Prozent, bei Einkommen bis 4’000 Franken 35 Prozent.
Beim Direktkontakt mit Liegenschaftsverwaltungen zeigt sich ein anderes Muster: Bei Einkommen bis 4’000 Franken führte dieser Weg bei 12 Prozent zum Zuhause – doppelt so oft wie in der mittleren Einkommensgruppe mit 6 Prozent.
Bei einer Wohndauer von höchstens 3 Jahren fand gut die Hälfte ihr Zuhause über ein Immobilienportal, bei mehr als 5 Jahren waren es 39 Prozent.
Auch Social Media führte bei kürzerer Wohndauer häufiger zum Ziel: Bei einer Wohndauer von bis zu 5 Jahren liegen die Anteile bei etwa 10 Prozent, gegenüber 2 Prozent bei mehr als 5 Jahren. Bei traditionellen und lokalen Kanälen dreht sich das Bild: 8 Prozent der langjährig Wohnenden wurden darüber fündig, gegenüber rund 1 Prozent bei Personen mit einer Wohndauer von weniger als 5 Jahren.
Nicht alle können bei der Wohnungssuche auf persönliche Kanäle zählen
Unter den Selbstsuchenden, die weder persönliche Netzwerke noch Social Media als Suchweg nannten (51 Prozent der Befragten), gaben 29 Prozent an, keinen Zugang zu entsprechenden Kontakten oder Kanälen zu haben. 18 Prozent versuchten es über persönliche Kontakte oder Social Media, blieben damit aber erfolglos. Für mehr als ein Drittel der Selbstsuchenden waren persönliche Kanäle hingegen gar nicht nötig, weil sie direkt über einen anderen Weg fündig wurden. 13 Prozent verzichteten bewusst darauf.
Personen unter 56 Jahren versuchten persönliche Kanäle häufiger erfolglos. Bei den 18- bis 35-Jährigen waren es 21 Prozent, bei den 36- bis 55-Jährigen 22 Prozent, gegenüber 10 Prozent bei Personen ab 56 Jahren. Personen ab 56 Jahren gaben dagegen zu 46 Prozent an, dass dieser Weg gar nicht nötig war, gegenüber 32 Prozent bei den 18- bis 35-Jährigen und 31 Prozent bei den 36- bis 55-Jährigen.
In der Romandie versuchten 28 Prozent erfolglos, über persönliche Kontakte oder Social Media fündig zu werden, in der Deutschschweiz 15 Prozent. In der Deutschschweiz war dieser Weg dagegen häufiger gar nicht nötig: 39 Prozent gegenüber 25 Prozent in der Romandie.
«Persönliche Netzwerke können bei der Wohnungssuche hilfreich sein, stehen aber nicht allen gleichermassen zur Verfügung. Wer keinen Zugang zu solchen Kontakten hat, ist stärker auf öffentlich zugängliche Suchwege angewiesen. Das zeigt, wie wichtig ein möglichst breiter und transparenter Zugang zum öffentlich ausgeschriebenen Wohnungsangebot ist», sagt Renkert.
Mehr als jede dritte Person suchte in den letzten 3 Jahren Wohnraum
Innert der letzten 3 Jahre waren 36 Prozent der Schweizer Bevölkerung auf Wohnungs- oder Haussuche, innert der letzten 12 Monate gut jede fünfte Person. Gleichzeitig gaben rund 8 Prozent an, noch nie aktiv nach einer Wohnung oder einem Haus gesucht zu haben.
Dabei zeigen sich deutliche Altersunterschiede: Von den 18- bis 35-Jährigen haben 55 Prozent in den letzten 3 Jahren Wohnraum gesucht. Bei den 36- bis 55-Jährigen waren es 36 Prozent, bei Personen ab 56 Jahren 17 Prozent.
Das Gegenbild zeigt sich beim Blick weiter zurück: Bei 64 Prozent der Personen ab 56 Jahren liegt die letzte Suche mehr als 5 Jahre zurück. Unter den 36- bis 55-Jährigen sind es mit 46 Prozent deutlich weniger. Bei den 18- bis 35-Jährigen sind es 15 Prozent – rund ein Drittel des Anteils der 36- bis 55-Jährigen.
In der Deutschschweiz haben 24 Prozent innerhalb der letzten 12 Monate nach Wohnraum gesucht, in der französischsprachigen Schweiz demgegenüber nur 17 Prozent.
Bei einer Suche, die 1 bis 3 Jahre zurückliegt, kehrt sich das Bild: In der französischsprachigen Schweiz liegt der Anteil bei 18 Prozent, in der Deutschschweiz bei 13 Prozent.
Mietende tragen häufiger höhere Wohnkosten
Gut zwei Drittel der Befragten haben monatliche Wohnkosten von weniger als 2’000 Franken (68 Prozent). Rund jede vierte Person gibt dagegen mindestens 2’000 Franken fürs Wohnen aus.
Zwischen Mieterschaft und Wohneigentümerschaft zeigen sich Unterschiede: 27 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer zahlen weniger als 1'000 Franken pro Monat, bei den Mietenden sind es 11 Prozent.
Fast die Hälfte der Mietenden gibt zwischen 1’500 und 2’499 Franken fürs Wohnen aus (49 Prozent), gegenüber 29 Prozent der Eigentümerschaft.
Besonders gross ist die Differenz bei Wohnkosten zwischen 2’000 und 2’499 Franken: 19 Prozent der Mieterschaft fallen in diese Kategorie, gegenüber 8 Prozent der Eigentümerschaft.
Tiefe Einkommen und Ältere tragen eine besonders hohe Wohnkostenlast
Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gab an, mindestens ein Viertel des Haushaltseinkommens fürs Wohnen auszugeben. 38 Prozent geben zwischen einem Viertel und einem Drittel aus. Bei 16 Prozent verschlingen die Wohnkosten sogar mehr als ein Drittel des Einkommens. 32 Prozent geben weniger als ein Viertel dafür aus.
Besonders stark belastet sind Haushalte mit tiefen Einkommen. Bei einem Einkommen bis 4’000 Franken geben 36 Prozent mehr als ein Drittel fürs Wohnen aus. Bei Einkommen zwischen 4’000 und 8’000 Franken sind es 17 Prozent, bei über 8’000 Franken noch 6 Prozent.
Umgekehrt haben hohe Einkommen deutlich mehr finanziellen Spielraum: 59 Prozent der Haushalte mit mehr als 8’000 Franken Einkommen verwenden weniger als ein Viertel fürs Wohnen. Bei mittleren Einkommen sind es 25 Prozent, bei Einkommen bis 4’000 Franken lediglich 18 Prozent.
Einpersonenhaushalte sind häufiger stark belastet. 26 Prozent geben mehr als ein Drittel ihres Bruttohaushaltseinkommens fürs Wohnen aus, gegenüber 15 Prozent bei Zweipersonenhaushalten und 10 Prozent bei Haushalten mit 3 oder mehr Personen.
Eine hohe Wohnkostenbelastung trifft ältere Personen häufiger. Von den Personen ab 56 Jahren gibt jede vierte Person (25 Prozent) mehr als ein Drittel des Bruttohaushaltseinkommens fürs Wohnen aus. Bei den 36- bis 55-Jährigen sind es 14 Prozent, bei den 18- bis 35-Jährigen 12 Prozent.
Tipps für Mieterinnen und Mieter
Mehrere Suchwege gleichzeitig nutzen
Neben der Suche auf Immobilienportalen auch persönliche Kontakte, Social Media und Liegenschaftsverwaltungen einbeziehen. Suchabos und Benachrichtigungen können zudem helfen, neue Angebote frühzeitig zu entdecken.
Bei Genossenschaften und Stiftungen suchen
Wohnbaugenossenschaften, Stiftungen und gemeinnützige Anbieter können interessante Alternativen für langfristig bezahlbaren Wohnraum bieten. Frühzeitig über Voraussetzungen, freie Wohnungen und mögliche Wartelisten informieren.
Bei den Suchkriterien flexibel bleiben
Wer bei Wohnfläche, Zimmeranzahl, Ausstattung oder Lage etwas Spielraum hat, vergrössert die Auswahl. Deshalb zwischen unverzichtbaren Anforderungen und blossen Wünschen unterscheiden.
Übergangslösungen in Betracht ziehen
Wenn kurzfristig keine passende Wohnung verfügbar ist, können eine WG, eine Untermiete oder eine befristete Wohnung den Zeitdruck reduzieren und mehr Spielraum für die weitere Suche schaffen.
Suchradius erweitern
Nicht nur im bevorzugten Stadtquartier oder in der Kernstadt suchen. Auch angrenzende Gemeinden und Agglomerationen berücksichtigen und dabei die Verkehrsverbindungen zum Arbeits- oder Ausbildungsort prüfen.
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im August 2026 unter 1’038 Erwachsenen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt. Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt wie in der ganzen Bevölkerung. So lassen sich die Ergebnisse besser auf alle übertragen.
Comparis hat den Mietwohnungsmarkt der 10 bevölkerungsreichsten Schweizer Städte zwischen Ende Juni 2025 und Ende Juni 2026 analysiert. Grundlage bilden alle Mietwohnungsinserate auf comparis.ch, dem grössten Immobilienmarktplatz der Schweiz. Berücksichtigt wurden ausschliesslich 44'654 Mietwohnungen, die innerhalb des Untersuchungszeitraums neu ausgeschrieben wurden. Nicht berücksichtigt wurden Wohnungen, die ausserhalb öffentlicher Immobilienplattformen vergeben wurden. Zur Sicherstellung einer hohen Datenqualität wurden die Inserate bereinigt.
Der Angebotsindex misst die Zahl der ausgeschriebenen Mietwohnungen pro 1'000 Einwohner. Grundlage für die Bevölkerungszahlen sind die aktuell verfügbaren Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS).
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