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Comparis-Effizienzpreis für Krankenkassen

Eine Monatsprämie fürs Verwalten: Verwaltungskosten reichen von 103 bis 445 Franken

Mehr als viermal so hohe Verwaltungskosten: Die Unterschiede zwischen den Schweizer Krankenkassen sind enorm. Die sodalis gesundheitsgruppe benötigte 2025 pro versicherte Person 103.35 Franken für die Verwaltung, bei der Genossenschaft Glarner Krankenversicherung waren es 445.20 Franken. Dort stiegen die Verwaltungskosten innerhalb eines Jahres zudem um 150.15 Franken. Das zeigt die Comparis-Analyse zum Effizienzpreis 2026. «Der Branchentrend stimmt: Seit 2021 sinken die Verwaltungskosten insgesamt. Das zeigt, dass mehr Effizienz möglich ist. Wer trotzdem mehr als viermal so viel für die Verwaltung ausgibt wie die effizienteste Kasse, müsste erklären können, was die Versicherten dafür bekommen», sagt Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser.

Portraitbild von Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser
Harry Büsser

06.10.2026

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Die Ergebnisse im Überblick

  • Die durchschnittlichen Verwaltungskosten der Schweizer Krankenkassen sanken 2025 auf 191.15 CHF pro Person bzw. 4,2 % der Prämien (2024: 193.00 CHF / 4,5 %). Seit 2021 entspricht dies einem Rückgang um 3,3 %.

  • Die Ausgaben reichen von 103.35 CHF bis 445.20 CHF pro Person. Die Schwelle für den Comparis-Effizienzpreis (effizientestes Viertel) liegt 2025 bei 166.50 CHF.

  • Spitzenreiter ist die sodalis gesundheitsgruppe (103.35 CHF pro Person / 3,3 % der Prämien), gefolgt von der Sumiswalder Krankenkasse (109.75 CHF) und der Krankenkasse Luzerner Hinterland (118.75 CHF).

  • Schlusslicht ist die Genossenschaft Glarner Krankenversicherung (445.20 CHF pro Person / +150.15 CHF Vorjahresanstieg). Ihre Versicherten zahlten im Schnitt 23,4 % (846.15 CHF) mehr Jahresprämie als Kunden von sodalis.

  • Auch mittlere und grosse Versicherer wie KPT und Atupri gehören zum ineffizientesten Viertel.

«Effizienz allein macht noch keine günstige Krankenkasse. Aber wer weniger Geld für die eigene Verwaltung braucht, hat zumindest einen Kostenblock besser im Griff.»

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Harry BüsserComparis-Versicherungsexperte

Zürich, 6. Oktober 2026 – Die aktuellen Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigen: Die Verwaltungskosten der 36 Krankenversicherungen* betrugen 2025 im Schnitt 4,2 Prozent der Prämien bzw. 191.15 Franken pro versicherte Person. Im Vorjahr waren es 4,5 Prozent bzw. 193.00 Franken gewesen. Der Online-Vergleichsdienst Comparis hat auch heuer den Zusammenhang zwischen Verwaltungskosten und Prämien untersucht. 

Die sodalis gesundheitsgruppe war 2025 am effizientesten 

Die effizienteste Kasse war demnach 2025 die sodalis gesundheitsgruppe. Sie senkte ihre Verwaltungskosten um 25.45 Franken gegenüber dem Vorjahr (von 128.80 auf 103.35 Franken). Die Verwaltungskosten entsprachen 3,3 Prozent der Prämieneinnahmen. Im Schnitt zahlten die Versicherten hier 3’609.60 Franken Grundversicherungsprämien. 

An zweiter Stelle folgt Sumiswalder Krankenkasse. Hier stiegen die Verwaltungskosten von 103.50 auf 109.75 Franken pro versicherter Person. Mit 118.75 Franken (23.55 Franken mehr gegenüber dem Vorjahr) war Krankenkasse Luzerner Hinterland die dritteffizienteste Kasse. 

«Verwaltungskosten machen zwar nur einen kleinen Teil der Prämie aus. Aber sie gehören zu den Kosten, welche die Krankenkassen selbst direkt beeinflussen können», sagt Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser. «Wer seine Verwaltung dauerhaft schlank hält, geht effizient mit den Prämiengeldern um. Entscheidend ist allerdings, dass darunter Service und Leistungsabwicklung nicht leiden.» 

Fast ein Viertel höhere Prämien bei der ineffizientesten Kasse 

Am höchsten waren 2025 die Verwaltungskosten bei Genossenschaft Glarner Krankenversicherung. Sie gab 445.20 Franken pro versicherter Person für die Verwaltung aus. Das sind 150.15 Franken mehr als noch im Jahr zuvor. Die Versicherten zahlten hier letztes Jahr durchschnittlich 4’455.70 Franken Prämien. Das sind 846.15 Franken bzw. 23,4 Prozent mehr als bei sodalis gesundheitsgruppe. 

Auch unter den grossen und mittleren Krankenversicherern gab es 2025 ineffiziente Kassen: KPT Krankenkasse AG und Atupri Gesundheitsversicherung AG gehörten zum Viertel mit den höchsten Verwaltungskosten. 

«Grösse garantiert noch keine effiziente Verwaltung», sagt Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser. «Hohe Verwaltungskosten sind nicht per se schlecht. Doch wer deutlich mehr ausgibt als die effizientesten Kassen, sollte erklären können, welchen zusätzlichen Nutzen die Versicherten dafür erhalten.» 

Tiefste Durchschnittsprämien bei Krankenkasse Visperterminen 

Die tiefsten Prämien zahlten Versicherte letztes Jahr bei Krankenkasse Visperterminen mit im Schnitt 3’449.50 Franken. Mit Verwaltungskosten von 139.30 Franken pro versicherter Person lag Krankenkasse Visperterminen im vordersten Viertel aller Kassen bei der Verwaltungseffizienz. 

An zweiter Stelle folgte Einsiedler Krankenkasse mit einer Durchschnittsprämie von 3’527.05 Franken und Verwaltungskosten von 239.00 Franken. Auf dem dritten Platz punkto Prämienkosten landete sodalis gesundheitsgruppe mit einer Durchschnittsprämie von 3’609.60 Franken.  

«Effizienz allein macht noch keine günstige Krankenkasse. Aber wer weniger Geld für die eigene Verwaltung braucht, hat zumindest einen Kostenblock besser im Griff», so der Experte. 

Krankenkassen im Kostenhoch: 5’000-Franken-Marke kein Einzelfall mehr 

Am höchsten war die durchschnittliche Jahresprämie 2025 bei vivacare AG mit 5’312.05 Franken. vivacare AG belegt bezüglich Effizienz den 22. Platz unter den 36 Krankenkassen, mit Verwaltungskosten von 219.40 Franken pro Person. Nur knapp weniger, nämlich 5’147.90 Franken, zahlten Versicherte bei Avenir Assurance Maladie SA. Die Kasse verzeichnet Verwaltungskosten von 202.20 Franken und gehört damit zur effizienteren Hälfte der Krankenkassen. Die drittteuerste Kasse war sana24 AG mit einer Durchschnittsprämie von 5’082.10 Franken und Verwaltungskosten von 202.50 Franken. 

«Die Verwaltungskosten sind nur ein kleiner Teil der Rechnung. Entscheidend für die Prämien sind vor allem die Gesundheitskosten und die Risikostruktur der Versicherten. Eine teure Kasse kann deshalb bei der Verwaltung durchaus effizient arbeiten», sagt Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser. 

Zwischen 2021 und 2025 sind die Verwaltungskosten pro Person im Durchschnitt von 197.65 auf 191.15 Franken pro versicherte Person (-3,3 Prozent) gesunken. 

«Dass die Verwaltungskosten seit 2021 sinken, ist eine gute Entwicklung. Sie zeigt, dass Effizienzgewinne möglich sind», erklärt Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser. «Aber wir dürfen uns davon nicht täuschen lassen: Mit effizienterer Verwaltung allein lässt sich der Prämienanstieg nicht stoppen. Der weitaus grössere Hebel liegt bei den Kosten für medizinische Leistungen.» 

Um die Anstrengungen der Krankenkassen für eine noch effizientere Verwaltung transparent zu machen, verleiht der Online-Vergleichsdienst comparis.ch seit 2015 den Effizienzpreis. 

Ausgezeichnet werden die Schweizer Krankenversicherer mit dem tiefsten Verwaltungsaufwand. Als effizient gilt eine Krankenkasse gemäss diesem Ranking, wenn sie zum besten Viertel der Krankenkassen mit den tiefsten Verwaltungskosten gehört. Bewertet wird der Verwaltungsaufwand je versicherte Person in Franken.  

Für das Jahr 2025 liegt die Effizienzgrenze bei 166.50 Franken pro versicherte Person. Die Zahlen beruhen auf den neuesten offiziellen Aufsichtsdaten für die Obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedes Jahr veröffentlicht. Stand: Herbst 2026. 

Verwaltungskosten zeigen, wie viel eine Krankenkasse für ihre Verwaltung und ihren Betrieb ausgibt. Dazu gehören beispielsweise Personalkosten, IT, Räumlichkeiten, Versicherungen und Werbung. Nicht dazu gehören die eigentlichen Gesundheitsleistungen wie Arztbehandlungen, Medikamente oder Spitalaufenthalte. Im Schnitt gaben die Krankenkassen im Untersuchungszeitraum 2025 4,2 Prozent des Prämienvolumens für die Verwaltung aus.  

* KLuG Krankenversicherung wurde aufgrund der vom BAG 2025 erklärten Insolvenz und des Bewilligungsentzugs per Ende 2025 nicht berücksichtigt. 

Weitere Informationen: 
Harry Büsser 
Versicherungsexperte 
Telefon: 044 360 53 91 
E-Mail: media@comparis.ch 
comparis.ch 

Anhang: Daten der Grafiken

Top 5

Rang Name des OKP-Versicherers Holding Durchschnittlicher Versichertenbestand Prämie je versicherter Person in Fr. Verwaltungsaufwand je versicherter Person in Fr. Mittleres Verhältnis (Verwaltungsaufwand/Prämien-Risikoausgleich) in %
1 sodalis gesundheitsgruppe keine 53'886 3'609.60 103.35 3.26
2 Sumiswalder Krankenkasse keine 32'747 4'210.75 109.75 2.80
3 Krankenkasse Luzerner Hinterland keine 23'776 4'085.00 118.75 2.76
4 Krankenkasse Visperterminen keine 5'333 3'449.50 139.30 4.84
5 Agrisano Krankenkasse AG keine 190'439 3'651.30 154.05 4.94

Flop 5

Rang Name des OKP-Versicherers Holding Durchschnittlicher Versichertenbestand Prämie je versicherter Person in Fr. Verwaltungsaufwand je versicherter Person in Fr. Mittleres Verhältnis (Verwaltungsaufwand/Prämien-Risikoausgleich) in %
32 Galenos AG Visana 11'570 5'073.60 260.30 4.40
33 Krankenkasse Birchmeier keine 7'375 3'957.60 260.95 6.39
34 CM Vallée d'Entremont keine 4'900 4'269.15 286.40 6.61
35 curaulta keine 2'487 4'007.05 295.85 6.59
36 Genossenschaft Glarner Krankenversicherung keine 5'460 4'455.70 445.20 9.45

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