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Repräsentative Comparis-Umfrage zu persönlichen Finanzen

Der Abstand zwischen Arm und Reich vergrössert sich – das zeigt sich auch an den Krankenkassenprämien

Finanziell ist die Schweiz 2026 zweigeteilt: Während rund drei Viertel der erwachsenen Bevölkerung grundsätzlich über genügend Geld verfügen, stehen Haushalte mit tiefem Einkommen deutlich unter Druck. Das zeigt eine repräsentative Comparis-Befragung. 4 von 10 Haushalten mit einem Bruttohaushaltseinkommen bis 4'000 Franken geht es finanziell noch schlechter als im Vorjahr. Besonders ins Gewicht fallen die Krankenkassenprämien: Fast die Hälfte der einkommensschwachen Haushalte hat zumindest zeitweise Mühe, die Prämien zu bezahlen. «Um das leicht abzufedern, könnte man zumindest allen berechtigten Personen automatisch eine genügend hohe Prämienverbilligung zusprechen. Heute müssen sich die Leute je nach Kanton selbst darum bemühen. Es wäre zudem von Vorteil, wenn der Zugang zu Finanzinformationen und Vergleichsmöglichkeiten vereinfacht wird», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn.

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Michael Kuhn

10.09.2026

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Die Ergebnisse im Überblick

  • 41 % der Haushalte mit tiefem Einkommen (bis 4'000 CHF) berichten von einer Verschlechterung ihrer Finanzlage, verglichen mit nur 18 % bei Besserverdienenden (über 8'000 CHF).

  • Für 58 % der Personen mit verschlechterter Finanzlage sind steigende Krankenkassenprämien die Ursache; über 25 % der Geringverdienenden haben wiederholt Mühe bei der Prämienzahlung.

  • Ein Drittel der Personen mit tiefem Einkommen kann selten oder nie sparen. Zudem nutzt in dieser Gruppe nur die Hälfte Vergleichsdienste zur Ausgabenoptimierung, verglichen mit über 75 % bei hohen Einkommen.

  • Fast 40 % der einkommensschwachen Haushalte erwarten bis 2031 eine weitere Verschlechterung, während über 70 % der 18- bis 35-Jährigen optimistisch in die Zukunft blicken.

«Die Prämienverbilligung erreicht viele Haushalte mit tiefem Einkommen – aber noch nicht alle. Diese Lücke muss geschlossen werden.»

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Michael KuhnComparis-Consumer-Finance-Experte

Zürich, 10. September 2026 – Die finanzielle Lage der Schweizer Bevölkerung bleibt 2026 insgesamt stabil. Dahinter verbergen sich jedoch unterschiedliche Realitäten: Rund ein Viertel der Erwachsenen bewertet die heutige finanzielle Situation schlechter als noch 2025. Bei Haushalten mit tiefem Einkommen sind es deutlich mehr als bei denjenigen mit hohen Einkommen: 41 Prozent der Geringverdienenden bewerten ihre Lage schlechter als im Vorjahr. Bei Bruttohaushaltseinkommen von über 8'000 Franken ist es dagegen nicht einmal ein Fünftel (18 Prozent).  

«Die Wirtschaft wächst, und die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Das ist sozialer Sprengstoff. Eine mögliche Massnahme wäre zum Beispiel eine automatische Auszahlung einer genügend hohen Prämienverbilligung an berechtigte Personen. Auch ein einfacherer Zugang zu Finanzinformationen und Vergleichsmöglichkeiten könnte helfen», sagt Comparis-Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn. «Optimal wäre es, wenn alle Personen grundsätzlich über die relevanten Finanzinformationen verfügen würden und dieses Wissen nutzen könnten, um ihre Ansprüche auf Prämienverbilligung geltend zu machen und günstigere Produkte zu finden. Das würde aufs Portemonnaie und die Selbstwirksamkeit einzahlen.» 

Kaufkraft legt die Einkommensschere offen 

Die finanzielle Kluft zeigt sich an verschiedenen Messgrössen. So können sich bei den tiefen Einkommen 6 von 10 Personen weniger leisten als noch im Vorjahr. Bei hohen Einkommen zeigt sich das umgekehrte Bild: Mehr als die Hälfte der Begüterten kann sich gleich viel leisten wie noch im Vorjahr. Nur rund ein Drittel der Personen mit Haushalteinkommen über 8’000 Franken muss sich gegenüber dem Vorjahr einschränken. 

Hinzu kommt, dass Geringverdienende doppelt benachteiligt sind, weil ihnen überdies das Geld zum Sparen und Investieren fehlt. Ein Drittel der Befragten mit tiefem Einkommen gab an, selten oder nie genug Geld zur freien Verfügung zu haben, um überhaupt sparen zu können. Bei den Haushalten mit über 8’000 Franken Haushaltseinkommen sparen hingegen zwei Drittel und fast die Hälfte nutzt freiwerdende Mittel für Finanzinvestitionen. Bei den tiefen Einkommen sind es 7 Prozent. 

«Die Schweiz entwickelt sich so immer stärker zu einer Gesellschaft, in der die, die haben, ihr Vermögen vermehren und die anderen ärmer werden», sagt Kuhn. «Umso wichtiger sind Anstrengungen für eine verbesserte Finanzbildung ab dem Schulalter sowie für einen hindernisfreien Zugang zu allen relevanten Finanzinformationen für Personen mit geringerer Bildung und tiefen Einkommen», so Kuhn weiter. So zeige eine Comparis-Analyse aus dem Mai 2026 beispielsweise, dass nur die Hälfte der Haushalte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 4’000 Franken Vergleichsdienste nutzt und so bei Käufen spart. Bei den Haushalten mit hohem Einkommen sind es über drei Viertel. 

Krankenkassenprämien werden zur Belastungsprobe 

Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Personen, die angeben, dass es ihnen 2026 verglichen mit 2025 finanziell schlechter geht, nennt steigende Krankenkassenprämien als Grund für die Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. Besonders deutlich zeigt sich der finanzielle Druck bei den ärmsten Bevölkerungsschichten: Bei tiefen Haushaltseinkommen hat nur etwas mehr als ein Drittel die Zahlung der Prämien fest im Budget geplant. 

Mehr als ein Viertel der Personen mit tiefem Einkommen hat wiederholt Schwierigkeiten, das Geld für die Prämien aufzutreiben. Und das, obwohl in der Einkommensklasse unter 4’000 Franken, fast zwei Drittel eine individuelle Prämienverbilligung erhalten. Über alle Einkommensklassen hinweg können zwei Drittel der Befragten problemlos die Krankenkassenprämien bezahlen. 

«Die Prämienverbilligung erreicht viele Haushalte mit tiefem Einkommen – aber noch nicht alle. Diese Lücke muss geschlossen werden», sagt Kuhn.  

2031: Wenigverdienende sind pessimistisch, Junge bleiben zuversichtlich 

Beim Blick auf das Jahr 2031 zeigt sich dagegen kein durchgehend düsteres Bild. Besonders zuversichtlich blicken die Jungen in die Zukunft: Mehr als 7 von 10 der 18- bis 35-Jährigen rechnen damit, in fünf Jahren finanziell besser dazustehen als heute.  

Insgesamt erwartet rund ein Drittel (34 Prozent) eine ähnliche finanzielle Situation wie heute. Zwar erwarten bei tiefen Einkommen fast 40 Prozent eine Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation. Bei hohen Einkommen sind es nur 15 Prozent.  

Tipps für Versicherte:

Mitte Jahr den Krankenversicherer wechseln 

Wer eine Franchise von 300 Franken hat, darf bis Ende Juni kündigen und per 1. Juli zu einem günstigeren Krankenversicherer wechseln. Franchise und Versicherungsmodell dürfen aber nicht gewechselt werden. 

Originalmedikamente durch Generika ersetzen 

Bei manchen Originalmedikamenten beträgt der Selbstbehalt 40 statt 10 Prozent, wenn günstigere Generika verfügbar sind. Es lohnt sich deshalb, die verschreibende Ärztin oder den verschreibenden Arzt sowie die abgebende Apotheke nach Generika zu fragen. 

Zweitmeinung einholen 

Wer vor einer empfohlenen Operation unsicher ist, sollte eine Zweitmeinung einholen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür meistens. 

Zusatzversicherung wechseln

In der Regel ist der Wechsel einer Zusatzversicherung per Ende Jahr möglich, wenn die Kündigung bis Ende September eingereicht wird. Bei der Grundversicherung ist der Wechsel per Ende Jahr in der Regel mit einer Kündigung bis Ende November möglich. In seltenen Fällen beträgt die Kündigungsfrist ein halbes Jahr. In diesem Fall muss die Kündigung spätestens am letzten Arbeitstag im Juni beim Krankenversicherer eingetroffen sein. Wichtig: Im Gegensatz zur Grundversicherung gibt es bei Zusatzversicherungen keinen Aufnahmezwang. Wer den Zusatzversicherungsschutz nicht verlieren will, sollte beim alten Versicherer erst kündigen, wenn die schriftliche Aufnahmebestätigung des neuen Krankenversicherers vorliegt.

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im Juli 2026 unter 1’040 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.  Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt wie in der ganzen Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen. 

Weitere Informationen: 

Michael Kuhn  
Finanz-Experte 
Telefon: 044 360 53 91 
E-Mail: media@comparis.ch 
comparis.ch 

Anhang: Daten der Grafiken

Die Zuversicht ist abhängig vom Einkommen

bis CHF 4'000 CHF 4'000 bis CHF 8'000 über CHF 8'000
schlechter 41.0% 24.0% 18.0%
besser 17.0% 25.0% 25.0%

Viele Geringverdienende kämpfen mit der Prämienlast

Einkommen Ja, die Prämien sind fest im Budget eingeplant. Nein, ich habe immer wieder Schwierigkeiten. Es ist unterschiedlich. Mal klappt es besser, mal schlechter. Ich bezahle die Krankenkassen-Prämien nicht selbst.
bis CHF 4'000 37.0% 25.0% 22.0% 16.0%
CHF 4'000 bis CHF 8'000 66.0% 16.0% 15.0% 3.0%
mehr als CHF 8'000 86.0% 5.0% 6.0% 3.0%

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