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Privatkredit und Steuern: Alles Wichtige zum Schuldzinsabzug

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Nicht vergessen: der Schuldzinsabzug bei der Steuerklärung – eine einfache Möglichkeit, die Steuerlast zu senken. Bild: istock / oatawa

Was für Eigenheimbesitzer in der Regel selbstverständlich ist, wird von Privatkreditnehmern gerne einmal vergessen: der Schuldzinsabzug bei der Steuererklärung. Dabei ist die Angelegenheit eigentlich ganz einfach.

Privatpersonen können die im Steuerjahr gezahlten Schuldzinsen sowohl bei der direkten Bundessteuer, als auch bei der kantonalen Einkommenssteuer von den steuerbaren Einkünften abziehen – und zwar bis zu einer Höhe des Bruttoertrags aus dem Privatvermögen zuzüglich eines Freibetrags von 50‘000 Franken. Diese Regelung schliesst natürlich auch die Zinsen von Privatkrediten mit ein. Alleine der Freibetrag reicht in der Regel problemlos aus, um die bei einem oder mehreren Privatkrediten angefallenen Zinsen vollumfänglich in Abzug zu bringen.

Der Schuldzinsabzug lohnt sich in vielen Fällen sehr. So können sich die Zinsen eines Privatkredits von 25‘000 Franken mit einer Laufzeit von 36 Monaten im ersten Jahr schnell einmal auf ca. 1‘800 Franken belaufen. Bei einem angenommenen Steuersatz von 10 Prozent liesse sich dadurch eine Steuerersparnis von 180 Franken erzielen.

Nur die Zinsen sind abzugsfähig

Aber Vorsicht: Die Schuldzinsen entsprechen nicht der Summe der Geldbeträge, die Sie als Privatkreditnehmer jeden Monat auf das Konto des Kreditgebers überweisen. Diese Monatszahlungen beinhalten nämlich einen Zins- und einen Tilgungsanteil. Von den Steuern können nur die Zinsen abgezogen werden, nicht jedoch die Tilgungszahlungen. 

Wissenswert ist zudem, dass bei Privatkrediten der abzugsfähige Betrag normalerweise von Jahr zu Jahr kleiner wird. Dies liegt daran, dass der Zinsanteil der Monatsrate über die Kreditlaufzeit hinweg abnimmt, während der Tilgungsanteil zunimmt. Entsprechend fallen die Schuldzinsabzüge kurz vor der vollständigen Kreditrückzahlung deutlich tiefer aus als zu Beginn der Kreditlaufzeit. 

Wie wird der Abzug vorgenommen?

Der Abzug ist einfach: Im Januar bekommen Sie vom Kreditgeber eine Zinsbescheinigung zugestellt, in der sowohl die abzugsfähigen Schuldzinsen als auch die am 31. Dezember noch ausstehende Restschuld aufgeführt sind. Diese Angaben werden im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung unter der Rubrik «Privatschulden» für jeden Kredit eingetragen, dann wird das jeweilige Total in das Hauptformular übertragen. Danach müssen Sie nur noch daran denken, der Steuererklärung eine Kopie aller Zinsbescheinigungen hinzuzufügen. Sollten Sie keinen Zinsausweis erhalten haben, kann dieser beim betreffenden Institut angefordert werden.

Ebenfalls gut zu wissen

Der Schuldzinsabzug gilt auch für private Darlehen, etwa solche von Familienmitgliedern oder Freunden, sowie andere Kreditformen wie Kreditkartenschulden. Leasinggeschäfte sind hingegen davon ausgeschlossen, da Leasing steuerrechtlich als Miete angesehen wird. Bei einem Autokauf ist es aus rein steuerlicher Sicht also sinnvoller, das Fahrzeug mit einem Kredit statt über Leasing zu finanzieren.

Für den Schuldabzug bei einem privaten Darlehen, wo eine Zinsbescheinigung vonseiten des Kreditgebers fehlt, sollten Sie der Steuererklärung Kopien des Darlehensvertrags und der Bankbelege aller geleisteten Zahlungen beilegen.

Fazit

Beim Schuldzinsabzug handelt es sich um eine einfache, aber lohnenswerte Möglichkeit, die Steuerlast zu senken. Vergessen Sie daher nicht, ihn bei der nächsten Steuererklärung für Ihren Privatkredit geltend zu machen.

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