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Kreditkarte oder Privatkredit: Was ist besser?

ANALYSE
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Zahlen mit Kreditkarte: Das böse Erwachen kommt erst mit der Rechnung. Bild: istock

Die Kreditkarte ist schnell gezückt, wenn eine Anschaffung ansteht; leider lässt aber auch die Abrechnung nicht lange auf sich warten. Wird der Betrag prompt beglichen, ist alles bestens. Wer aber mit der Teilzahlungsoption liebäugelt, sollte vorher akribisch das Kleingedruckte prüfen, denn die Zinsen können ruinös ausfallen. Ein Privatkredit ist da oft die bessere Alternative.

Grundsätzlich gilt: Kreditkartenrechnungen sollte man immer sofort und vollständig begleichen. Denn wird zu spät oder nur teilweise gezahlt, werden saftige Zinsen fällig. Das sagen einem die Kreditkartenanbieter aber nicht so direkt – der Zinssatz, der bei Teilzahlung oder Überziehung erhoben wird, ist meist nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu finden.

Vorsicht vor der Zinsfalle

Fakt ist aber: Die Zinsen für Kreditkartenschulden können regulär bis zu 12 Prozent betragen. Oft ist es sogar um ein Vielfaches mehr, wenn Anbieter etwa den Zinssatz auf den Gesamtbetrag kassieren, obwohl bereits ein Teil der Rechnung bezahlt wurde. Und das kann nicht nur bei grossen Beträgen schnell richtig teuer werden. Sind gar mehrere Karten im Einsatz, verliert man leicht den Überblick – im schlimmsten Fall ist man irgendwann überschuldet und damit zahlungsunfähig. 

Wenn Überschuldung droht, Notbremse ziehen

Deshalb ist es ratsam, für grössere Beträge einen Privatkredit aufzunehmen, anstatt die Kreditkarte zu belasten. Das gilt auch für mehrere kleine Anschaffungen, die zusammengenommen das Budget im Moment übersteigen.

Was aber tun, wenn bereits Kreditkartenschulden da sind? Dann ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen – eine Kreditablösung kann ein gangbarer Weg sein. Dabei werden die bestehenden Schulden aus verschiedenen Verträgen in einen einzigen Privatkredit übernommen; der monatliche Rückzahlungsbetrag wird auf Basis des zur Verfügung stehenden Budgets errechnet. Die Schulden wird man dadurch zwar nicht los, der Vorteil liegt aber auf der Hand: Es gibt nur noch eine Rechnung pro Monat und die Zinsen sind um einiges niedriger. Diese liegen derzeit zwischen rund 4,5 bis maximal 9,95 Prozent, je nach Bonität.

 

Kreditkarte versus Privatkredit – eine Frage der Beträge

Das Fazit: Für kleinere Beträge, Bestellungen im Internet oder Zahlungen im Ausland ist die Kreditkarte praktisch und sinnvoll; vor allem dann, wenn es sich um Summen handelt, die mit der Monatsabrechnung jeweils fristgerecht und vollständig beglichen werden können. Sobald sich die Beträge aber in Höhen bewegen, die man in mehreren Monatsraten abzahlen muss, lohnt sich die Kreditkarte nicht mehr. Die günstigere Lösung ist dann ein Privatkredit, wie auch die nachfolgende Beispielrechnung zeigt. Hier wurden Annahmen getroffen mit dem Ergebnis, dass man mit einem Privatkredit im Vergleich zur Kreditkarte 104.70 Franken sparen würde.

Kreditkarte Privatkredit
Kreditbetrag in CHF 5'000  5'000
Laufzeit in Monaten 12 12
Zinssatz in % p.a. 12,0 7,9
Erforderliche Rate 442.80 434.10
Zinskosten 313.70 209.00
Gesamthaft bezahlt 5'313.70 5'209.00