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VersicherungenKrankenkasseSchwangerschaftsverhütung: Pillenfrust statt Liebeslust
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Schwangerschaftsverhütung: Pillenfrust statt Liebeslust

08.05.2018

Von den verschiedenen Verhütungsmethoden sind Pille und Kondom die am häufigsten genutzten. Bild: iStock.com / JPC-PROD

Es gibt verschiedene Verhütungsmethoden. Die am häufigsten genutzte ist das Kondom. Sind Hormone im Spiel, können Nebenwirkungen auftreten. Das gilt besonders bei der «Pille danach». So oder so: Verhütung ist Privatsache. Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Ausnahmefällen.

Rund jede dritte Frau in der Schweiz nimmt die Antibabypille. Ihr Image als sicheres und bequemes Verhütungsmittel ist allerdings angeschlagen. Stimmungsschwankungen, mangelnde Lust und Thrombosen: Trotz geringem Nebenwirkungsrisiko überlegen es sich viele Frauen heute zweimal, ob sie hormonell verhüten sollen.

Anwendung von Verhütungsmethoden

Statistik des BFS (2017) zur sexuellen Aktivität von Frauen und Männern zwischen 15 und 49 Jahren.

VerhütungsmethodenAnwendung in Prozent
Präservativ33,9 %
Pille27,0 %
Spirale11,7 %
Sterilisation8,5 %
Andere*5,1 %
Natürliche3,4 %

*Andere= Verhütungsring, -pflager, -stäbchen oder 3-Monatspritze

Pillenmüde? Es gibt Alternativen

Frauen stehen allerdings viele Alternativen zur Antibabypille zur Verfügung. Welche in Frage kommt, sollten Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Dabei spielen die gesundheitliche Vorgeschichte und Grunderkrankungen sowie Alter und Lebensumstände eine Rolle.

Sind Hormone im Spiel, ist der Verhütungsschutz sehr gut. Andererseits muss das Risiko für Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Auch chemische und mechanische Mittel können zu gesundheitlichen Problemen führen. Ganz ohne Nebenwirkungen sind nur natürliche Verhütungsmethoden. Allerdings ist ihr Verhütungsschutz zum Teil sehr eingeschränkt. Deshalb sollten sie zur Sicherheit mit einer mechanischen Methode (z.B. Kondom) kombiniert werden.

Wichtig ist auch: Ausser dem Kondom schützt kein Verhütungsmittel vor übertragbaren Infektionskrankheiten!

Übersicht der gängigsten Verhütungsmethoden

  • Verhütungsmethoden mit hormoneller Wirkung
    • Pille
    • Hormonspirale
    • Verhütungsstäbchen
    • Dreimonatsspritze
    • Vaginalring
    • Minipille
    • Hormonpflaster
  • Mechanische und chemische Wirkung
    • Kondom
    • Kupferspirale/-kette
    • Diaphragma
    • Scheidenzäpfchen, Gels, Schäume, etc.
  • Natürliche Wirkung
    • Symptothermale Methode
    • Temperaturmethode
    • Verhütungscomputer
    • Kalender-Methode (Knaus-Ogino)

Notfallverhütung mit der «Pille danach»

Es kann vorkommen, dass eine Verhütungsmethode versagt hat (z.B. gerissenes Kondom oder vergessene Pilleneinnahme). In solchen Fällen können Frauen auch noch nach dem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhüten. Dafür müssen sie die sogenannte «Pille danach» möglichst rasch nach dem ungeschützten Sex einnehmen.

Das Medikament hemmt Befruchtung und Einnistung des Eis. Es ist kein Abtreibungsmittel. Hat sich das Ei bereits in der Gebärmutter eingenistet, ist die «Pille danach» wirkungslos.

Zu den bekanntesten Präparaten in der Schweiz zählen «NorLevo» und «ellaOne». Beide sind rezeptfrei aber im Zusammenhang mit einem obligatorischen Beratungsgespräch in Apotheken erhältlich. Die Wirksamkeit von «NorLevo» und «ellaOne» beträgt jeweils 95% und 98%. Diese ist gewährleistet, sofern die Einnahme dieser Präparate innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr erfolgt.

Die «Pille danach» ist ein absolutes Notfallmedikament und aufgrund der starken Hormonzufuhr nicht für den Dauergebrauch geeignet. Sie ist keine Alternative zu anderen Verhütungsmitteln, auch weil die Wirkung bei häufiger Einnahme nachlässt. Die Einnahme der «Pille danach» ist nur als einmalige Notlösung erlaubt. In der Schweiz ist es illegal, die Pille online auf Vorrat zu bestellen.

Was die verschiedenen Verhütungspillen kosten, finden Sie in unserem Medikamentenpreisvergleich.

Verhütung ist (noch) Frauensache

Ausser dem Kondom oder der Vasektomie (Sterilisation) gibt es bisher keine Verhütungsmethode für den Mann. Weit gediehen ist allerdings die Entwicklung eines Verhütungsgels, das nach einer Injektion die Spermienproduktion hemmen soll. Ob und wann es auf den Markt kommt, ist aber noch ungewiss.

Verhütung ist Privatsache

Egal, für welche Verhütungsmethode Sie sich entscheiden: Die Kosten tragen Sie in der Regel selber. Sie werdenweder von der Grund- noch von einer Zusatzversicherung übernommen. Lediglich die Konsultation beim Frauenarzt zur Abklärung der Verhütungsmethode wird bezahlt. Was dagegen zu Lasten der Grundversicherung geht, sind die Kosten für einen ärztlich verschriebenen Schwangerschaftsabbruch.

«Jedes Jahr kommt es in der Schweiz zu rund 10'000 Abtreibungen. Die Politik setzt auf Eigenverantwortung beim Verhüten und auf Solidarität, wenn es mit dem Verhüten nicht geklappt hat», so Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.

Lediglich wenn die Schwangerschaftsverhütung aus medizinischen Gründen erfolgt, wird sie von der Grundversicherung übernommen. Das kann z.B. der Fall sein bei hormonell bedingter Akne oder bei Zyklusstörungen. In dem Fall dürfen die Kosten für die Pille auch als aussergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden.

Ähnlich ist der Fall bei einer endgültigen Empfängnisverhütung oder Sterilisation. Geht es einzig um die Verhütung, müssen Sie selber die Kosten der Tubenligatur (Sterilisation der Frau) oder der Vasektomie (Sterilisation des Mannes) zahlen. Soll jedoch eine Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen vermieden werden, übernimmt die Grundversicherung den Eingriff.

Tipp: Bekommen Sie schon nicht die Kosten für Ihre Schwangerschaftsverhütung von der Krankenkasse erstattet, ist es umso wichtiger, dass Sie nicht auch noch zu viel bezahlen.

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