Gesundheit & Prävention

Hanf-Medizin

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Legal, aber weder in der Grund- noch in der Zusatzversicherung: Cannabidiole

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kommt in einer Studie zum Schluss, dass der Cannabis-Wirkstoff Cannabidiol (CBD) Heilmittelcharakter hat. Wirksam ist das Mittel unter anderem bei der Schmerzbehandlung, Muskelkrämpfen bei Multipler Sklerose (MS) oder bei der Bekämpfung von Nebenwirkungen bei der Krebs- und HIV-Behandlung. Wer zur Linderung dieser Symptome CBD-Medikamente nutzen möchte, der muss dafür allerdings selber in die Tasche greifen: Die Medikamente werden von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Wer zur Behandlung seiner Beschwerden auf Cannabis-Medikamenten angewiesen ist, der benötigt dafür eine Ausnahmebewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Diese muss vom behandelnden Arzt beantragt werden. Gewährt wird sie nur, wenn andere Medikamente im Vorfeld nicht geholfen haben. Alternativmedizin-Medikamente dürfen also vom Arzt verschrieben werden, allerdings erst dann, wenn alle chemisch hergestellten Präparate nicht geholfen haben.

Das widerspricht eigentlich dem Grundsatz des Krankenversicherungsgesetzes (KVG), wonach kassenpflichtige Medizin wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein muss. Objektiv betrachtet müssen Arzt und Patient gemeinsam über den Einsatz eines bestimmten Medikamentes entscheiden können – unabhängig davon, ob zuvor bereits andere Heilmittel versucht wurden. Für den comparis.ch Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly ist alles andere bürokratisch, innovationshemmend und behindert den dringend benötigten Wettbewerb um die effizienteste und qualitativ beste Behandlungsmethode.

Wirksame Cannabis-Medikamente gehören in die Grundversicherung

Ist ein Medikament nachgewiesenermassen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich, dann muss es in die Grundversicherung aufgenommen werden. Das schreibt das KVG vor. Natürlich sollten diese Kriterien auch für Cannabis-Medikamente gelten. Sie müssten somit folglich Bestandteil des Leistungskataloges werden.

Aber: Noch immer werden selbst jene Hanf-Medikamente nicht von der Grundversicherung bezahlt, deren Wirksamkeit erwiesen ist und denen das BAG die Bewilligung erteilt hat. Entscheidet sich der Patient trotzdem für diese Behandlungsmethode, muss er selber dafür aufkommen.

Bis das BAG die unbefriedigende Situation bezüglich Cannabidiole geklärt hat, ist demnach Vorsicht beim Einsatz solcher Medikamente geboten. Allerdings scheint es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Schweiz in diese Richtung öffnet.

 

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