Gesundheit & Prävention

Coronavirus in der Schweiz – Fragen und Antworten

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Bild: iStock.com / Kira-Yan

Seit dem 25. Februar ist Corona in der Schweiz angekommen: An diesem Tag wurde der erste Fall einer infizierten Person bekannt. Seitdem wurden und werden Massnahmen ergriffen, die zum Ziel haben, das neuartige Virus und die von ihm verursachte Krankheit Covid-19 einzudämmen.

Fragen und Antworten: Krankenkasse

Wenn ich das Coronavirus habe, muss ich zwingend ins Spital oder kann ich mich auch zu Hause in die Quarantäne begeben?

Wer die typischen Symptome der Krankheit (COVID-19) wie Müdigkeit, Fieber und trockenen Husten aufweist, soll zu Hause bleiben und den Hausarzt bzw. ein telemedizinisches Zentrum anrufen. Wird der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) bestätigt, muss man getestet werden. Bestätigt das Labor eine Ansteckung, wird die erkrankte Person gemäss Vorgaben des kantonsärztlichen Dienstes isoliert. Bei sonst gesunden Menschen kann eine Infektion keine oder nur geringe Symptome hervorrufen. Dann genügt eine vierzehntägige Isolation daheim.

Wer trägt die Kosten, wenn ich ins Spital oder in die Quarantäne muss?

Alle ärztlichen oder ärztlich angeordneten medizinischen Massnahmen werden von der Krankenkasse zu Lasten der Grundversicherung gedeckt. Dabei gilt die übliche Kostenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt).

Was ist der Unterschied zwischen Quarantäne und Isolation?

Das Bundesamt für Gesundheit unterscheidet zwischen Selbst-Isolation und Selbst-Quarantäne. Bei einer Selbst-Isolation hat die betroffene Person Symptome, die von einer Infizierung mit dem Coronavirus stammen könnten (zum Beispiel trockener Husten/Fieber). Damit die betroffene Person das Virus nicht auf andere überträgt – und solange es der allgemeine Gesundheitszustand zulässt – sollte diese Person zu Hause bleiben. Sie bleibt bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome in Selbst-Isolation, sofern seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind. Ihre engen Kontaktpersonen sollen ebenfalls für 10 Tage in Selbst-Quarantäne zuhause bleiben.

In die Selbst-Quarantäne begibt man sich für fünf Tage, wenn man engen Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person hatte.

Die wichtigste Regel ist, dass Sie jeglichen Kontakt mit anderen Personen vermeiden. Das BAG listet folgende wichtige Punkte auf ihrem Merkblatt auf:

Einpersonenhaushalt

  • Familienangehörige, Freunde oder ein Lieferservice soll Ihnen Lebensmittel oder wichtige Produkte, wie Medikamente, vor die Haustür liefern.

Mehrere Personen in einem Haushalt

  • Die betroffene Person soll sich in einem Zimmer einrichten und stets die Türe geschlossen halten. Diese Person muss im Zimmer essen und jeglichen Besuch und Kontakt vermeiden. Das Zimmer darf nur wenn nötig verlassen werden.
  • Unbedingt die Hände regelmässig waschen oder desinfizieren.
  • Die erkrankte Person darf auf keinen Fall Haushaltsgegenstände wie Gläser, Tassen, Teller, Besteck, Handtücher oder Bettwäsche mit anderen Personen teilen. Die benutzten Haushaltsutensilien müssen sorgfältig im Geschirrspüler oder in der Waschmaschine gereinigt werden.
  • Kleider, Bettwäsche und Handtücher müssen regelmässig in der Maschine gewaschen werden.

Wo befindet sich die Quarantäne?

Wenn eine Person erkrankt ist, müssen Personen aus dem engen Umfeld in die Quarantäne – wenn möglich findet diese in den eigenen vier Wänden statt. Das bedeutet, dass die Person für die vom Bundesrat empfohlene Dauer in der eigenen Wohnung bleiben muss und nicht vor die Türe darf. Auch wer in einem Risikogebiet war, kann unter Quarantäne gestellt werden. Dadurch soll die restliche Gesellschaft vor einer Ansteckung geschützt werden. Auch einkaufen gehen dürfen diese Personen nicht. Die Gemeinde ist zuständig, diese Personen zu versorgen.

Wer sich nicht an die Quarantäneregelung hält, kann juristisch belangt werden.

Wer trägt die Kosten, wenn ich auf das Coronavirus getestet werde?

Die Kosten für die Abklärung, ob jemand das Coronavirus hat, werden von der Grundversicherung übernommen. Das hat der Bundesrat in der Verordnung zum Epidemiengesetz so entschieden. Der Test ist in die Liste der sogenannten vergütungspflichtigen Analysen aufgenommen worden. Die Vergütung beträgt 180 Franken.

Was kann ich tun, wenn ich jemandem die Hand geben musste und dann krank werde?

Da keine gesetzliche Pflicht für die Verhaltensempfehlungen des BAGs bestehen, können Sie auch niemanden haftbar machen. Es ist also wichtig und alles andere als unanständig, auf das Händeschütteln zu verzichten und ausserhalb der eigenen Wohnung einen Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten.

Haben die Krankenkassenversicherungen wegen Corona jetzt mehr zu tun? Dauern Bearbeitungen von Rückforderungen länger?

Erste Krankenversicherungen haben per E-Mail bereits ihre Kunden informiert, dass auch sie wegen des Coronavirus ihre Mitarbeiter schützen müssen und es deshalb zu Verzögerungen kommen kann bei der Beantwortung von Kundenanfragen. Wie viele andere Einrichtungen auch, sind wegen der vom Bundesrat erklärten «ausserordentlichen Lage» und der verhängten Massnahmen die Schalter und Büros der Krankenkassenversicherungen derzeit bis 19. April geschlossen. Telefonisch oder über die Kundenportale sind sie aber erreichbar und ansprechbar. Spitalrechnungen gehen stets direkt an die Versicherung, Rechnungen für ambulante Leistungen je nach Abrechnungsprinzip gemäss Police. Beim Prinzip tiers garant bezahlt der Patient die Rechnung und die Kasse bezahlt danach den versicherten Betrag. Beim Prinzip tiers payant bezahlt die Kasse die Rechnung und verlangt vom Patienten die Kostenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt).

Übrigens: Auch andere Versicherungen, wie die Mobiliar oder Generali haben ihre Standorte geschlossen, sind aber für Beratungsgespräche via die Telefonhotline oder Skype verfügbar.

Was passiert, wenn nicht mehr alle Corona-Patienten (und andere Patienten) behandelt werden können, weil es zu wenig Intensivbetten und Beatmungsgeräte in den Spitälern gibt?

Das wäre der schlimmste Fall. In dieser Situation werden die Ärzte entscheiden müssen, welche Patienten die grössten Überlebenschancen haben. Nicht nur das Alter, sondern auch der Gesundheitszustand insgesamt bzw. andere Krankheiten werden da berücksichtigt. Wie bei den Empfehlungen für die Vorsorge ist auch hier die Eigenverantwortung wichtig. Eine Patientenverfügung kann in diesem Fall verhindern, dass Ärzte in Absprache mit Angehörigen etwas tun, was Sie als Patient/in wollen bzw. nicht wollen. Wer nicht künstlich beatmet werden will, sollte das in seiner Patientenverfügung klar festhalten.

Gibt es eine Coronaversicherung?

Solche Versicherungen werden vor allem von Betrügern angeboten. Die medizinischen Leistungen sind mit der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung) abzüglich Kostenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt) gedeckt. Wer jetzt irgendeine andere Versicherung mit angeblicher Corona-Deckung abschliesst, sollte die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AGB) lesen. Dort werden bei Neuabschlüssen aktuelle Schäden in der Regel ausgeschlossen.

Bin ich gegen Corona bereits versichert, obwohl die Police noch nicht da ist?

Wer jetzt irgendeine andere Versicherung mit angeblicher Corona-Deckung abschliesst, sollte die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AGB) lesen. Dort werden bei Neuabschlüssen aktuelle Schäden in der Regel ausgeschlossen. Die obligatorische Krankenversicherung ist die einzige Versicherung, welche ohne Karenzfrist sämtliche medizinischen Pflichtleistungen gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) ab Vertragsabschluss übernimmt.

Ich hatte das Coronavirus und habe die Krankheit Gott sei dank ohne Komplikationen überstanden. Muss ich mich trotzdem an die Empfehlungen des Bundesrats halten?

Man kann im Moment tatsächlich davon ausgehen, dass man nach der Genesung für eine gewisse Zeit immun ist, obwohl es vereinzelt Leute gibt, die sich nach einer Genesung nochmals angesteckt haben. Sie und alle anderen Genesenen müssen die Regeln trotzdem einhalten, damit nicht der Eindruck entsteht, die Regeln gelten nicht mehr.

Experten kritisieren, dass in der Schweiz zu wenig Coronavirustests gemacht werden. Gibt es Schätzungen der Dunkelziffer?

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt es keine einigermassen zuverlässigen Schätzungen zu einer möglichen Dunkelziffer der Ansteckungen. Virologen fordern mehr Stichprobentests, damit die Dunkelziffer der Infizierten und Genesenen zuverlässig geschätzt werden kann.

Fragen und Antworten: Arbeitsbedingungen

Dieser Abschnitt beantwortet Fragen zu den Arbeitsbedingungen. In zusätzlichen Artikeln finden Sie spezifische Fragen zur Lohnauszahlung und das Vorgehen bei Ertragsausfall Ihres Unternehmens.

Kann ich zuhause bleiben, wenn ich glaube, dass ich das Coronavirus habe?

Bleiben Sie aus rein persönlicher Angst vor einer Ansteckung von der Arbeit fern, entfällt jeglicher Anspruch auf Lohnfortzahlung. Es droht sogar die fristlose Entlassung. Eine Ausnahme besteht einzig, wenn Ihr Arbeitgeber im Hinblick auf eine drohende Pandemie Hygienevorschriften missachtet bzw. keine geeigneten Massnahmen zum Schutz des Personals ergreift.

Wenn Sie aber die typischen Symptome der Krankheit (COVID-19) wie Müdigkeit, Fieber und trockenen Husten bemerken, sollten Sie zu Hause bleiben und den Hausarzt bzw. ein telemedizinisches Zentrum anrufen und die Anweisungen des Bundes zum Thema Selbstisolation beachten. Wird der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) bestätigt, müssen Sie getestet werden. Bestätigt das Labor eine Ansteckung, werden Sie gemäss Vorgaben des kantonsärztlichen Dienstes isoliert.

Habe ich ein Recht darauf, im Homeoffice zu arbeiten?

Grundsätzlich dürfen Sie nicht einfach aus Angst vor einer Ansteckung nur noch von zu Hause aus arbeiten. Sprechen Sie sich am besten mit Ihrem Arbeitgeber ab, ob Sie im Homeoffice arbeiten dürfen. Je nach Unternehmen herrschen unterschiedliche Vorgaben. Mit den momentanen Schutzmassnahmen geben einige Arbeitgeber ihrem Personal die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Arbeitgeber dürfen aber auch Homeoffice anordnen, wenn sie die entsprechenden Arbeitsgeräte und Zugänge zur Verfügung stellen. Die Anordnungen müssen befolgt werden.

Kann mich mein Chef gegen meinen Willen nach Hause schicken?

Unter besonderen Umständen, zum Beispiel im aktuellen Pandemiefall, kann der Arbeitgeber für eine begrenzte Zeit Flexibilität erwarten. Das heisst er darf Ihren Arbeitsort verlegen oder Sie ins Homeoffice schicken. Wenn es bei Ihnen sogar einen Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus gibt, besteht zwar kein Anspruch auf Arbeit, der Lohn muss aber weiter gezahlt werden

Kann ich mich als Arbeitnehmer weigern, wenn mich mein Chef für eine Geschäftsreise in ein Risikogebiet schicken will?

Das Eidgenössische Departement des Äusseren, EDA, und der Bundesrat empfehlen auf Auslandsreisen zu verzichten. Schweizer Reisenden im Ausland wird empfohlen, an ihren Wohnsitz zurückzukehren, solange dies noch möglich ist.

Müssen Sie nach einer Geschäftsreise in Quarantäne, ist die Lohnfortzahlung gegeben.

Ich habe als Arbeitnehmer bereits lange vor dem Ausbruch der Coronakrise Ferien beantragt und genehmigt bekommen. Jetzt aber sind keine Reisen möglich. Kann ich die Ferien zurückziehen oder kann mich mein Arbeitgeber zwingen, die Ferientage zu nehmen?

Grundsätzlich bestimmt der Arbeitgeber den Zeitpunkt der Ferien, hat aber die Wünsche des Arbeitnehmenden zu berücksichtigen. Es besteht zudem ein Recht des Arbeitnehmenden auf frühzeitige Zuteilung der Ferien. Die Verschiebung von bereits vereinbarten Ferien ist aus schwerwiegenden Gründen gerechtfertigt. Der Shutdown dürfte ein schwerwiegender Grund sein. In der aktuellen Rechtslage kann der Arbeitgeber auch Arbeitnehmende kurzfristig dazu veranlassen, Ferien zu nehmen als Alternative zur Kurzarbeit. Mitarbeitende, die während der Kurzarbeit Ferien beziehen, erhalten 100 Prozent des Lohnes. Eine einvernehmliche Lösung ist also in dieser Krise sehr zu empfehlen: Viele Arbeitgeber kämpfen jetzt um die Existenz der Arbeitsplätze.

Kann der Verwaltungsrat die GV absagen?

Der Verwaltungsrat muss das Coronavirus auf die Agenda setzen, protokollieren und einen Pandemieplan erstellen. Gibt es keinen Pandemieplan, ist der VR strafrechtlich und zivilrechtlich haftbar.

Eine Generalversammlung soll nicht einfach abgesagt werden. Die GV kann verschoben werden und sollte innerhalb von sechs Monaten nach Schluss des Geschäftsjahres durchgeführt werden. In der Einladung kann man einen Disclaimer schreiben, dass eine Verschiebung möglich ist und Personen, die in Krisengebieten waren oder Symptome zeigen, der GV fernbleiben sollen. Am Eingang soll Desinfektionsmittel bereit stehen.

Findet die Generalversammlung nicht statt, ist keine Dividendenausschüttung und sind keine Wahlen möglich.

Fragen und Antworten: Reisen und Veranstaltungen

Ich möchte wegen der Verbreitung des Coronavirus eine gebuchte Reise stornieren. Ist das möglich?

Sofern man eine Annullationskostenversicherung hat, ist ein Rücktritt von einer Reise ohne finanzielle Folge möglich. Voraussetzung ist, dass der Fall einer Pandemie oder Epidemie abgedeckt ist. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Bund für die entsprechende Region eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Hier finden Sie den aktuellen Stand solcher Reisewarnungen. Oder der Ferienort ist nicht erreichbar, weil er zum Beispiel abgeriegelt wurde. In diesem Fall muss der Reiseveranstalter die Kosten erstatten, eine Verschiebung der Reise organisieren oder eine Alternative offerieren. Eine Absage wegen eines mulmigen Gefühls alleine ist zwar möglich; allerdings trägt man die Kosten dann selbst.

Wegen der Corona-Pandemie ist meine Pauschalreise abgesagt worden. Bekomme ich mein Geld zurück?

Reiseveranstalter haben grundsätzlich die Möglichkeit, einen Gutschein für eine spätere Reise zu geben, das Geld zurückzuerstatten oder die Reise zu verschieben. Ist die spätere Reise teurer, müssen Sie keinen Aufpreis bezahlen; ist sie günstiger, muss der Veranstalter Ihnen die Differenz auszahlen. Sie dürfen wählen, ob Sie den Gutschein oder die Rückerstattung wollen. In der aktuellen Lage müssen Sie Verständnis haben, wenn es etwas dauert.

Ich habe meine Ferien im Internet gebucht – Flug, Hotels, Mietauto etc. separat bezahlt. Bekomme ich mein Geld zurück?

In diesem Fall ist es komplizierter als bei der Pauschalreise. Sie müssen die Annullationsbedingungen bei jedem Anbieter separat einfordern und prüfen. Flugtickets, beispielsweise gekauft bei der Swiss, sind grundsätzlich rückerstattbar. Dabei kommt es auf die Rückerstattungsregel an. Ein Ticket, das keinerlei Rückerstattung gewährt, verfällt, ausser die Swiss annulliert den Flug. Der Wert von Flugtickets mit Ausstellungsdatum bis und mit 31. März 2020 mit einem bestätigten Flugdatum bis und mit 31. Dezember 2020 bleibt bis 31. Dezember erhalten, auch wenn Sie den Flug nicht antreten. Bei Veranstaltern wie Hotels oder Mietwagen ist in einem ersten Schritt abzuklären, ob Sie die volle oder teilweise Rückvergütung erhalten. Erfahrungsgemäss zeigen sich Veranstalter kulant. Für Inhaber von Annullationskostenversicherungen gilt: Die versicherte Person muss sich immer zuerst an den Reiseveranstalter wenden und dort die Reise annullieren und eine Annullationskostenabrechnung verlangen. Der Versicherer erstattet die Differenz, sofern es sich um versichertes Ereignis handelt. Gewisse Versicherer zahlen, selbst wenn sie dazu laut den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) nicht verpflichtet wären.

Ich habe meine Reise aus Angst vor dem Coronavirus bereits vor der Krise annulliert. Habe ich Pech oder bekomme ich nun doch noch Geld zurück?

Da haben Sie schlechte Karten. Es gelten die Annullationsbedingungen. Versuchen können Sie es trotzdem, denn einige Veranstalter sind nun kulanter als sonst.

Was soll ich beachten, wenn ich jetzt eine Reise plane oder buchen möchte?

Reisepläne sollten aufgrund der unsicheren Lage und der unklaren weiteren Entwicklung auf später verschoben werden. Wer dennoch buchen will, sollte nach Möglichkeit eine Pauschalreise wählen. In diesem Fall ist der gesetzliche Schutz wegen des Bundesgesetzes über Pauschalreisen besser. Wer noch keine Annullationskosten-Versicherung hat, kann beim Buchen die meist von den Veranstaltern offerierten Reiseversicherungen in Erwägung ziehen. Allerdings lohnt sich hier der Blick ins Kleingedruckte: Der Fall von Pandemien und Epidemien sollte abgedeckt sein.

Wer zahlt, wenn ich irgendwo festsitze und nicht zurück in die Schweiz kann?

Schweizerinnen und Schweizer sind grundsätzlich für Ihre Rückkehr selber verantwortlich. Zusatzkosten für Hotels oder für den Rückflug gehen zu ihren Lasten. Handelt es sich um eine Pauschalreise, hilft das Reisebüro bei der Organisation der Rückkehr. Teilweise werden Kosten für Zusatzübernachtungen übernommen.

Kann ich jetzt noch eine Reiseversicherung abschliessen?

Ja, das kann man immer. Für bereits gebuchte Reisen greift die Versicherungsdeckung indes nicht. Grundsätzlich ergibt eine Reiseversicherung für teure Ferien und/oder Vielreisende Sinn. Es lohnt sich, eine Versicherung zu wählen, die auch Risiken im Zusammenhang mit Epi- und Pandemien versichert.

Ich habe Tickets für eine Veranstaltung, die jetzt wegen des Virus nicht stattfindet. Erhalte ich den Ticketpreis zurück?

Innerhalb der «Reiseversicherung» kann es vorkommen, dass Veranstaltungstickets bis 500 Franken mitversichert sind, auch wenn sie nicht Teil eines ganzen Reisearrangements sind. Ebenso haben viele Veranstalter bereits angekündigt, dass die Tickets ihren Wert behalten und nach Alternativdaten gesucht wird.

Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrer Versicherung. Ebenfalls können Sie beim Veranstalter nachfragen, ob das Ticket zurückerstattet wird.

Falls Ihr Ticket nicht zurückerstattet wird, können Sie sich beim Konsumentenschutz, unter info@konsumentenschutz.ch, Stichwort «Ticketrückerstattung», melden.

Zahlt die Ticketversicherung, die man beim Ticketkauf für drei Franken abschliessen kann, die Ticketkosten der Veranstaltung, wenn diese wegen des Virus ausfällt?

Bei einer Ticketversicherung bekommt man den Ticketpreis in der Regel nur dann erstattet, wenn man wegen Krankheit (beispielsweise Coronavirus), Ausfall oder Verspätung des ÖVs oder eines Unfalls oder einer Panne auf der Hinreise nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte. Wenn die Veranstaltung wegen des Veranstaltungsverbots des Bundes abgesagt wird, wird der Ticketpreis laut den Versicherungsbedingungen nicht zurückerstattet.

Darf ich über Ostern in meine Ferienwohnung im Tessin fahren?

Der Bundesrat ermahnt Sie, zu Hause zu bleiben und appelliert an Ihre Vernunft. Das hat bis jetzt gut funktioniert und uns bisher vor einer Ausgangssperre verschont.

Fragen und Antworten: Wohnen und Umzug

Ob Ihr Umzug trotz der Corona-Krise stattfinden kann und wie Sie dabei vorgehen müssen, beantwortet Comparis in diesem Artikel rund um das Thema Wohnen und Umzug

Fragen und Antworten: Hypotheken

Wie wirkt sich die Krise auf Hypothekarzinsen aus? Oder was für Veränderungen könnten langfristig bei den Immobilienpreisen auftreten? Lohnt sich eine Immobilieninvestition während der jetzigen Situation? Comparis hat rund um das Thema Corona und Hypotheken Fragen und Antworten für Sie gesammelt.

Fragen und Antworten: Mobilität

Darf ich während der Corona-Krise Auto fahren?

Ja. Das Auto ist in der in der aktuellen Lage sogar den öffentlichen Verkehrsmitteln vorzuziehen. Dennoch sollten Sie auch das Auto so wenig wie möglich benützen. Damit minimieren Sie das Unfallrisiko und helfen dem Gesundheitspersonal, sich um Corona-Patienten zu kümmern. Sind Sie auf das Fahrzeug angewiesen, sollten Sie wenn möglich alleine, oder nur mit Personen, mit denen Sie beruflich oder privat engen Kontakt pflegen, unterwegs sein. Denn im Auto können Sie den Mindestabstand von zwei Metern nicht einhalten. Haben Sie dennoch Passagiere im Fahrzeuge, montieren Sie gegebenenfalls eine Plexiglasscheibe zwischen den Vorder- und Hintersitzen. Damit helfen Sie, Übertragungsketten zu unterbrechen, was die Ausbreitung des Coronavirus bremst.

Wer mit Schutzmaske fahren will, muss sicherstellen, dass das Sichtfeld nicht eingeschränkt wird. Verursachen Sie aufgrund der Maske ein Unfall, können Sie dafür belangt werden.

Kann ich jetzt mein Auto noch zum Service oder für eine Reparatur in die Garage bringen?

Ja, das ist möglich. Werkstätten bleiben in der Regel geöffnet. Showrooms dagegen sind geschlossen. Allerdings haben die Garagisten wie zum Beispiel die AMAG ihre Vorsichtsmassnahmen verstärkt. So werden dort Lenkrad, Wählhebel und Sitze mit Schutzmaterial belegt. Bei der Übergabe des Fahrzeugs und des Schlüssels werden Möglichkeiten eingerichtet, damit Garagist und Fahrzeugbesitzer möglichst wenig Kontakt haben. Zudem werden die Angebote im Bereich Bring- und Holservice ausgeweitet.

Achtung: Rufen Sie auf jeden Fall zuerst in der Werkstatt an und vereinbaren Sie den Zeitpunkt der Reparatur, um Wartezeiten vor Ort zu vermeiden.

Ich brauche für die kommende Zeit ein Auto. Welche Möglichkeiten habe ich?

Wer jetzt schnell und nur für kurze Zeit ein Auto braucht, ist mit einem Auto-Abo gut bedient. Dabei gibt es das Fahrzeug inklusive Versicherung, Service, Reparaturen, Reifen, Steuern und sogar Vignette zu einem monatlichen Fixpreis. Ausserdem ist man bei einem Auto-Abo im Vergleich zum Leasing nur an eine kurze Mindestlaufzeit gebunden. Wenn Sie das Auto also in ein, zwei Monaten nicht mehr brauchen, können Sie es mit einer Kündigungsfrist von 30 Tagen wieder zurück geben. Aktuell liefern die Auto-Abo-Anbieter die Fahrzeuge direkt nach Hause – bei Carify und Hertz ist dieser Service kostenlos.

Wird das Fahrzeug nur für einige Tage benötigt, sind traditionelle Mietwagenanbieter die beste Lösung.

Haben die Strassenverkehrsämter derzeit geöffnet?

Die Schalter der Strassenverkehrsämter in der Schweiz sind in der Regel geschlossen und der übrige Betrieb wurde stark eingeschränkt. Amtliche Fahrprüfungen wurden zurückgestellt. Eine nicht durchgeführte amtliche Prüfung bleibt somit ohne Konsequenzen. Autobesitzer, bei denen eine Prüfung ansteht, erhalten bei gegebener Zeit ein neues Aufgebot. Die meisten Ämter sind online oder telefonisch erreichbar. Einige Ämter haben den Betrieb jedoch ganz eingestellt. Informationen dazu finden Sie auf der Website des Strassenverkehrsamtes von ihrem Wohnkanton.

Wird mein Lernfahrausweis oder der Führerschein auf Probe automatisch verlängert?

Besitzen Sie einen Führerausweises auf Probe, der demnächst abläuft, sind Sie in der Schweiz weiterhin fahrberechtigt. Auch die Lernfahrausweise werden bis auf weiteres verlängert. Dies gilt für alle Ausweise mit Ablaufdatum ab 9. März 2020.

Kann ich mein GA sistieren, wenn ich es nicht brauche, weil ich jetzt im Homeoffice bin?

Aufgrund des coronabedingten Fahrplanwechsels bekommen Sie für das Generalabonnement (GA) nach aktuellem Stand (30.3.2020) kein Geld zurück. Jedoch können Sie Ihr GA für maximal 30 Tage unterbrechen und bekommen pro hinterlegtem Tag eine Gutschrift. Die Unterbrechung können Sie aufgrund der aussergewöhnlichen Lage auch online machen. Ausserdem ist eine rückwirkende Abo-Unterbrechung möglich. Haben Sie das GA im laufenden Vertragsjahr jedoch bereits einmal für einige Tage unterbrochen, ist die maximale Hinterlegungsdauer unter Umständen erreicht.

Für den Fall, dass Sie das GA längere Zeit nicht brauchen, können Sie es nach einer Mindestlaufzeit von 4 Monaten kündigen (inklusive der Kündigungsfrist von 30 Tagen). Vorsicht für alle Inhaber von Partner GAs: Kündigen Sie das Basis-GA, verliert auch das Partner-GA seine Gültigkeit.

Kann ich auch andere ÖV-Abos wie zum Beispiel das Halbtax unterbrechen?

ÖV-Abos wie zum Beispiel das Halbtax können nach aktuellem Stand (30.3.20) nicht hinterlegt werden. Das ÖV-Abo können Sie nach den regulären Erstattungsbedingungen des jeweiligen Verbunds kündigen, das Halbax jedoch nur auf Ende eines Abo-Jahres. Die ÖV-Branche arbeitet zurzeit an einer schweizweiten Lösung an möglichen Massnahme zugunsten aller Abonnenten.

Bekomme ich für bereits gekaufte ÖV-Tickets mein Geld zurück?

Tageskarten und Einzelbillette bis einschliesslich 30. April werden vollumfänglich und ohne Gebühren zurückgezahlt. Über eine allfällige Rückerstattung von bereits gebuchten Reisen ab dem 1. Mai wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Fragen und Antworten: Finanzen und Vorsorge

Spezifische Fragen zu Privatkrediten finden Sie in unserem Zusatzartikel.

Warum gibt es an den Aktienmärkten massive Verluste wegen des Coronavirus?

Die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft werden mit jedem Tag grösser. Was die Lage noch gefährlicher gestaltet: Die Konjunktur ist bereits angeschlagen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erwartet für das laufende Jahr eine Rezession in der Schweiz. Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) reagierte bereits Anfang März und senkte ihre weltweite Wachstumsprognose für das Jahr 2020 um einen halben Punkt auf 2,4 Prozent. Im schlimmsten Fall droht gemäss OECD sogar ein Sturz auf 1,5 Prozent. Das wird tiefe Furchen in die Unternehmenszahlen ziehen und zahlreiche Gewinnwarnungen auslösen. All das verunsichert Investoren und Unsicherheit ist bekanntlich Gift für die Börsen. In den kommenden Wochen ist mit deutlich mehr Unruhe an den Aktienmärkten zu rechnen. Das Gros der Ökonomen rechnet in der zweiten Jahreshälfte und im kommenden Jahr mit starken Aufholeffekten, sollte sich die Corona-Pandemie entsprechend abschwächen.

Ich habe meine Säule-3a-Vorsorge in Aktien angelegt, die jetzt deutlich verloren haben. Soll ich jetzt verkaufen?

Die Historie zeigt: Investitionen in Aktien rentieren längerfristig besser als andere Anlageformen, wie zum Beispiel das klassische Sparkonto. Auch in der Vergangenheit gab es kräftige Kursverluste an den Börsen, die aber im Laufe der Zeit immer wieder aufgeholt wurden. Wer einen langen Anlagehorizont hat, sollte jetzt nicht überreagieren. Wer übrigens regelmässig kleinere Beträge spart, kann Kursschwankungen besser ausgleichen. Fachleute nennen das den Durchschnittskosteneffekt. Das heisst: In Phasen sinkender Kurse werden mehr Aktienanteile erworben als in Zeiten steigender Kurse. Das reduziert das Risiko, einen schlechten Einstiegszeitpunkt zu erwischen und Gefahr zu laufen, für das ganze angelegte Vermögen einen zu hohen Preis zu bezahlen.

Fragen und Antworten: Digital

Kann ich noch Netflix & Co. schauen, wenn alle zuhause bleiben müssen und das Internet stärker belastet wird?

Netflix sowie auch die Provider sind im Prinzip darauf vorbereitet, wenn plötzlich der Traffic stark ansteigt. So hat Netflix bei vielen grossen Providern wie beispielsweise der Swisscom eigene Server stehen, wo der ganze Netflix-Inhalt drauf ist. Dadurch werden die weltweiten Netzwerke entlastet.

Kann ich wegen des Coronavirus keine neuen Smartphones kaufen?

Noch sind zwar zum Beispiel neue Smartphones bei den grossen Herstellern relativ kurzfristig verfügbar, aber das dürfte sich bald ändern. So informierte zum Beispiel der grösste Online-Händler der Schweiz Digitec/Galaxus bereits über Lieferverzögerungen. Wir müssen uns auf längere Wartezeiten einstellen. Viele Fabriken standen oder stehen auch immer noch still. Es liegen auch Schiffe in Häfen, die nicht losfahren oder deren Ladung nicht gelöscht wird.

Kann ich noch bei Wish oder AliExpress bestellen?

Weil im Bereich der Elektronik bis zu 90 Prozent aller Komponenten aus China kommen, trifft die Coronakrise die globalisierte Welt stark. Auf dem Portal Wish, bekannt für direkt aus China importierte Produkte zu günstigsten Preisen, werden derzeit schon Lieferzeiten von mehreren Wochen angekündigt.

Wie häufig soll ich mein Smartphone reinigen?

Wir tippen mehrere Hundert Mal pro Tag auf unseren Handys. Darum tümmeln sich dort einige Keime und Bakterien. Nicht nur wegen des Coronavirus – aber insbesondere deswegen – sollten Sie Ihr Handy regelmässig reinigen. Das sollten Sie täglich ein- bis zweimal machen. Am besten nehmen Sie dazu ein Putztuch mit warmen Wasser und etwas Abwaschmittel und reinigen Ihr Telefon sanft. Trocknen Sie es anschliessend mit einem Tuch und benutzen Sie etwas Desinfektionsspray. Benutzen Sie keine zu starken Reinigungsmittel, da diese die fettabweisende Schicht auf dem Display zerstören können.

Allgemein gilt:

  • Legen Sie Ihr Handy nicht auf einen Keimherd – also nicht auf der Toilette oder im Zug auf einen Tisch.
  • Waschen Sie sich die Hände, bevor Sie Ihr Handy benutzen.

Weitere Fragen und Antworten

Können sich meine Haustiere (Hunde, Katzen, …) mit dem Coronavirus anstecken?

Eine Ansteckung und Übertragung von Katzen und Hunden konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Wissenschaftler schätzen das Risiko als sehr gering ein. Wenn ein Haustier zusammen mit einer am Coronavirus erkrankten Person in derselben Wohnung lebt, kann es sich möglicherweise mit dem Virus anstecken oder kontaminiert werden. Die Tiere selber zeigen keine Krankheitssymptome, das heisst sie erkranken nicht.

Das BAG empfiehlt allen Tierhaltern, die wegen des Virus isoliert zu Hause sind, den Kontakt mit den Haustieren zu vermeiden und eine gesunde Person die Tiere betreuen zu lassen. Hunde und Katzen aus einem Quarantänenhaushalt müssen nicht speziell gebadet oder desinfiziert werden. Für alle gilt: Hände waschen nach dem Kontakt mit einem Tier.

Muss ich die Kita Betreuung zahlen, wenn die Kita ausfällt?

Grundsätzlich gilt: Wer keine Leistung bezieht, muss auch nichts bezahlen. Wie es aber de facto aussieht, muss im Einzelfall geprüft werden. Wir empfehlen Ihnen, die Krippe direkt zu fragen oder den «Verband Kinderbetreuung Schweiz» zu konsultieren. Dort finden Sie diverse Merkblätter im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Darf ich noch Gartenmaterial, Setzlinge, Saatgut etc. kaufen?

Der Verkauf von Gartenmaterial ist unter folgenden Bedingungen erlaubt:

  • Direktlieferung an den Endkunden
  • Wenn Sie das Material beim Gärtner bzw. im Gartencenter abholen, dürfen Sie die Geschäftsräume nicht betreten,
  • auch die Aufgabe einer Bestellung in Geschäftsräumen ist unzulässig

In jedem Fall sind die allgemeinen Hygieneregeln und die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und das «Social Distancing» einzuhalten.

Die wichtigsten Links zur aktuellen Lage

  • BAG: aktuelle Informationen
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liefert auf dieser Seite täglich neueste Informationen zum Stand der Verbreitung des Coronavirus und zu Gegenmassnahmen.

  • Reiseinformationen des EDA
  • Wer eine Reise plant, kann sich auf der Seite des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) über die aktuelle Situation im Zielland informieren. Es gibt dort einen Schwerpunkt zum Coronavirus.

  • WHO zur weltweiten Lage
  • Die Weltgesundheitsorganisation bündelt alle Informationen über die Verbreitung von Corona in einem Dashboard. Dieses liefert aktuellste Fallzahlen zu Infizierten und Todesopfern.