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Wann, wie viel, wofür: 10 nützliche Tipps zum Taschengeld

TIPPS
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Sparen sollten Kinder bereits früh lernen - die Eltern können sie dabei unterstützen. Bildquelle: iStock

Früh übt sich, wer ein Meister werden will – dies gilt auch für den Umgang mit Geld. Je früher Kinder die selbstständige Handhabe mit dem eigenen Sackgeld lernen, desto besser haben sie später ihr Budget im Griff. Der Entscheid, Kindern Sackgeld abzugeben, wirft aber bei vielen Eltern Fragen auf. Wie man Taschengeld am besten handhabt, zeigen unsere 10 Tipps.

Dass Taschengeld bei Kindern den bewussten Umgang mit Geld fördert, ist unbestritten. Das frühe, selbstständige Haushalten mit dem eigenen Geld bereitet Kinder auf den Ernst des Lebens vor und kann sie sogar vor der berühmten Schuldenfalle im jungen Erwachsenenalter bewahren. Ein guter Umgang mit Geld wird immer wichtiger: Durch Computer, Smartphones, Tablets und Co. zielt Werbung auf immer jüngere Zielgruppen ab. In vielen Familien ist jedoch die Handhabung von Taschengeld mit Unsicherheit verbunden. Die folgenden Tipps geben Sicherheit:

Möglichst früh beginnen

Sobald das Kind den Wert des Geldes kennt und anfängt zu rechnen, kann man Taschengeld abgeben. Dies ist in der Regel ab der ersten Klasse der Fall. Ein zu früh oder zu spät gibt es nicht – es kommt immer auch auf die Reife des Kindes an. Was allerdings klar ist: Den Umgang mit Geld sollten Kinder möglichst früh lernen: Ca. 80 Prozent der zahlungsunfähigen Erwachsenen geraten nämlich bereits vor dem 25. Lebensjahr in die Schuldenspirale.

Regelmässig abgeben

Das Taschengeld kann Kindern unter zehn Jahren, respektive von der ersten bis zur vierten Unterstufe, wöchentlich ausgezahlt werden. Kleine Kinder haben nämlich noch Mühe, über den ganzen Monat hinweg zu planen. Bei älteren Kindern bzw. Jugendlichen kann man die Auszahlung monatlich vornehmen. Dadurch vergrössert sich der zeitliche Rahmen, für den das Budget reichen muss. 

Wichtig: Das Taschengeld sollte unaufgefordert immer zu einem fest definierten Zeitpunkt abgegeben werden. Das Kind sollte nicht dafür betteln müssen.   

Sich an Empfehlungen orientieren

Ob und wie viel Taschengeld ein Kind bekommt, ist von Familie zu Familie verschieden. Die Höhe des Betrages richtet sich in der Regel nach den finanziellen Möglichkeiten sowie nach dem Alter und der Reife des Kindes. Bei der Festlegung der Höhe des Sackgeldes besteht aber in vielen Familien Unklarheit. Richtlinien wie der Taschengeldrechner von Comparis und 20 Minuten schaffen hier Abhilfe: Mit dem Rechner lässt sich nämlich das empfohlene Taschengeld berechnen.

Wichtig: Kindern und Jugendlichen ist nicht geholfen, wenn sie zu den Top-Taschengeldverdienern gehören. Das Sackgeld muss einen realistischen Lebensstil ermöglichen – später verdienen schliesslich auch nicht alle gleich viel.

Was sagen die Leute auf der Strasse zur Taschengeldhöhe? Wir haben nachgefragt.

Gemeinsame Richtlinien definieren

Das Kind darf die Eltern nicht gegeneinander ausspielen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass sich die Eltern in Bezug auf die Höhe und die Verwendung des Taschengeldes auf einen gemeinsamen Konsens einigen.   

Kinder entscheiden lassen

Über ihr Taschengeld sollen Kinder hauptsächlich frei verfügen können. Sie dürfen also selber entscheiden, was sie mit ihrem Batzen kaufen. Ihr Kind können Sie bei Entscheidungen unterstützen. Wichtig: Es kann sinnvoll sein, einen Teil des Sackgeldes bestimmten Zwecken zuzuordnen. Beispielsweise einen Teil für Vergnügen und Freizeitaktivitäten (Kino, kleinere Anschaffungen oder ähnliches) und einen Teil zum Sparen.  

Erweitertes Taschengeld einführen

Mit zunehmendem Alter und Erfahrung des Kindes bzw. des Jugendlichen kann man schrittweise ein erweitertes Taschengeld (auch Jugendlohn genannt) einführen. Mit diesem soll das Kind einen Teil der Lebenshaltungskosten selbst finanzieren. Dazu gehören beispielsweise fixe Ausgaben für Handy oder Kleidung. Dies fördert die Selbstverantwortung und Selbstständigkeit des Kindes. Eine Grundvoraussetzung des erweiterten Taschengeldes stellt dabei das gegenseitige Vertrauen dar. Wichtig: Die Höhe des erweiterten Taschengeldes richtet sich nach dem finanziellen Spielraum der Eltern und der Reife des Jugendlichen. Eine Orientierungshilfe bietet auch hier der Taschengeldrechner.

Auf finanzielle Sanktionen verzichten

Da Taschengeld kein geeignetes Mittel zur Erziehung darstellt, sollte das Sackgeld nicht als Bestrafungsmittel eingesetzt werden. Auf finanzielle Sanktionen sollte Sie deshalb, wenn möglich, verzichten und das Sackgeld unabhängig vom Verhalten oder den Schulleistungen des Kindes abgeben.

Wichtig: Manchmal macht es Sinn, einen Teil des Taschengeldes fest an eine bestimmte Bedingung zu knüpfen. Eine solche Bedingung kann beispielsweise das Einhalten des Ämtliplanes sein.

Finanzielle Belohnungen vermeiden

Genauso wie das Taschengeld nicht als Druck- oder Sanktionsmittel eingesetzt werden sollte, gilt es auch zu vermeiden, das Kind finanziell zu belohnen. Zum Beispiel sollte die Mithilfe zu Hause eine Selbstverständlichkeit darstellen. Für alltägliche Hausarbeiten wie das Zimmeraufräumen oder das Abwaschen empfiehlt es sich also nicht, das Kind zusätzlich monetär zu belohnen. Wichtig: Für grössere Arbeitseinsätze wie Autowaschen oder Rasenmähen kann man dem Kind durchaus einen «Bonus» auszahlen.

Keine Vorschüsse zahlen

Das Taschengeld sollte grundsätzlich zum Vergnügen da sein, sprich: nicht für nicht dringend Notwendiges gebraucht werden. Deshalb kann darauf verzichtet werden, dem Kind bzw. dem Jugendlichen zusätzliches Taschengeld auszuzahlen oder vorzustrecken: Denn Taschengeld ist dazu da, um den Umgang mit Geld zu lernen. Dazu gehört auch das Sparen und Wünsche zurückstellen. Wird bei jeder Ebbe in der Kasse sofort ein Ausgleich geschaffen, ist der Lerneffekt nicht da.  

Wichtig: Reicht das Sackgeld regelmässig nicht bis Ende Monat, sollte man mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen zusammensitzen und über den Umgang mit Geld sprechen.

Über Geld sprechen

Die beste Schuldenprävention ist, wenn man Geld offen zum Thema macht und mit dem Kind bzw. dem Jugendlichen über Geld spricht. Man kann das Kind beispielsweise in den alltäglichen Einkauf involvieren und ihm aufzeigen, wie viel Lebensmittel kosten und woher das Geld eigentlich kommt. Wenn es älter ist, kann man dem Kind oder Jugendlichen auch erklären, wie teuer die Miete und andere Lebenshaltungskosten sind, damit es sich ein Bild davon machen kann.