Zusammenleben

In 8 Etappen zur Traum-Wohngemeinschaft: So klappts bestimmt

TIPPS
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Gemeinsames Kochen in der WG sorgt für Zusammenhalt, ist aber nicht jedermanns Sache. Bild: thinkstock / monkeybusinessimages

Die Matura ist geschafft und das Studium wartet? Ihr müsst aus eurer Wohngemeinschaft raus und braucht ein neues Zimmer? Wer jetzt noch selbiges sucht, muss sich beeilen. Denn die besten Wohnplätze sind immer schnell vergeben. Comparis.ch zeigt, wie du möglichst schnell die Wunsch-WG findet.

Die Suche nach einem WG-Zimmer kann zu einem anstrengenden Etappenrennen werden, wenn man ziellos durch die zahlreichen Online-Portale surft. Schliesslich werden dort Zimmer in allen Kategorien und Preisklassen angeboten. Doch wie gestaltet sich die Suche am angenehmsten und erfolgreichsten? In 8 Etappen zeigen wir dir den Weg zur Traum-WG:

Etappe 1: Suche definieren

Zuerst sollte geklärt werden, was du genau von einer Wohngemeinschaft erwartest: eine gelebte Gemeinschaft oder eine Zweckwohnsituation? Sollen die neuen Mitbewohner zum eigenen Lebensstil passen oder ist dies zweitrangig?

Schau dir daher nur Wohnungsanzeigen an, die zu dir passen. Häufig steht darin etwas über das aktuelle WG-Leben, wie «Wir kochen gerne abends zusammen» oder «Bei uns steht Nachhaltigkeit an erster Stelle, darum suchen wir jemand Gleichgesinntes». Wenn dir weder Kochen noch Nachhaltigkeit zusagen, wäre es vergebene Mühe, sich hier zu melden.

Etappe 2: Online und Offline

Ist erstmal geklärt, was gewollt ist, solltest du die Suche breit anlegen. Nicht jedes Zimmer ist nur über ein Online-Portal zu finden. Oft werden auch die Schwarzen Bretter an Universitäten oder im nahegelegenen Supermarkt genutzt. Und wie so oft, geht vieles über Bekannte, Freunde und Kollegen, die Nachmieter suchen. Auch selbst ein Gesuch aufzugeben ist heute mittels Social Media eine Leichtigkeit: Es ist schnell, gratis und hat eine grosse Reichweite. Daher einfach Augen und Ohren offenhalten und alle Mittel nutzen, die dir zur Verfügung stehen.

Unser Tipp: Die Facebook-Gruppe «WG-Zimmer-Zürich» – hier findest du die besten Inserate aus den grössten Schweizer Immobilien-Portalen.

Etappe 3: Persönliche Bewerbung

Ist eine Anzeige gefunden, die dir gefällt, sollte schnell eine Kontaktaufnahme stattfinden. Vor einem ersten Treffen findet der Kontakt oft per Mail statt. Sei schon bei diesem Bewerbungsschreiben persönlich und authentisch, erzähle von dir – und schicke zum Beispiel einen Link zu eurem Facebook- oder Instagram-Profil mit. Es hilft auch, vorher kurz anzurufen, um sich näher zu erkundigen und das Gegenüber zu hören. So kann auch gleich bei gegenseitiger Sympathie ein Besichtigungstermin vereinbart werden.

Etappe 4: Gute Vorbereitung

Merke dir die Details aus der Annonce zum Zimmer gut, denn die wenigsten Vermieter haben Lust alles hundert Mal zu erzählen. Bringe alle Formulare mit, wenn welche verlangt werden. Denke dabei immer an die gebräuchlichen Gepflogenheiten, wie pünktliches Erscheinen, freundliches Auftreten und Interesse an den WG-Mitgliedern. Dies sollte für einen ersten guten Eindruck reichen. 

Etappe 5: Interesse zeigen und ehrlich sein

Erst einmal in der Wohngemeinschaft angekommen, nimm dir Zeit und zeige Interesse an der Wohnung, den Bewohnern und dem Zusammenleben. Beim persönlichen Gesprächen sollte darüber diskutiert werden, was die WG-Bewohner voneinander erwarten. Danach sollte erfragt werden, wie die WG funktioniert und wie man sich selbst einbringen kann. Natürlich sollte man auch ansprechen, wie man sich selbst das Leben in der WG vorstellt.

Sei bei diesem Gespräch ehrlich und bleibe authentisch. Spätesten beim Zusammenleben kommen die guten wie auch schlechten Angewohnheiten zum Vorschein. Auch Probleme, die entstehen können, sollten angesprochen werden. Klären sollte man Punkte, wo das Leben aneinander reiben könnte – Putzplan, frühes Aufstehen, Regeln, Hygiene allgemein etc. Auch andere Gewohnheiten wie Rauchen, Partys oder Aufschieberitis sollten geprüft werden. Wenn alles passt oder man bereit ist, sich den Regeln der WG anzupassen, dann steht einem erfolgreichen Zusammenleben nicht mehr viel im Weg.

Etappe 6: Offene Kommunikation

Auch wenn die WG-Bewohner die ideale Wohngemeinschaft bilden, weil sich Interessen und Lebensführung weitgehend decken bzw. gut ergänzen: Unstimmigkeiten können nicht ausgeschlossen werden. Hier hilft Reden – und zwar offen und direkt, nicht um den heissen Brei herum, aber ohne verletzend zu sein. Ratsam ist es, Probleme immer sofort anzusprechen, dabei «Du-Botschaften» zu vermeiden und seine Wünsche und Vorstellungen klar zu kommunizieren. Hier kann auch ein regelmässig durchgeführter WG-Rat helfen. Auch fördern gemeinsame Nachtessen oder Unternehmungen einmal im Monat oder pro Woche das Miteinander.

Etappe 7: Mietvertrag genau anschauen 

Nach dem erfolgreichen Kennenlernen kommt der Mietvertrag. Wer als neues Mitglied in eine bestehende Wohngemeinschaft einzieht, erhält normalerweise ein Untermietvertrag. Dabei ist einer der WG-Bewohner der Hauptmieter, der die einzelnen Zimmer untervermietet und so die Haftung übernimmt. Das ist praktisch, weil die Untermietverträge unkompliziert zu kündigen sind und im Fall eines Auszuges ein Nachmieter gesucht werden kann.

Bei Neugründung einer WG kommt häufig eine andere Form des Mietvertrages zum Einsatz: Alle Mitglieder unterschreiben den Vertrag und haften solidarisch. Der Nachteil: Auch die Kündigung ist nur gemeinsam möglich. 

Auch wichtig: die Versicherungen

Und wie funktioniert das mit der Versicherung in einer WG? Zunächst zur Hausratversicherung: Sie versichert in der Regel den Hausrat aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen gegen Feuer, Wasser, Elementarereignisse und Diebstahl. Falls eine solche Police für die WG nicht besteht, unbedingt ansprechen und im Zweifelsfall eine Einzelpolice für das eigene Zimmer samt der persönlichen Sachen abschliessen.

Noch wichtiger als die Hausratversicherung in einer WG ist die Privathaftpflicht. Sie deckt Schäden, die man anderen Personen oder deren Gegenständen zufügt. Bis zum Ende der Ausbildung sind zwar viele Studierende bei den Eltern mitversichert – doch das gilt es zu prüfen. Manche Versicherungen bieten Familienpolicen für Wohngemeinschaften an. Ist das nicht möglich oder praktikabel, besorgt man sich am besten auch hier eine Einzelpolice.

Tipp: Die Hausrat- und die Privathaftpflichtversicherung können kombiniert oder separat abgeschlossen werden – hier geht’s zum Vergleich:

Etappe 8: Wenn es nicht klappt

Hier gilt wie immer und überall: Augen zu und durch. Es gibt so viele Bewerber auf dem Markt, dass Durchhaltevermögen gefragt ist. Wer sich aber nach einer Absage nicht gleich entmutigen lässt, wird seine Traum-WG mit etwas Geduld bestimmt finden. 

Um erfolgreich beim Rennen zu bleiben, hilft es, seine Daten und Unterlagen immer aktuell zu halten und täglich den Anzeigenmarkt zu durchforschen. So werdet ihr mit etwas Glück bald die Ziellinie erreichen und das neue Semester in einem tollen Zimmer beginnen können. 

Noch mehr Infos inklusive wertvoller Tipps zu Steuern, Mietvertrag und Betrugsversuchen liest du hier. 


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