Recht & Gesetz

Airbnb und Co. – welche Regeln gelten hier?

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Einen Untervermieter via Airbnb zu suchen, wird immer beliebter. Quelle: istock

Airbnb – die Plattform zum Buchen von privaten Unterkünften – ist bereits in mehr als 190 Ländern vertreten. Nun erobert sie auch die Schweiz. Laut einer Erhebung des Instituts für Tourismus der FH Westschweiz vervierfachten sich die angebotenen Objekte in den vergangenen zwei Jahren auf 24'000 Objekte im Januar 2017. Doch mit dem Boom kommen auch rechtliche Fragen, was die Untervermietung über solche Portale anbelangt. 

Für Schlagzeilen sorgte der Fall eines Zürchers, der seine Mietwohnung überteuert auf Airbnb anbot, ohne seinen Vermieter davon zu unterrichten. Die Sache landete vor Gericht mit dem Urteil, dass der Mieter den Gewinn an seinen Vermieter abtreten musste und auch seine Wohnung künftig nicht mehr auf Airbnb oder einer anderen Plattform anbieten darf. 

Der Fall veranschaulicht, dass einige Abklärungen und Vorbereitungen nötig sind, bevor man selbst zum Vermieter wird. Eine Mietwohnung auf Airbnb oder einer alternativen Plattform – wie etwa Wimdu, 9flats oder Housetrip – anzubieten, gilt nämlich als Untervermietung und ist nur mit Einschränkungen erlaubt. So muss der Vermieter vorher sein Einverständnis geben. Andernfalls droht dem Mieter die Kündigung.

Vermieter fragen und Regeln zur Untervermietung beachten

Und weiter gilt: Mieter müssen dem Vermieter auch die Bedingungen bekannt geben, unter denen sie die Wohnung auf der Airbnb-Plattform anbieten. Ohne Weiteres kann der Wohnungsvermieter eine Untervermietung zwar nicht verbieten, das heisst, er darf seine Mieter im Gebrauchsrecht an der Wohnung nicht unbegründet einschränken. Um Einwände im Falle einer Airbnb-Untervermietung abzuwenden, haben wir für Sie die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Gewichtige Ablehnungsgründe

Überbelegung, Umnutzung, zu erwartende Lärmbelästigung oder andere Nachteile, die für ihn oder die anderen Mieter im Haus entstehen können, muss der Vermieter nicht akzeptieren. Der Grund für die strengen Regeln liegt auf der Hand: Der Vermieter hat das Recht, sich seine Mieter auszusuchen. Hat er keine Kontrolle mehr darüber, wer in seiner Immobilie ein- und ausgeht und nimmt die Fluktuation der Untermieter überhand, kann er die Reissleine ziehen.

  • Ständiger Wechsel der Untermieter kann beispielsweise zu Unruhe im Haus führen, die für die anderen Mieter störend ist. Ganz zu schweigen von Partygängern, die sich zu fünft eine Zweizimmerwohnung teilen.
  • Die Untervermietung darf nicht gewerbsmässig betrieben werden und keinen Gewinn abwerfen. Mehr als 10 Prozent über dem, was der Mieter selbst an Mietzins bezahlt, dürfen es nicht sein.
  • Der Gebrauch der Wohnung muss dem entsprechen, was vertraglich festgelegt wurde. Eine Umnutzung einer Mietwohnung zu Büroräumen beispielsweise kann der Vermieter ablehnen.
  • Der Mieter der Wohnung muss die Absicht haben, selbst wieder einzuziehen – einer dauerhaften Untervermietung muss der Wohnungseigentümer nicht zustimmen.

Wer also Nutzen aus dem Airbnb-Trend ziehen will, sollte von vornherein mit offenen Karten spielen. Die Devise «Was der Eigentümer nicht weiss, macht ihn nicht heiss» könnte sich zuletzt als zu riskant erweisen.

Kurtaxe und Co. 

Das Geschäftsmodell ist weiterhin im Aufwind und macht dem klassischen Tourismus Konkurrenz. So muss Airbnb seit dem Sommer im Kanton Zug eine Kurtaxe einkassieren und abführen – wie alle anderen Tourismusbetriebe auch. Vereinbarungen mit anderen Kantonen sollen folgen.

Fazit: Verreisen und mit Airbnb-Untervermietung einen finanziellen Ausgleich zu den Reisekosten schaffen: Das ist eine Win-Win-Situation. Befolgt man ein paar Regeln, ist man zudem auf der sicheren Seite, was die rechtliche Situation betrifft. So kann eine Untervermietung durchaus funktionieren, ohne dass das Verhältnis zu Vermieter und Nachbarn leidet. Dies ist nicht unwichtig, wenn man noch länger in seinen lieb gewonnenen vier Wänden wohnen möchte.

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