Hausrat & Haftpflicht

E-Trottinett: Wer bezahlt bei Unfall oder Diebstahl?

TIPPS
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock.com / CreativeDJ

Mit Strom betriebene Trottinette erfreuen sich vor allem in Schweizer Städten steigender Beliebtheit. Doch wer haftet bei einem Unfall oder Diebstahl? Comparis klärt auf.

E-Trottinette sind hierzulande immer häufiger anzutreffen. Was viele Nutzer indes nicht wissen: Erfüllen die Geräte die technischen Anforderungen nicht, dürfen Sie nur auf privatem Grund benutzt werden. Bei Zuwiderhandlung droht nicht nur eine Busse, im Schadenfall kann es für Unfallverursacher sehr teuer werden.

Brauchen E-Trottinette eine spezielle Versicherung oder einen Fahrausweis?

E-Trottinette mit einer maximalen Motorenleistung von 20 Kilometern pro Stunde dürfen ab 14 Jahren gefahren werden, sofern die Lenker über einen Ausweis der Kategorie M verfügen. Ab einem Alter von 16 Jahren ist kein Ausweis nötig. Eine Haftpflichtversicherung ist ebenfalls nicht obligatorisch, aber sehr empfehlenswert. Verursachen Sie einen Unfall, sind die Schäden an Dritten in der Regel über Ihre Privathaftpflichtversicherung gedeckt.

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Welche technischen Anforderungen müssen E-Trottinette erfüllen?

Das Bundesamt für Strassen hat für E-Trottinette und andere elektrisch betriebenen Trendfahrzeuge diverse technischen Anforderungen festgelegt. Es liegt in Ihrer Verantwortung, die technischen Anforderungen zu überprüfen. Hier finden Sie eine Übersicht (als PDF). Mittlerweile gibt es im Markt E-Trottinette, die bis zu 55 Kilometer pro Stunde erreichen. In den allermeisten Fällen sind sie aber nicht für den Strassenverkehr zugelassen.

Zahlt die Privathaftpflichtversicherung in jedem Fall?

Wer ein E-Trottinett im öffentlichen Strassenverkehr benutzt, das die technischen Anforderungen nicht erfüllt oder für den Strassenverkehr nicht zugelassen ist, riskiert nicht nur eine Busse der Polizei. Im Schadenfall kann die Privathaftpflichtversicherung die Leistungen kürzen oder darf die Kosten von Ihnen zurückverlangen (Regress).

Wie ist die Haftplicht bei Miete geregelt?

E-Trottinette lassen sich mittlerweile auch mieten. Der Mietvertrag umfasst in der Regel auch einen Schutz gegen Sach- oder Personenschäden. Der Versicherungsschutz ist aber auf die Nutzungsdauer beschränkt. Verfügt der Mieter über eine eigene Privathaftpflichtversicherung kommt üblicherweise zuerst diese für Schäden auf. Passiert der Schaden aufgrund eines technischen Defekts am Gerät, weil das Fahrzeug beispielsweise nicht ordnungsgemäss gewartet wurde, kann die geschädigte Partei seine Forderungen auch direkt beim Vermieter stellen.

Wie ist die Haftung bei anderen Trendfahrzeugen geregelt?

Benutzen Sie ein stärkeres E-Bike, das bis 45 Kilometer pro Stunde schnell ist, müssen Sie ein gelbes Kontrollschild mit einer gültigen Vignette für eine obligatorische Haftpflichtversicherung lösen. Im Strassenverkehr sind ab und an Solowheels, auch Monowheels genannt, Smartwheels oder Elektro-Skateboards anzutreffen. Die Benutzung solcher Fahrzeuge ist nur auf privatem Grund oder abgesperrten Arealen erlaubt. Bei Zuwiderhandlung droht eine Busse, und im Schadenfall kann die Privathaftpflichtversicherung die Leistungen kürzen oder darf die Kosten von Ihnen zurückverlangen.

Wer zahlt bei Diebstahl?

E-Trottinette werden in der Regel mit Fahrrädern gleichgesetzt und sind somit über die Hausratversicherung gegen Diebstahl versichert. Um auch unterwegs versichert zu sein, muss in der Hausratversicherung der Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» abgeschlossen werden. Für elektrisch betriebene Fahrräder mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde gelten oft spezielle Versicherungsbedingungen. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, wie solche Fahrräder versichert sind, und schliessen Sie gegebenenfalls eine Fahrzeugversicherung, eine Wertsachen- oder eine Fahrrad-/ E-Bike-Kaskoversicherung ab.

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