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6 Tipps für Ihren ersten Besuch beim Frauenarzt

TIPPS
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Bild: iStock / Stadtratte

Das Thema Vertrauen ist beim Frauenarzt aufgrund der Untersuchungen im Intimbereich besonders zentral. Diese 6 Tipps erleichtern Ihnen den ersten Besuch beim Frauenarzt.

1. Wann soll ich zum ersten Mal zum Frauenarzt?

Es gibt keine generelle Altersempfehlung für den ersten Besuch beim Frauenarzt. Wenn möglich sollten Sie vor dem 16. Lebensjahr einen Termin beim Frauenarzt haben. Die meisten Frauen gehen bei ihrer ersten Periode zum ersten Mal zum Frauenarzt. Spätestens bei Verhütungsfragen, Geschlechtsverkehr oder Beschwerden bzw. Problemen mit der Menstruation ist ein Frauenarzt aufzusuchen.

Häufige Gründe für einen ersten Besuch beim Frauenarzt

  • Eintritt der Periode
  • Starke Menstruationsbeschwerden
  • Regelblutung ist mit 16 Jahren noch nicht eingetreten
  • Beratung zu Verhütungsmöglichkeiten wie z.B. Pille, Verhütungspflaster oder Spirale
  • HPV-Impfung: Sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen (auch beim Hausarzt möglich)

2. Was sollte ich für den Termin beim Frauenarzt vorbereiten?

  • Tauschen Sie sich aus mit z.B. älteren Freundinnen, Schwestern, Cousinen oder anderen nahestehenden Personen, und beseitigen Sie mögliche Ängste oder Ungewissheiten.
  • Achten Sie darauf, dass der Termin nicht während Ihrer Periode stattfindet.
  • Schreiben Sie wichtige und unangenehme Fragen an den Frauenarzt auf. Selbst die wichtigsten Fragen gehen schnell vergessen.
  • Nehmen Sie Ihre Krankenversicherungskarte mit.
  • Der Frauenarzt wird sich nach Ihrer Periode erkundigen. Halten Sie die Antworten auf folgende Fragen bereit:
    • Zeitpunkt Ihrer ersten und letzten Periode?
    • Dauer Ihrer Periode?
    • Regelmässigkeit der Periode?
    • Beschwerden während der Periode?
  • Der Frauenarzt fragt möglicherweise auch folgende Informationen ab:
    • Sexuelle Aktivität
    • Verwendung von oder Wunsch nach Verhütungsmethoden
    • Krankheiten in der Vergangenheit
    • Medikamente
    • Krankheiten in der Familie
    • Akute Beschwerden

3. Was für Kleider soll ich beim Frauenarzt anziehen?

Bei der gynäkologischen Untersuchung müssen Sie sich gänzlich (inklusive Unterwäsche) entkleiden. Der Frauenarzt gibt Ihnen Zeit, sich nach dem Start des Behandlungsgesprächs für die anstehende Untersuchung zu entkleiden. Dafür stehen oft Umkleiden / Trennwände innerhalb des Untersuchungszimmers zur Verfügung.

Tragen Sie bequeme Kleider und möglichst solche, die Sie leicht an- und ausziehen können. So vermeiden Sie beim An- und Ausziehen unnötigen Stress. Aus praktischen Gründen tragen Frauen deshalb gerne einen Rock. Dieser kann für die Unterleibsuntersuchung hoch geschoben werden, sodass nur die Unterwäsche bzw. Strumpfhosen ausgezogen werden müssen.

Der Frauenarzt sollte Sie nie bitten, sich komplett auszuziehen. Die Untersuchungen finden in zwei Schritten statt: 1. Unterleib, 2. Abtastung der Brust für Brustkrebsfrüherkennung. So ist sichergestellt, dass Sie stets zur Hälfte bekleidet sind.

Während der Untersuchung können die Socken problemlos angezogen bleiben. Der Frauenarzt interessiert sich nicht für Ihre Füsse.

4. Was sollten meine Eltern über den Besuch beim Frauenarzt wissen?

Frauenärzte unterliegen wie alle Ärzte der Schweigepflicht. Auch urteilsfähige, minderjährige Personen haben dieses Recht. Für Diagnosen und Massnahmen brauchen Sie entsprechend keine Zustimmung Ihrer Eltern. Sprechen Sie den Frauenarzt oder die Arztpraxis an, wenn Sie die Adresse für die Arztrechnung anpassen möchten. Das sollten Sie aber immer in Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse machen. Über die Versicherungsdeckung hinausgehende Leistungen müssen Sie selbst bezahlen.

Wenn möglich sollten Sie Ihre Eltern bei der Meinungsbildung berücksichtigen oder zumindest über den Besuch beim Frauenarzt informieren.

5. Alleine zum Frauenarzt gehen oder jemanden mitnehmen?

Manchen jungen Frauen fällt der erste Besuch beim Frauenarzt leichter mit einer Begleitung. Das kann die beste Freundin, die Mutter oder der Freund sein. Ob diese Person im Wartezimmer bleibt, ist Ihre Entscheidung, die Ihre Begleitperson respektieren sollte.

6. Dos & Don’ts beim Frauenarzt

  • Zögern Sie den Termin nicht unnötig hinaus.
  • Seien Sie ehrlich und sprechen Sie über Ihre Probleme und Ängste. Nur so kann Ihnen der Frauenarzt weiterhelfen.
  • Notieren Sie unangenehme Sachen im Vorfeld. So können Sie diese einfacher ansprechen.
  • Für die Intimfrisur brauchen Sie sich nicht zu schämen. Der Arzt interessiert sich nicht für Ihre Behaarung. Übertriebene Intimhygiene vor dem Termin kann zu Hautirritationen oder allergischen Reaktionen führen und ist nicht zu empfehlen.
  • Suchen Sie bei Blasenentzündungen oder Pilzinfektionen den Gynäkologen oder Hausarzt frühzeitig auf. Ausharren ist kontraproduktiv und verzögert den Heilungsprozess.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über prämenstruale Symptome (PMS), Stimmungsschwankungen, Krämpfe oder andere Leiden.
  • Nehmen Sie sich Zeit. Vor allem eine Beratung zu Verhütungsmöglichkeiten kann länger dauern, damit Sie einen Überblick der Vor- und Nachteile erhalten.
  • Für den Besuch beim Frauenarzt muss man sich nicht schämen. Frauenärzte sind Experten auf ihrem Gebiet und haben täglich ähnliche Termine. Falls Sie sich trotzdem vor dem Gespräch oder der Untersuchung fürchten, sprechen Sie Ihr Unbehagen am besten zu Beginn des Termins an.

 

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