Impfgegner und schlecht Informierte torpedieren Immunitätsschutz gegen lebensgefährliche Krankheiten

Repräsentative Comparis-Umfrage zum Impfen


Zürich, 7. Mai 2019 – Echte Impfgegner sind in der Schweiz rar. Noch immer sind 60,7 Prozent der Deutschschweizerinnen und -schweizer überzeugt, bei Kindern sollten alle aktuell vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlenen Basisimpfungen (vgl. Box) durchgeführt werden. Nur 12,2 Prozent sind gänzlich gegen eine Durchführung der Basisimpfungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Innofact in der Deutschschweiz im Auftrag des Online-Vergleichsportals comparis.ch.

Etwas mehr als die Hälfte dieser Personen findet, nur durchgestandene Krankheiten würden das Immunsystem stärken. Gut ein Fünftel dieser Impfgegner ist überzeugt, Impfungen seien gefährlich. Ein weiteres Fünftel begründeten ihre Ablehnung nicht.

Ein Fünftel findet nur ausgewählte Basisimpfungen nötig

«Die wahre Gefahr sind aber nicht nur diese kategorischen Impfgegner, sondern die latente Impfignoranz» warnt Comparis-Gesundheits-Experte Felix Schneuwly. So finden 21,3 Prozent der Befragten, nur ausgewählte Basisimpfungen seien nötig. Diese Haltung vertreten vor allem die 15- bis 29-Jährigen (26,2 Prozent vs. 20,7 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen und 18 Prozent bei den über 50-Jährigen).

«Das Problem ist: Dank dieser Haltung können sich ansteckende, potenziell lebensgefährliche Krankheiten wieder ausbreiten», so Schneuwly. Der Grund: Um auch aus verschiedenen Gründen nicht impfbare, aber besonders gefährdete Personen (z.B. Immunsuppression) vor einer Ansteckung zu schützen und eine Krankheit auszurotten bzw. eine Wiederverbreitung zu verhindern, muss je nach Krankheit ein Anteil von 80 bis 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Nur so entsteht eine so genannte Herdenimmunität (vgl. Box).

Um das Wissen bezüglich Herdenimmunität ist es in der Schweizer Bevölkerung gemäss der Comparis-Umfrage schlecht bestellt. Nur 18,9 Prozent der Befragten schätzen die Durchimpfungsrate richtigerweise auf 80 bis 95 Prozent. Weitere 21,6 Prozent glauben, es brauche eine Durchimpfungsrate von über 95 Prozent. Ein Drittel der Befragten glaubt, weniger als 80 Prozent geimpfte Personen reichten für eine Herdenimmunität. Und gut ein Viertel hat überhaupt keine Ahnung.

Bildungsgraben beim Wissen um eigene Impfungen

54,6 Prozent gaben an, gegen Kinderlähmung geimpft zu sein, 52,8 Prozent gegen Tetanus und 50,9 Prozent gegen Masern. 43,5 Prozent gaben an, ebenfalls gegen Röteln geimpft zu sein und 40,5 Prozent gegen Mumps. «Diese beiden letzten Werte zeigen: Offenbar ist vielen Personen nicht bekannt, dass Masern, Mumps und Röteln oft gemeinsam geimpft werden», beobachtet Schneuwly.

Bezüglich der Kenntnis über eigene Impfungen tut sich ein massiver Bildungsgraben auf. So geben in der Comparis-Umfrage 60,3 Prozent der Personen mit Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss eine Immunisierung gegenüber Kinderlähmung an. Bei den Personen mit Primar- oder Sekundarschulabschluss waren es nur 37,9 Prozent. Ein vergleichbarer Unterschied zeigte sich auch bei den übrigen meist genannten Impfungen, nämlich Masern mit 60,3 Prozent (tertiäre Bildung) vs. 40,9 Prozent (max. Sekundarschulabschluss) bzw. und Tetanus mit 55,4 Prozent vs. 34,8 Prozent. Für den Gesundheitsexperten Schneuwly ist deshalb klar: «Wie bei anderen Gesundheitsthemen zeigt sich auch beim Impfen, dass offenbar Bildung die beste Gesundheitsvorsorge ist.»

Basisimpfungen

Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) als Basisimpfungen eingestuften und im eidgenössischen Impfplan aufgelisteten Impfungen werden als unerlässlich für die individuelle und öffentliche Gesundheit eingestuft und müssen von der Ärzteschaft ihren Patientinnen und Patienten gemäss den Vorgaben des Schweizerischen Impfplans empfohlen werden. Basisimpfungen werden empfohlen, weil sie für die individuelle und öffentliche Gesundheit wesentlich sind und einen für die Gesundheit der Bevölkerung wichtigen Schutz bieten. Als weitere Impfkategorien gibt es die ergänzenden Impfungen sowie für Risikogruppen/Risikosituationen empfohlene Impfungen.

Herdenimmunität

Mit einem genügend hohen Anteil an geimpften Personen hat ein Krankheitserreger kein ausreichendes Reservoir, um sich zu vermehren und auszubreiten. Dieses Phänomen wird «Herdenimmunität» genannt. Die Herdenimmunität bietet somit auch Personen Schutz, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können. Mit einer genügend hohen Durchimpfungsrate können Krankheiten in bestimmten Regionen der Welt ausgerottet werden.

Methodik

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im April 2019 unter 703 Personen in der Deutschschweiz durchgeführt.

Weitere Informationen:
Felix Schneuwly
Gesundheits-Experte

Mobile: 079 600 19 12
E-Mail: felix.schneuwly@comparis.ch

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