Hausrat: Zürcher «Goldküstler» besitzen bis zu 20 Prozent mehr als Stadtzürcher

Comparis-Analyse zu Hausratversicherungen


Zürich, 2. April 2019 – Den teuersten Hausrat in der Schweiz besitzen die Mieter und Hauseigentümer des Waadtländer Landbezirkes Gros-de-Vaud. Der Median für 4,5- bis 6-Zimmer-Wohnungen beträgt hier 128'000 Franken – so viel wie sonst nirgendwo in der Schweiz. Das zeigt eine Analyse von Anfragen für Hausratversicherungsofferten beim Online-Vergleichsdienst comparis.ch. Mit je 125'000 Franken teilen sich mit Morges und Nyon zwei weitere welsche Bezirke den zweiten Rang, noch vor Meilen und dem fribourgischen La Broye mit je 120'000 Franken. Insgesamt wurden 89 Schweizer Bezirke analysiert.

«Die Höhe der Versicherungssumme orientiert sich unter anderem an der Wohnungsgrösse, dem Einrichtungsstandard und der Anzahl Personen in einem Haushalt», erklärt Comparis-Finanz-Experte Frédéric Papp. In Gros-de-Vaud beträgt laut Bundesamt für Statistik die durchschnittliche Haushaltsgrösse im Schnitt 2,52 Personen und zählt damit zur nationalen Spitze. Der Schweizer Schnitt liegt bei 2,23 Personen. In Nyon und Morges liegen die Werte ebenfalls höher als der Landesdurchschnitt.

Goldküstenbewohner besitzen mehr als Stadtzürcher

In der Comparis-Analyse stechen zudem die Zürcher Goldküstenbewohner heraus: Die für eine Hausratversicherung angefragte Versicherungssumme einer 4,5- bis 6-Zimmer-Wohnung im Goldküsten-Bezirk Meilen beträgt 120'000 Franken (Median). Es ist der höchste Wert im Kanton Zürich und 20 Prozent mehr als in der Stadt Zürich mit einem Median von 100'000 Franken.

«In Meilen liegt der Steuerfuss im Vergleich zu Zürich deutlich tiefer, was vermögende Leute anzieht. Und wer mehr Geld im Portemonnaie hat, leistet sich tendenziell einen teureren Hausrat», erklärt Papp. So liegt im Bezirk Meilen denn auch die Kaufkraft pro Kopf mit 69'208 Franken*  auch deutlich über dem Schweizer Durchschnitt bei 45'578 Franken. In der Stadt Zürich beträgt die Kaufkraft pro Kopf zwischen 51'047 und 54'693 Franken.

Am unteren Ende der untersuchten Klasse der 4,5- bis 6-Zimmer-Wohnungen liegt der Kanton Obwalden (der Kanton kennt keine Einteilung in Bezirke) mit einem Median von 93'250 Franken. Das sind 27 Prozent weniger als im Bezirk Gros-de-Vaud. Etwas höher versichert ist der Hausrat in Sion und St. Gallen mit 93'500 und 94'000 Franken.

Bei 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen liegt Höfe auf Rang 1

Die Schweizer Rangliste sieht bei den analysierten 96 Bezirken bei 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen ähnlich aus. Einwohner des Schwyzer Bezirks Höfe am Zürichsee versichern ihr Hab und Gut mit 80'000 Franken. Höfe hat eine durchschnittliche pro Kopf-Kaufkraft von 98'975 Franken. Das ist hierzulande der höchste Wert. Das steuergünstige Höfe mit den drei Gemeinden Freienbach, Feusisberg und Wollerau ist bekanntermassen ein populärer Wohnort für vermögende Personen.

Bewohner von 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen in den Bezirken Gros-de-Vaud und Morges versichern ihren Haushalt mit je 77'000 Franken. In Nyon sowie in Dorneck (SO) und Münchwilen (TG) beträgt die Median-Versicherungssumme je 76'000 Franken, in Meilen 75'000 Franken.

Im Berner Jura (BE) fällt die Versicherungssumme mit 58'000 Franken pro Haushalt am tiefsten aus. In zwölf anderen Bezirken, darunter Thun (BE), Sissach (BL) oder La Gruyère (FR) sind es jeweils 62'000 Franken. Einen Medianwert von 63'000 Franken zeigen 14 Bezirke, darunter Bern-Mittelland (BE), Biel (BE) und Emmental (BE).

Differenzen von fast 40 Prozent

Die grössten Unterschiede beobachtet Papp bei den 1- bis 2,5-Zimmer-Wohnungen. Hier wurden insgesamt 79 Bezirke untersucht. Einwohnerinnen und Einwohner der Bezirke Rheinfelden (AG), Rheintal (SG), Werdenberg (SG), Dielsdorf (ZH) und Pfäffikon (ZH) haben ihren Haushalt mit je 50'000 Franken versichert. In der Stadt Neuchâtel und dem Berner Jura liegen die Medianwerte mit 31'000 Franken am tiefsten. Das ergibt eine Differenz von 38 Prozent zum höchsten Medianwert. Davor folgen Sense (FR) mit 34'000 sowie Sierre und Frauenfeld mit je 35'000 Franken.

«Mit ein Grund für die Differenzen bei den Versicherungssummen ist die unterdurchschnittliche Kaufkraft pro Kopf in Neuchâtel und vor allem im Berner Jura», sagt Papp.

Städter mit geringeren Versicherungssummen

Interessant ist auch der Vergleich der Versicherungssummen zwischen ländlichen und städtisch geprägten Bezirken sowie steuerlich attraktiven Vorortsgemeinden. In den Städten Zürich, Luzern, Basel, Genf und St. Gallen beispielsweise liegen die Medianwerte über alle drei Wohnungsgrössen betrachtet teils deutlich unter den Werten ruraler Bezirke. In Städten gibt es laut dem Bundesamt für Statistik mehr Einpersonenhaushalte, und der Wohnraum ist im Allgemeinen teurer und kleiner als auf dem Land. «Zudem favorisieren junge Leute als Wohnort tendenziell ein städtisches Umfeld, derweil Familien eher ländliche Regionen vorziehen», erklärt Papp.

Methodik

Comparis analysierte die Hausrat-Versicherungssumme für 4,5- bis 6-Zimmer-Wohnungen, 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen und 1- bis 2,5-Zimmer-Wohnungen. Als Grundlage dienten bestellte Offerten über den Prämienvergleichs-Rechner von comparis.ch im Zeitraum von 2014 bis 2018. Die Analyse wurde auf Bezirksebene durchgeführt. Berechnet wurden jeweils die Medianwerte.

* EUR/CHF Kurs per 31.12.18

Weitere Informationen:
Frédéric Papp
Comparis Finanz-Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail: media@comparis.ch
comparis.ch

 

Über comparis.ch
Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz der Konsumenten. Gegründet 1996 vom Ökonomen Richard Eisler beschäftigt das Unternehmen heute rund 180 Mitarbeiter in Zürich.

 

Kontakt

Medienstelle
Tel +41 44 360 53 91
Email media@comparis.ch