Trotz Preisaufschlag: Das subventionierte Handy 
bleibt den Schweizern eine heilige Kuh

Comparis-Analyse zu Kosten von Handy-Nutzung in der Schweiz


Vergünstigte Handys verteuern die Abos. Dennoch ist zwei Dritteln der Handynutzer in der Schweiz ein subventioniertes Gerät wichtig. Das gilt besonders für Junge und Personen mit tieferer Bildung. Allerdings profitiert inzwischen mehr als die Hälfte der Handybesitzer von Rabattaktionen auf Abos und zahlt nicht den Vollpreis für die Handy-Nutzung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von MarketAgent im Auftrag von comparis.ch.

Zürich, 6. Dezember 2019 – Heutzutage finden Herr und Frau Schweizer die günstigsten Handys auf Online-Portalen. Nichtdestotrotz hält sich der Wunsch nach einem Abopaket mit vergünstigtem Gerät hartnäckig in den Köpfen. Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitutes MarketAgent im Auftrag des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch in der Deutsch- und Westschweiz zeigt: 65,5 Prozent ist ein solches Kombi-Produkt weiterhin eher bis sehr wichtig.

Das gilt besonders für die unter 30-Jährigen mit 70,2 Prozent der Nennungen. Demgegenüber legen in der Gruppe der über 50-Jährigen nur 61,3 Prozent Wert auf ein gekoppeltes Angebot von Gerät und Abo. Ebenso ist das Abo-Paket bei Personen mit tiefer Bildung (80,3 Prozent) häufiger wichtig als bei solchen mit einer mittleren (66,9 Prozent) oder höheren Bildung (60,9 Prozent). Ebenso ist in der Romandie das Argument deutlich mehr Personen wichtig (75,5 Prozent) als in der Deutschschweiz (62,1 Prozent).

«Top Smartphones sind in den letzten Jahren immer teurer geworden. Da ist der Wunsch verständlich, günstiger ans gewünschte Gerät zu kommen», erklärt Comparis-Telecomexperte Jean-Claude Frick.

Nicht einmal jeder Zweite zahlt den Vollpreis für die Mobilfunknutzung

Die Kopplung von Gerät und Abo verteuert zwar letztlich die monatlichen Handy-Nutzungskosten; allerdings nur, wenn der volle Preis bezahlt wird. Genau das ist aber häufig nicht der Fall. Nicht einmal die Hälfte der Befragten (39,2 Prozent) bezahlt für die Mobilfunknutzung den vollen Preis.

30,5 Prozent nutzen einen Bundle-Rabatt. Bundle-Pakete nutzen vor allem die älteren Generationen ab Dreissig. Die Jungen dagegen nutzen häufiger einmalige Spezialaktionen (32,5 Prozent gegenüber 24,4 Prozent bei den 30 bis 49-Jährigen und 22,7 Prozent bei den über 50-Jährigen). Insgesamt profitiert somit gut ein Viertel der Handynutzer von einmaligen Spezialaktionen.

Über 100 Aktionen in 12 Monaten bei Mobilfunkprovidern

Die Auswertung des Comparis-Handyabovergleichs zeigt denn auch eine hohe Aktionendichte. Insgesamt brachten die Mobilfunkprovider in den letzten 12 Monaten 103 Aktionen auf den Markt. Daneben gab es 17 neue Abos und 10 Preis- und/oder Volumenanpassungen. Mit Lidl und green.ch sind zudem zwei neue Mobilfunkanbieter mit virtuellen Netzen (MVNO) auf den Schweizer Markt gekommen.

«Der Grossteil der Abo-Aktionen besteht aus Preisabschlägen über eine beschränkte Zeitdauer. An zweiter Stelle kommen Flatrate-Aktionen für die Schweiz, gefolgt von grösseren Roamingpaketen zum gleichen Preis», beobachtet Frick.

Mehr als die Hälfte hat noch nie selber nach einer Vergünstigung gefragt

«Im Schweizer Telecom-Markt herrscht ein Verdrängungskampf. Neue Kunden müssen der Konkurrenz abgeworben werden und das geht am besten mit Aktionen. Diese werden aggressiv beworben. Sonst wäre die Zahl der Vollzahler vermutlich noch höher», glaubt Frick. So bestätigt die Umfrage eine grosse Trägheit im Telekom-Markt.

Bloss 39,1 Prozent der Handybesitzer haben trotz der hohen Aktionsdichte jemals selbst bei ihrem Provider nach einer Verbilligung angefragt; davon nur 19,7 Prozent öfter als einmal. Die Frauen sind dabei deutlich zurückhaltender als die Männer: 64,4 Prozent haben sich noch nie nach einer Vergünstigung erkundigt (versus 57,6 Prozent bei den Männern).

«Der treue, langjährige Kunde ist bei Aktionen der Dumme da diese fast ausschliesslich für Neukunden gelten. Wer sich nicht aktiv nach Vergünstigungen erkundigt und gegebenenfalls mit Kündigung droht, geht leer aus», so Frick.

Methodik

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut MarketAgent im Auftrag von comparis.ch im November 2019 unter 1’000 Personen in der Deutsch- und West-Schweiz durchgeführt.

Weitere Informationen:
Jean-Claude Frick
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