Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken haben erstmals «magische» 1-Prozent-Marke unterschritten

Comparis-Hypotheken-Barometer für das dritte Quartal 2019


Die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken sind im Vergleich zum Vorquartal weiter gesunken. Sie sind kurzzeitig sogar erstmals unter die «magische» 1-Prozent-Marke gerutscht. «Diverse Anzeichen deuten aber auf eine Bodenbildung bei den Hypothekarzinsen hin», beobachtet Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. Das zeigt das aktuelle Hypobarometer von comparis.ch.

Zürich, 3. Oktober 2019 – Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken rutschten Mitte August erstmals auf 0.99 Prozent und damit unter die «magische» 1-Prozent-Marke. Per Ende September 2019 kostete eine 10-jährige Festhypothek im Schnitt 1.05 Prozent. Das sind 5 Basispunkte weniger als noch Ende Juni 2019. Die Richtzinsen fünfjähriger Hypotheken reduzierten sich im Vergleich zum Vorquartal von 0.95 auf 0.91 Prozent. Zweijährige Hypotheken liegen mit 0,87 Prozent nur minimal unter dem Stand von vor drei Monaten.

 Zinsverlauf bei Festhypotheken

Faktisch 10-jährige Hypotheken unter 1 Prozent verhandelbar

«Zinsen um 1 Prozent für zehnjährige Festhypotheken sind eindrücklich», sagt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. Innert Jahresfrist sackte der Richtzins um rund 0,6 Prozent ab. Und: Zehnjährige Hypotheken trennen nur noch 14 Basispunkte von fünfjährigen und 18 Basispunkte von zweijährigen Hypotheken. Das heisst: Hypothekarnehmer können sich für einen geringen Aufschlag günstige Zinskonditionen langfristig sichern.

Q3 2019 Q2 2019 Q1 2019 Q4 2018 Q3 2018
10-jährige Festhypothek 1,05%
1,10%
1,20%
1,46% 
1,62%
Differenz zwischen 5- und 10-jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
14
15
23 42 49
5-jährige Festhypothek
0,91%
0,95%
0,97%
1,04%
1,13% 
Differenz zwischen 2- und 10- jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
18
22
28
51
66
2-jährige Festhypothek
0,87%
0,88%
0,92% 0,95%
0,96% 
Differenz zwischen 2- und 5-jähriger Hypothek (in Basispunkten)
4
7

17 

Die Richtzinsen sind allerdings Schaufensterpreise. «Wer Offerten vergleicht und gut verhandelt, bekommt deutlich tiefere Hypothekarzinsen», weiss Papp.

Bodenbildung in Sicht

«Diverse Anzeichen deuten nun aber auf eine Bodenbildung bei den Hypothekarzinsen hin», beobachtet der Comparis-Finanzexperte.

Papp verweist unter anderem auf die Entwicklung der Swap-Sätze. Der zehnjährige Swap-Satz beispielsweise markierte Mitte August mit -0.7 Prozent ein Rekordtief und liegt mit -0.4 Prozent per Ende September immer noch deutlich unter den Werten des Vorquartals. Der Richtsatz einer zehnjährigen Hypothek verbilligte sich im Vergleich zum zweiten Quartal aber minimal. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den zwei- und fünfjährigen Swap-Sätzen. «Das deutet darauf hin, dass der von Hypothekargebern festgelegte Mindestzins in etwa erreicht ist», meint Papp.

Entlastung seitens der Schweizerischen Nationalbank

Der Beschluss der Schweizerischen Nationalbank (SNB) dürfte überdies eine beruhigende Wirkung auf die Hypothekarzinsen ausüben. Die SNB hat beschlossen, die Freibeträge, auf denen die Inhaber von Sichtguthaben bei der SNB keine Negativzinsen bezahlen müssen, zu erhöhen. Der Druck, Negativzinsen den Sparern weiterzugeben, nimmt somit ab. «Die Hypothekarzinsen können nicht ins Bodenlose sinken, solange die Banken flächendeckend keine Negativzinsen auf Sparguthaben erheben», so Papp.

Die Weitergabe von Negativzinsen erachtet er als unwahrscheinlich, weil Banken sich vor einem Abzug von Spargeldern in Milliardenhöhe fürchten. Negativzinsen für Sparer bergen zudem sozialpolitischen Sprengstoff, wie Papp in einer früheren Medienmitteilung erklärte.

Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Der weltweite Konjunkturabschwung rückt die Normalisierung der Zinsen in weite Ferne. Die amerikanische Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) schliessen deshalb Zinserhöhungen in naher Zukunft aus. In der Folge bleiben auch der SNB die Hände gebunden.

«Es ist anzunehmen, dass Negativzinsen im Schweizer Kapitalmarkt noch länger bestehen bleiben oder gar zum Normalfall werden. Hypotheken bleiben somit günstig», prognostiziert Papp.

Datengrundlage

Die Angaben zu den Zinssätzen des Comparis-Hypothekenbarometers basieren auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang Januar 2020.

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Frédéric Papp
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