Trotz Negativzinsen grosser Optimismus für 2020

Repräsentative Comparis-Neujahrsumfrage 2020 zu persönlichen Finanzen


Dem Gespenst mit Namen «Negativzins» zum Trotz: Die Schweizerinnen und Schweizer blicken optimistisch ins neue Jahr. Ein Drittel der Erwachsenen glaubt, die eigene finanzielle Situation werde sich 2020 verbessern. Das sind so viele wie noch nie in den letzten 4 Jahren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch. Nur knapp 44 Prozent bereiten die anhaltenden Negativzinsen Sorgen. «Offenbar ist das Thema Strafzinsen für viele noch zu abstrakt, obwohl auch Kleinsparer dieses Jahr akut davon betroffen sein können», sagt Comparis-Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn.

Zürich, 2. Januar 2020 – Diverse Banken haben die Schwelle für Negativzinsen im Jahr 2019 kräftig gesenkt. Für 2020 droht eine Abwälzung von Strafzinsen sogar auf Kleinsparer. Nichtsdestotrotz geben sich Herr und Frau Schweizer optimistisch. Eine repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt: 33 Prozent erwarten für 2020 eine Verbesserung der eigenen Finanzsituation. Das ist der höchste Anteil im Vierjahresvergleich.

Hoffnung auf besser bezahlten Job treibt Optimismus an

35,7 Prozent der Optimisten begründen die potenzielle Verbesserung mit einem eigenen Wechsel oder dem Wechsel ihres Partners zu einem besser bezahlten Job. «Eine gewisse Ernüchterung bezüglich der eingetrübten Wirtschaftslage scheint trotzdem eingetreten zu sein», beobachtet Michael Kuhn, Consumer-Finance-Experte bei Comparis. So wird deutlich weniger als noch letztes Jahr das Argument «Lohnerhöhung bzw. grösserer Bonus» genannt (30,9 vs. 37,9 Prozent).

Immer weniger Negativdenker

Nur 13 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Finanzlage im kommenden Jahr. Das sind im Vierjahresvergleich so wenige wie noch nie. Der Anteil der Personen, die keine Veränderung erwarten, ist mit einem Anteil von 54 Prozent leicht tiefer als 2018 (55,7 Prozent), bewegt sich aber, verglichen mit den bisherigen Befragungen der letzten Jahre, in einem relativ stabilen Band (52,5 bis 55,7 Prozent).

Negativzinsen bereiten nicht einmal der Hälfte der Befragten Sorgen

Sorgen bereiten die anhaltenden Negativzinsen noch nicht einmal der Hälfte der Befragten (43,9 Prozent der Nennungen). Dabei zeigt sich ein klarer Generationengraben. Die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen beängstigt das Thema deutlich weniger stark (38,4 Prozent) als die über 55-Jährigen (50,6 Prozent). Zudem beschäftigen Strafzinsen die Deutschschweizer weniger als die Welschen (Sorgen-Nennungen 41,4 Prozent vs. 49,9 Prozent). «Offenbar ist das Thema Strafzinsen für viele noch zu abstrakt, obwohl auch Kleinsparer dieses Jahr akut davon betroffen sein können», glaubt Kuhn.

Wenig Wissen über das Thema Negativzinsen

So zeigt denn auch die Frage nach den persönlichen Handlungsoptionen in Bezug auf die drohenden Negativzinsen grosse Wissenslücken. 43,5 Prozent der Befragten geben an, gar nicht zu handeln. An zweiter Stelle folgt mit 17,8 Prozent der Nennungen die Antwort «Ich werde mehr sparen». Der Anteil der Personen, die wegen der Negativzinsen mehr sparen wollen, ist über alle Einkommensklassen und Bildungsschichten konstant. «Das zeigt, dass das Phänomen der Strafzinsen auf Spareinlagen von einem bedeutenden Teil der Bevölkerung nicht richtig verstanden wird», so der Comparis-Experte. Nur 15,2 Prozent der Befragten nehmen die Situation zum Anlass, mehr in Fonds und Aktien zu investieren. 11,3 Prozent legen ihr Geld in den Tresor. Und 11,1 Prozent überlegen sich einen Bankwechsel.

Drei Viertel der Befragten ändern persönliches Verhalten trotz Klimadebatte kaum

Wenig Einfluss auf die Konsum- und Finanzentscheidungen der Schweizerinnen und Schweizer hat trotz grosser Medienpräsenz die Frage der globalen Klimaerwärmung. 72,8 Prozent der Befragten geben an, dass sie nur einen geringen bis gar keinen Einfluss auf das persönliche Verhalten hat.

In der Deutschschweiz ist der Anteil derer, die sich unbeeindruckt geben, mit 76,2 Prozent deutlich höher als in der Romandie (64,2 Prozent). Am unsensibelsten bezüglich der Klimadebatte sind in der ganzen Schweiz Personen mit einer mittleren Bildung. 79,8 Prozent in dieser Gruppe – wozu 44 Prozent der Wohnbevölkerung in der Schweiz gehören*– lassen sich bezüglich ihres Konsum- oder Finanzverhaltens nicht durch Greta und Co. beeinflussen (vs. 64,1 Prozent bei niedrigem Bildungsniveau und 67 Prozent mit hoher Bildung).

Die höchste Sensibilisierungsrate weisen die unter 25-Jährigen (34,8 Prozent) und die Pensionierten ab 66 Jahren (35,3 Prozent) auf. Demgegenüber hat nur für 20,4 Prozent der Befragten zwischen 44 und 55 Jahren der Klimawandel einen grossen bis sehr grossen Einfluss auf das Konsum- und Finanzverhalten. «Bei diesem Thema zeigt sich vor allem bei den Personen, die den Schweizer Mittelstandstraum leben, eine grosse Angst vor Veränderungen», glaubt Consumer-Finance-Experte Kuhn.

Methodik

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im Dezember 2019 unter 1’021 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.

*Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE), Bundesamt für Statistik

Weitere Informationen:
Michael Kuhn
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